In eins nun in die Hände

Das wurde aber auch Zeit! KWer Abgeordnete wollen endlich mit dem alten, optisch vermieften Bild über sich und ihre Arbeit auf-räumen. Sie ergriffen jetzt eine  „Überparteiliche Initiative für die Stadt KW“. Darin fordern sie:
“Umbenennung der Stadtverordnetenversammlung in Stadtrat
Der Begriff „Stadtverordnetenversammlung“ ist sehr lang und sperrig.  In der Presse wird das Gremium deshalb schon jetzt oft als „Stadtrat“ bezeichnet. Bei Sitzungen kommt es gelegentlich zu Irritationen, die damit ausgeräumt werden sollen.
Aus Stadtverordneten werden Ratsherren
In die Hauptsatzung müsste dann folgender Passus aufgenommen werden: „Die Mitglieder des Stadtrats sind als Ratsherren anzusprechen. Sie sind der Bedeutung ihres Amtes entsprechend zu behandeln. Sollte es weibliche Mitglieder in dem Gremium geben, so werden diese als Ratsdamen bezeichnet.“
Eine Amtskette für den Bürgermeister
Die Bedeutung unserer Stadt lässt es angemessen erscheinen, dass der Bürgermeister eine Amtskette trägt. So ist er bei Treffen mit Partnergemeinden, aber auch bei hitzigen Bürgerversammlungen besser als unser Hauptverwaltungsbeamter erkennbar.
Ein Ratskeller im neuen Rathaus
Es wäre wünschenswert, wenn das neue Rathaus einen Ratskeller bekäme. Dies hätte u.a. den Vorteil, den Stadtverordneten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und an Kommunalpolitik interessierten Bürgern nach Sitzungen weite Wege zu ersparen. In vergleichbaren Rathäusern, wie in Berlin oder Köpenick, wurden damit gute Erfahrungen gemacht.
Ein Stadtfest zum Herrentag
Die Stadt Königs Wusterhausen organisiert sehr erfolgreich Feste und Veranstaltungen zu verschiedenen Anlässen im Jahr. Zu loben sind insbesondere die Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. Diese erfolgreichen Angebote könnten durch eine dem Anlass angemessene Veranstaltung zum Herrentag sinnvoll ergänzt werden. Vielleicht könnte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt hierzu ein Fass Freibier beisteuern. Wir halten es allerdings für dingend geboten, dass die Stadtverwaltung vorher prüft, ob diese Maßnahme das Gender Mainstreaming fördert.“
Die Initiative, die am 1. 4.2011 in Kraft treten soll, wurde in die Wege geleitet von Reinhard Wenzel(SPD), Martin Meinert CDU), Raimund Tomczak(FDP), Jörg Meinicke-Kleint(Die Linke) und Oliver Kanthak(Bündnis 90 / Die Grünen).
Na, wer sagts denn! Mit dieser wirklich bedeutsamen Initiative – vor allem, dass sich hier alle Parteien mal eins sind – wird wohl sich kein KWer mehr wie sonst manchmal nach  Beschlüssen der Ratsherren an den Kopf greifen und beten: „Herr, lass es Hirn regnen!“  Also auf, Ratsbrüder,  spuckt in eins nun in die Hände! Brüder, das Trennende verlacht! Ewig, der Eintönigkeit ein Ende!“ Macht was draus!
Ich schlage vor, die Initiative um einen weiteren Punkt zu erweitern: Vor den einzelnen Redebeiträgen im Stadtrat tragen märkische Schönheiten aus dem KaWe-Kurier so wie die Nummerngirls bei manchen Boxveranstaltungen Farbtafeln der jeweiligen Partei – die FDP mit einem zusätzlichen lila Guido-Tütü-Tüchelchen – durch den Saal. Das verhindert Einnicken und macht die grauen Stadtrats-Debatten bunter. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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