Leferbriefe 50. Woche 2019

Wie kann es sein, dass sich die Stadtverordneten der SPD-Fraktion der SVV von Königs Wusterhausen dafür einsetzen, dass eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Kreisumlage, die die Stadt KW an den Kreis zu zahlen hat, nicht erfolgen soll? Die Stadtverwaltung hatte festgestellt, dass der Landkreis Dahme-Spreewald in etwa 1,4 Mio. Euro zu viel von der Stadt fordert. Wie gesagt, jedes Jahr! Viel Geld, wenn man bedenkt, welche Vorhaben davon in KW realisiert werden könnten. Geld, welches die Stadtverordneten von der SPD so einfach verschenken wollen?! Ich glaube, da hat nicht nur die Stadtverwaltung etwas dagegen, sondern auch große Teile der KWer Bevölkerung. Die Stadtverordneten sollten sich einmal fragen, welchem Wählerauftrag sie nachzukommen haben und dann erst welcher Partei sie angehören. Die SPD-Fraktion will in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag stellen, die Klage der Stadt KW gegen den Landkreis zum Zwecke der Klärung der Rechtmäßigkeit der Höhe der Kreisumlage zurücknehmen zu lassen. Wenn Rechtsstaatlichkeit gewünscht ist, sollte man die Entscheidung des Gerichts abwarten und diese akzeptieren, sollte sie nun so oder so ausfallen. Ich glaube, nicht nur ich möchte eine gute Zusammenarbeit aller Stadtverordneten mit der Stadtverwaltung zum Wohle der KWer Bürger.

Hans-Peter Hennig, Königs Wusterhausen

Fragt man die Kinder von Fridays for Future (FFF) nach ihren Forderungen, sind sie meist nach drei Sätzen fertig. Wichtig sei der Kohleausstieg bis spätestens 2030, nicht wie von der GroKo vorgesehen bis frühestens 2035. Dann kommt das Pariser Klimaabkommen, mit dem die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Grad begrenzt werden soll. Der dritte Satz variiert, je nachdem, wen man fragt. „Fliegen muss teurer werden“, sagt die 12jährige Schülerin aus der Gegend von KW.

Und dann kommen die Profis. Sie fordern zur „Klimarettung“ Streiks gegen die „Massentierhaltung“, gegen das „Massenschlachten“ und für die Schulfrühstücksbox mit Gurke und Tomate aus biologischem Anbau. Im Erfinden von Kampfbegriffen sind sie groß. So auch in Königs Wusterhausen wo Frau Eichler  aus Neue Mühle schon Tage vorher  in den Büschen vor der „Märkische Geflügel“ hockte, seit dem klar ist, dass der größte Arbeitgeber in KW seine Kapazität erweitern und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen will. Sie ruft auch gleich zur globalen Klimademo auf. Wie meist bleiben die Profi-Klimaschützer die Antwort schuldig, wie es für die Kollegen, die bei einer Schließung des Standortes ihre Arbeit verlieren, weitergehen soll. Auch Fragen, woher dann zukünftig das Geflügelfleisch in den Kaufhallen kommen soll, beantworten sie nicht. Statt dessen werden Zukunftsängste verbreitet und versucht, allen anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn sie nicht das tun, was ihnen eingeredet wird.

Aber gibt es das überhaupt, eine ethische, daher immer auf das Einzel-Individuum gerichtete Ernährung? Wir sehen uns einem unglaublichen Angebot von Lebensmitteln gegenüber. Die Sorge um sich selbst, um eine nahrhafte und gesunde Ernährung spielt dabei eine große Rolle. Die, die es sich schon immer leisten können, ernähren sich und ihre Familien mit hochwertigen Lebensmitteln. Für die sozial Abgehängten, diejenigen, die die Grundlagen für eine gesunde Ernährung und Lebensweise schaffen, bleiben dann billiges Importfleisch und preiswertes Fastfood. Und genau dafür treten die Wiesenhof-Gegner ein! Ihr Handeln ist zutiefst unsozial.

Im Übrigen wird bei Schließung des „Wiesenhofs“, ein Betrieb der die Brandenburger Umwelt Standards erfüllt, das Hühnerfleisch nicht verschwinden. Es wird dann woanders und nach nicht zertifizierten und umweltgerechten Methoden produziert. Nur die Eltern der kleinen Klimademonstranten von FFF haben dann den Arbeitsplatz verloren. Dann brauchen sie sich wenigstens nicht mehr um Flugpreise oder Urlaubsreisen zu sorgen. Die fallen dann aus. Nur wer soll dann für das Klima demonstrieren?  

Michael Reimann, KW