Kommentiert: Abstand halten und näher rücken

Service für Heidesee-Heimbleiber geschaffen

Wir haben jetzt eine Krise. Und wir haben Politiker, die sich mit guten Ratschlägen überbieten. Abstand halten, Vernunftappelle, nur bei Notwendigkeit einkaufen, wie jetzt auch im Amtsblatt der Stadt KW. Nichtssagendes wie, dass das Verantwortungsgefühl der Stadt stärker aus der Krise hervorgehen wird.

Und wir haben Politiker, die nicht nur leere Worte bereithalten, sondern pragmatische Lösungen. Wie der Bürgermeister von Heidesee Björn Langer. Er appelliert an die Bürger der Gemeinde, sich gegenseitig zu helfen – und hat mit seiner Gemeindeverwaltung und den Ortsvorstehern schnell und unbürokratisch Hilfsangebote für diejenigen Bürger zusammengestellt, die darauf angewiesen sind:

einen Außer-Haus-Service zur Abholung von Speisen, einen Lieferservice von Speisen und/oder Getränken, einen Lieferservice für den Einkauf sowie Telefon- und Kontaktadressen in allen Ortsteilen.

Für den Fall von weiteren Botengängen (z.B. Medikamente und Rezepte) oder Einkäufe wurde ein richtig gutes und nützliches Netzwerk aus vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfern für alle Ortsteile geknüpft.

Die KiEZe Frauensee und Hölzerner See sowie das Team Haufe übernehmen dabei die Liefer- und ggf. Fahrdienste. Und weil man sich bewusst ist, dass vor allem die Älteren der Risikogruppe nicht über Facebook & Co erreicht werden können, hat die Gemeinde die Übersicht im KaWe-­Kurier veröffentlicht (siehe Ausgabe Nr. 13 vom 25.3.2020, Seite 4).

Was weder die Stadt KW noch Wildau tun – vielleicht weil sie mit internen Streitigkeiten zu tun haben – haben hier Privatleute und Unternehmer getan. Sie haben sich zusammengefunden und unter dem Motto „Bleib zu Hause – Wir helfen gern“ eine Nachbarschaftshilfe initiiert. Die Initiative „Corona-Nachbarschaftshilfe“ ist ein Zusammenschluss von engagierten Bürgern, die besonders gefährdeten Menschen und Betroffenen nachbarschaftliche Unterstützung wie bei Botengängen, Einkäufen oder Tierbetreuung anbietet.

Es kann jeden treffen und da hilft es, solidarisch zu sein. Und wer das nicht schafft, kann zumindest nützlich sein.

In Zeiten der Coronakrise Abstand halten – und zugleich näher ­rücken. So wie in Heidesee oder bei der Initiative des Netzwerks für Senzig, siehe Anzeige auf dieser Seite. Darum geht es.

Ulrich Rochow