Immer mehr Geld für immer weniger Land

Grundstückspreise in LDS klettern fast überall deutlich

Alles wird teurer – vor allem die Immobilienpreise. Sie gehen rasant  nach oben. Landkreisweit stiegen sie im letzten Jahr um bis zu 30 Prozent. Jürgen Kuse, Chef des Katasteramts der LDS-Kreisverwaltung, hat kürzlich den seit Jahren anhaltenden Trend bestätigt. Die Auswertung der 2017 notariell abgeschlossenen Kaufverträge ergab zum Teil sehr große Wertsteigerungen. Nicht nur im Nordkreis, sondern auch im berlinfernen Südkreis. Wer ab 2012 kaufte, hatte es noch mit verhältnismäßig moderaten Preisen zu tun. Seither bewegt sich der Markt rasant nach oben.

DT | KaWe-Kurier online

2017 lag die Gesamtsumme der Umsätze im Landkreis bei den Grundstücksverkäufen bei 650 Millionen Euro! 20 Prozent mehr als beim bisherigen Höchststand 2016. In dem Jahr wurde erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro Umsatz gemacht. Kurios: Die Zahl der Kaufverträge ist rückläufig, weil immer weniger Grundstücke zur Verfügung stehen. Aber es wurde eine höhere Summe umgesetzt. Weniger Flächen, deshalb höhere Preise. Aber nicht nur beim Bauland steigen die Preise, sondern auch bei landwirtschaftlichen Flächen. Für Ackerland im Mittel um fünf, bei Grünland um 17 Prozent, für Forstflächen um sieben Prozent.

Dabei gibt es im Landkreis große Unterschiede: In Schönefeld wurden 250 Millionen Euro für Grundstücksverkäufe rüber gereicht, in der Gemeinde Heideblick im Süden dagegen wurde nur ein Umsatz von 2,6 Millionen Euro in 2017 generiert. Jürgen Kuse nannte die 250 Millionen Euro in Flughafennähe „einen Kracher“. Ein Jahr zuvor habe es nur in Cottbus, Frankfurt/Oder und Brandenburg mit jeweils rund 100 Millionen Euro derartige Umsätzen gegeben. Offenbar hat die Fluglärmdiskussion keinen Einfluss auf die Entwicklung der Baulandpreise in den betroffenen Gebieten.

Ausgegeben wurde das Geld zum größten Teil im Wohnungsbau. Besonders begehrt wie in all den Jahren zuvor waren Seegrundstücke in bester Lage. So in Zeuthen. Dort stiegen die Preise auf den Rekord von  rund 500 Euro pro Quadratmeter. Auch am Miersdorfer Werder wurden deutlich mehr als 400 Euro gezahlt. Der Chef des Katasteramtes schätzt, die Grenze könnte mit 600 Euro erreicht sein, weil am südlichen Berliner Rand  die Preise nicht mehr weiter steigen.

Schönefeld liegt bei den Umsätzen mit KW gleichauf. Hier wie dort  wurden für jeweils rund 73 Millionen Euro Bauland erworben. Das ist für Schönfeld ein Plus von 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in KW eine Versechsfachung des Umsatzes. Das vor allem durch privaten Geschosswohnungsbau. Im Landkreis Dahme-Spreewald werden gegenwärtig noch 30 Prozent aller neuen Wohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern geplant.

Im Schnitt zahlten Käufer im Landkreis LDS zuletzt rund 244000 Euro für ein Haus plus Grundstück- zehn Prozent mehr als 2016. In Schönefeld – wo es am teuersten ist – kostete ein Haus einschließlich Grundstück knapp 400000 Euro, in Eichwalde durchschnittlich 317000 Euro, in KW 263000 Euro und in Lübben „nur“ 136000 Euro. In den ländlichen Gemeinden ist die Summe noch deutlich geringer.  Auf der Suche nach bezahlbaren Grundstücken wandert der Käufer mittlerweile von Nord gen Süd: entlang gut ausgebauter Infrastruktur über KW, Bestensee, Mittenwalde bis in den Unterspreewald und nach Lübben. In der Kreisstadt Lübben liegen die Steigerungen zehn bis 15 Prozent im Mittel. Obwohl: In der Lübbener City werden teilweise auch schon 120 Euro je Quadratmeter gezahlt.

Eine eigene Immobilie dient als sichere Geldanlage, oft zur Altersvorsorge. Doch längst nicht mehr überall lohnt sich der Kauf einer Immobilie als Anlageobjekt noch. Vielerorts sind die Kaufpreise schon zu hoch oder die Lage unattraktiv. Die Experten des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) haben für den Postbank-Wohnatlas 2018 berechnet, wie gut die Investitionschancen in den 401 deutschen Landkreisen und Städten stehen. Danach weist der Investitionschancen-Index künftig für Dahme-Spreewald keine Wertsteigerungen mehr aus. 

Übrigens, es ist absehbar, dass auch die Zinsen für eine Immobilienfinanzierung wahrscheinlich schon im nächsten Jahr steigen. Das zumindest sagen Experten. Steigende Zinsen bedeuten auch eine teurere Finanzierung. Bei einer Kreditsumme von 300000 Euro zahlt man alleine für die Zinsen am Ende 16.121 Euro mehr. R

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