Hirnrissige Aktionen

Letzte Generation ist nichtgleich letzte Generation. 1953 erschien der Science-Fiction-­Roman von Arthur C. Clarke „Die letzte Generation“. Er thematisiert das Auftreten einer außerirdischen Rasse, der Overlords. Ihr Äußeres gleicht dem des Teufels, mit panzerartiger Haut, Hörnern und Schwanz – genauso, wie ihn sich die Menschen vorstellen. Gute Teufel. Die Overlords verhelfen der Menschheit zu Wohlstand, Gesundheit und Friedfertigkeit. Ein goldenes Zeitalter bricht an. Das versprechen auch die angeblichen Klimaaktivisten der Letzten Generation. Aber die sorgen nur für Chaos. Seit Monaten blockiert die Gruppe “Letzte Generation” deutschlandweit immer wieder Straßen und Autobahnen und fordert, entschiedener gegen die Erderwärmung vorzugehen. Beinahe täglich kommt es zu Demos in Berlin und anderen Städten. In den vergangenen Wochen hatten sich Klima­demonstrierenden auch an Gemälden festgeklebt oder sie mit Lebensmitteln beschmiert. Ihre Forderung: mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel, endlich ent­schiedener gegen den Klimaanstieg vorzugehen. Das ist absolut berechtigt und notwendig. Es reicht heute nicht mehr, auf einer Trillerpfeife zu blasen und ein Plakat hochzuhalten. Manchmal muss es halt richtig nerven, damit der ein oder andere vielleicht doch noch zum Nachdenken angeregt wird. Aber so berechtigt das Anliegen ist, die Aktionen der „Letzten Generation“ sind in ihrer Form hirnrissig und nicht zu akzeptieren. Wenn sie ein Kunstwerk beschmieren, wird das vermutlich kaum einen Museumsbesucher dazu bringen, das nächste Mal mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu kommen. Und Straßen zu blockieren, ist bescheuert, vor allem, wenn dadurch Rettungsdienste aufgehalten, Menschenleben gefährdet werden. Das ist das Allerletzte und gehört bestraft. Das wollen die Klimaterroristen aber nicht einsehen. Oder wollen Krawall. Die Gruppe hatte Anfang der Woche angekündigt, nach zahlreichen Blockaden von Autobahnausfahrten und Straßen­kreuzungen nun „auch Flughäfen lahmzulegen“. So wie am Freitag die Zufahrt zum BER. Die Polizei musste wegen eines auf dem Asphalt festklebenden Aktivisten sogar die Fahrbahn aufschneiden. Festkleben bringt doch nichts, sagt Opa. Sich anzunageln ist besser. Die Klima- Terroristen wollen zu Weihnachten verstärkt den Verkehr stören. Bezahlen die Typen dann auch verpasste Flüge oder Urlaubsdomizile? Der Innenminister von Baden Württemberg Strobl sagt: „Das sind keine friedlichen Proteste. Das sind Straftäter.“ Die Polizei versucht es ihnen begreiflich zu machen und hat Hunderte Strafverfahren wegen Nötigung und Widerstand eingeleitet. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Und schon gar nicht die Mittel der letzten Generation. Und überhaupt.