Herbert Köfer in der Berliner Komödie

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Pension Schöller Schwank in drei Akten von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs in der Bearbeitung von Jürgen Wölffer Premiere am 01. August 2008 in der Komödie am Kurfürstendamm Phillip Klapproth aus Kyritz an der Knatter möchte seine Stammtischbrüder beeindrucken. Deswegen will er unbedingt an einer Soirée in einer Irrenanstalt teilnehmen. Er fährt nach Berlin zu seinem Neffen Alfred und bittet ihn darum, eine solche Sitzung für ihn zu arrangieren. Natürlich würde er sich dafür erkenntlich zeigen. Da Alfred ein Geschäft eröffnen möchte und ihm dafür das nötige Kapital fehlt, willigt er ein, seinem Onkel zu helfen. Weil er keine Irrenanstalt kennt, führt er den Onkel in die Pension Schöller, wo er die Bekanntschaft eines abenteuerlustigen Großwildjägers, einer skurrilen Schriftstellerin und eines Möchtegern-Schauspielers mit Sprachfehler macht, der „Othenno“ rezitiert. Klapproth amüsiert sich prächtig und fährt nach seinem Abenteuer wieder zurück in die ländliche Idylle. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass ihn die Irren aus der Hauptstadt bis nach Hause verfolgen und ihn an den Rand des Wahnsinns treiben. Elf Jahre nach der gefeierten Premiere in der Komödie am Kurfürstendamm ist der Klassiker nun noch einmal zu erleben. Einige Schauspieler, die damals bereits dabei waren – wie Winfried Glatzeder, Achim Wolff, Herbert Köfer und Friedrich Schoenfelder – stehen wieder auf der Bühne. Edith Hancke und Klaus Sonnenschein sind zum ersten Mal zu Gast in der Pension Schöller. Bühne Rolf Lässig Kostüme » Gerhard Kropp Phillip Klapproth » Achim Wolff Eugen Schöller » Winfried Glatzeder Josephine Zillerthal Edith Hancke Fritz Bernhardy Klaus Sonnenschein v. Mühlen Friedrich Schoenfelder Schöller Herbert Köfer Franziska Schöller Victoria Sturm Ida Klapproth Renate Geißler Alfred Klapproth Oliver Betke

Abschied und Neubeginn der legendären Kudamm-Bühne

Ein Wiedersehen mit Herbert Köfer, dem derzeit ältesten aktiven deutschen Schauspieler, gibt es jetzt auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin.  Er wird als verschrobener Pensionswirt in dem Stück „Pension Schöller“ zu sehen sein. Die Schauspiellegende feierte kürzlich ihren 97. Geburtstag und hält damit den Rekord als dienstältester aktiver Schauspieler. In der Inszenierung von  Jürgen Wölffer sind auch  Achim Wolff und  Winfried Glatzeder aus der einstigen Ursprungsbesetzung immer noch mit dabei.  Glatzeder spielt wieder den Schauspielschüler mit L-Fehler, der aus vollem Herzen „Othenno“ rezitiert. Achim Wolff gibt den Provinzler aus Kyritz an der Knatter, der in der Großstadt endlich mal die Insassen eines Irrenhauses erleben möchte und dabei selbst ganz kirre wird. 

Die Wiederaufnahme des Stücks, das vom 18. bis zum 29. April auf dem Spielplan steht, gibt den Startschuss für ein  „Best of“ an der Komödie am Kurfürstendamm. „Bevor der letzte Vorhang am 27. Mai fällt und wir ins Schiller Theater umziehen, zeigen wir Highlights aus den vergangenen zwei Jahrzehnten“, hat Theaterchef Martin Woelffer entschieden. So heißt es vom 2. bis zum 13. Mai  „Ladies Night“ in der Komödie: Sechs arbeitslose Freunde, von denen jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat, entschließen sich aus purer Verzweiflung Stripper zu werden. Als „Die wilden Stiere“ sorgen sie für Stimmung und sind saukomisch. In einer der Hauptrollen ist Pascal Breuer zu sehen. Am 7. Mai gastiert Walter Plathe hier mit seinem Otto Reuter-Abend „Alles weg´n de´ Leut´“. Vom 15. bis zum 20. Mai nehmen die Berlin Comedian Harmonists mit „Veronika, der Lenz ist da“ und einem „Best of“-Liederabend Abschied von der Geburtsstätte ihres Erfolgs. Am 26. Mai bedanken sich Martin Woelffer und sein Team mit einem Fest bei ihren Zuschauern und Fans. Auf dem Programm stehen Auftritte von Künstlern, die den Theatern verbunden sind, Gespräche mit Darstellern und Regisseuren zu Inszenierungen, die ab September 2018 im Schiller Theater zu sehen sein werden, Versteigerungen von Kostümen und Requisiten. Abends heißt es: Bühne frei für alle! Dann nämlich darf auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm getanzt werden bis zum Umfallen.  Ganz zum Schluss – vom 22. bis zum 27. Mai – kehrt Katharina Thalbach noch einmal mit „Der Raub der Sabinerinnen“ an die Komödie am Kurfürstendamm zurück. „Eine schönere Inszenierung zum Abschied von der Komödie kann ich mir nicht wünschen“, gibt Martin Woelffer zu. Der Theaterdirektor Striese, den Katharina Thalbach in dem Stück verkörpert, ist der Inbegriff eines Mannes, für den das Theater alles ist. Der wunderbare Monolog, den dieser Theaterbegeisterte über seine Leidenschaft – das Theater – hält, ist eine einzige Hommage an das Genre der leichten Unterhaltung. Ein würdiger Abschied. 

Die Komödie bleibt aber die Komödie, auch wenn am 27. Mai  am Kurfürstendamm vorläufig der letzte Vorhang fällt. „An diesem Tag werden wir weinen“, glaubt Martin Woelffer, „aber ich schaue jetzt nach vorn und freue mich auf den Umzug ins legendäre Schiller Theater.“ Über den Namen der Übergangsspielstätte musste der Theaterchef nicht lange nachdenken. „Die Komödie am Kurfürstendamm ist eine starke Marke. So einen Namen gibt man nicht auf. Wir heißen weiter Komödie am Kurfürstendamm, mit dem Zusatz ´im Schiller Theater´“, sagt der Leiter. „Wir machen die Bismarckstraße zum Boulevard.“ Der Umzug vom Kurfürstendamm in die Bismarckstraße findet im Juni statt. Ende Juli beginnen die Proben zur Uraufführung von „Willkommen bei den Hartmanns“, dem Auftaktstück an der neuen Spielstätte.  Premiere ist am 23. September 2018. „Für mich ist das Stück ein Beispiel dafür, dass man Themen, die unter den Nägeln brennen wie hier das der Geflüchteten, auch mit Humor angehen kann“, ist Woelffer überzeugt. „Ich bin froh, dass wir John von Düffel dafür gewinnen konnten, Simon Verhoevens Filmerfolg für das Theater zu dramatisieren.“ 

red

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