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Hoffnung auf eine gesunde Zukunft

Friedensdorf-Kind Lobna wird im Achenbach-Krankenhaus behandelt

Seit 25 Jahren nimmt die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin im Achenbach-Krankenhaus Friedensdorf-Kinder auf. Sie kommen aus Kriegs- und Krisengebieten, erhalten hier lebensrettende Operationen und kehren dann nach Hause zurück. Es ist eine besondere Tradition, die unauffällig geschieht und Großartiges bewirkt.

Lobna, 9 Jahre alt, ist in Afghanistan zu Hause und kam allein, ohne Eltern. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Dorf und erhält im Klinikum Dahme-Spreewald lebensrettende Hilfe, denn sie hat eine lebensbedrohliche Krankheit: Osteomyelitis. Gerade hat Dr. Volker Tober das Mädchen zum ersten Mal operiert. Der Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie ist auf die komplizierte Behandlung spezialisiert. „Diese Knochenentzündung wird meist durch Bakterien, manchmal auch Pilze ausgelöst, die über die Blutbahn in den Knochen gelangen“, erklärt Dr. Tober. „Vom Knochenmark aus wird der ganze Knochen befallen, der weich wird, Gewebe stirbt ab. Am häufigsten sind die Beine betroffen.“ Weitere Operationen folgen, wahrscheinlich kommt Lobna noch einmal nach Königs Wusterhausen, denn Kinder wachsen noch.

Die Behandlung erfordert wegen der Komplexität – Infektion und Knochenschwund – spezielle Kenntnisse und Verfahren. Osteomyelitis führt ohne Behandlung zu schwersten Behinderungen oder gar zum Tod. Das Klinikum Dahme-Spreewald hilft so, dass diese Kinder eine Zukunft haben. „Für die gemeinnützige Organisation Friedensdorf International ist diese Unterstützung unentbehrlich“, sagt Christian Heisig, Koordinator für Berlin-Brandenburg bei Friedensdorf International e.V. „Für die Kinder ist die Zeit allein in der Fremde belastend, aber sie und ihre Familien haben eine Zukunft, wenn sie gesund heimkehren. Wir sind dem Klinikum DahmeSpreewald sehr dankbar, dass diese Kinder hier unentgeltlich aufgenommen und behandelt werden.“

Das Team der Kinder- und Jugendmedizin kümmert sich liebevoll um Lobna. Ehrenamtliche besuchen sie, kennen manchmal sogar ihre Sprache. Ein besonderes Geschenk kommt darüber hinaus vom Gesundheitshaus Stettnisch in Königs Wusterhausen. Es übergab orthopädische Hilfsmittel, die sonst nicht zur Verfügung stehen würden. Bald nach der Operation lernen die Friedensdorf-Kinder mit Unterarm-Gehstützen wieder gehen. Orthesen stabilisieren schonend die Beine und helfen bei der Bewältigung des Alltags. Die Dankbarkeit ist Lobna anzusehen, „Danke“ ist eines der Wörter, die sie ganz schnell gelernt hat. „Schokolade“ findet Lobna auch toll. Nach ihrer Zeit im Achenbach-Krankenhaus wird Lobna noch zur Beobachtung im Friedensdorf International in Oberhausen sein und dann nach Afghanistan heimkehren.

RED / R. Münch

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