Ist das nicht wunderbar?

Weihnachten steht vor der Tür. Das nächste Kriegsweihnachten! Ist das nicht wunderbar?! Kriegsweihnachten? Ja, im Krieg stehen wir doch in Afghanistan, wie nun auch unsere Führerin Angela Merkel erkannt hat. Und was Verteidigungsminister KT Guttenberg schon vorher ausgesprochen hat. KT Guttenberg – das ist der mit den vielen Vornamen und der Personalpronomensammlung. Der, bei dessen Frisur man meint, dass der nächste Krieg ums Öl gehen wird… Der Theo, der nicht nach Lodz fahren wollte, sondern der mit der Gutenberg-Show an der Kriegsfront war. Weshalb ihm ja Angela flugs folgte, denn Kanzler werden im Krieg gemacht. Der KT von und und zu und auf und weg  und was weiß ich nicht noch alles, der hat seine glamourige Stephanie zur Erbauung der Truppe und zu eigenen Werbezwecken rührend besorgt mit an den Kriegsschauplatz geschleppt.
Nun stehen unsere Jungs in Uniform ja nicht nur in Afghanistan im Kampf, sondern auch anderswo in der südlichen Welt. Getreu dem Motto der Bundesregierung und ihres Auslandsreiseunternehmens namens Bundeswehr: „Kdf- Keiner darf frieren!“. Mit dem werden junge Deutsche in die warme Sonne des Südens geschickt, um ihren Hintern für politische Interessen von Führerin,Volk und Vaterland hinzuhalten. Die zur Verteidigung Europas am Hindukusch dorthin Verschickten sind über die Benennung des Einsatzes als das, was er ist, nämlich ein Krieg, nicht so böse. Weil wir somit auch wieder regulär im Krieg Gefallene haben. Das klingt doch ganz anders und viel heldischer als vielleicht „im Ausland Verunfallte“.
Die damaligen Obersten Befehlshaber Schröder und Fischer haben den Krieg als sogenannte Friedensmission einst angezettelt. Die jetzige Oberste Heeresführung unter Merkel und Westerwelle(„No one can reach me the water!“- Will meinen, niemand kann ihm das Wasser reichen) setzt ihn ja weiter fort  und hat ja verheerend beschlossen, auch 2011 deutsche Jung-mannen in den heiligen Feldzug nach Afghanistan zu schicken. 59 Mio Euro wurden auf die letztjährigen Kriegskosten in Afghanistan von 785 Mio Euro in diesem Jahr noch mal draufgeknallt! Und bald vier Dutzend Deutsche wurden abgeknallt! Das ist uns dieser Krieg fern von deutschen Landen doch wert!
Doch was ist medienmäßig mit unseren Jungs, die dort im Kriege stehen? Bislang war es eher mäßig. Wo sind die täglichen Frontberichte in der Zeitung mit den großen Buchstaben? Wo ist das Fernsehen mit einer neuen Serie „Kriegstraumatisiert – Vera am Nachmittag hilft“? Weshalb sucht RTL keinen neuen Quotenstar mit „ Ich bin im Afghanistan-Kriegsdschungel – Hilfe, holt mich hier raus!“, weshalb spielen nicht ein paar Folgen von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ im Kriegscamp? Eine Rateshow  „Was machen wir eigentlich dort in Afghanistan?“ wäre auch möglich. Genauso wie auch ein „Wetten, dass …(…wir den Krieg hier nicht gewinnen)“ aus dem Bundeswehrlager. Eine Wette, in voller Montur über vier Panzer zu springen – wer weiß? Oder gar endlich ein Weihnachtskriegsfest der Volksmusik mit Florian Silbereisen live aus Afghanistan?
Weshalb sucht Bohlen nicht bald den Superstar der Kampfeinheiten? Doch jetzt hat Plauder-Gutfriedwurst-Mensch Kerner ja wenigstens bei unseren Soldaten am Kundus getalkt. Doch wo waren die sonstigen busenmäßig aufgerüsteten  Allzweckwaffen Verona Feldbusch, Veronica Ferres, die Katzenberger? Wo gibt es Spindfotos von ihnen für das Ergötzen der Truppe?
Auch wir an der Heimatfront sollten nicht untätig sein. General Winter bläst dort unten gegen unsere Jungs zum Angriff. Wo sind  hierzulande Winterhilfsaktionen? Oder Eintopfsonntage, Gold-gab-ich-für-Eisen-Sammlungen? Wann werden Ein-Euro-Volkssturm-Jobber am Hindukusch zum Einsatz gebracht? Könnten nicht Mütter, Frauen, Freundinnen unserer Kämpfer dazu aufrufen, warme Socken, gefütterte Unterhosen oder Ohrenschützer zu stricken? Sollte nicht auch unsere Kreis-Volkshochschule dafür einen Strick- oder Häkelkurs auflegen? Denn: Kdf – Keiner darf frieren. Kraft durch Fäustlinge!
Es gibt viel zu tun. Obwohl es in einem Krieg ja immer einen gibt, der verliert. Und den, der nicht gewinnt.
Ist das nicht wunderbar?
Frohe Weihnachten Ihnen allen. Daheim. Und im Feld. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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