Leserbrief 8. Woche 2020

Kein Vertrauen mehr ins Wildauer Rathaus

Seit rund drei Monaten verfolge ich das Geschehen zum Grundstücksverkauf Friedrich-Engels-Straße in Wildau. Ich war auch am 10. Februar 2020 zur Versammlung des Hauptausschusses im Volkshaus. Die ganze Sache kann einen nur verärgern. Es ist empörend, was derzeit hier in Wildau für eine Kommunalpolitik betrieben wird. Ich wohne seit 1960 hier. Immer haben Bürgermeister und Abgeordnete im Interesse der Bevölkerung und zum Wohle der Gemeinde gearbeitet. Aber dies scheint jetzt nicht mehr der Fall zu sein.

Die ganze Sache mit dem Verkauf des Grundstückes stinkt quasi zum Himmel, sollte es doch im Auftrag der Bürgermeisterin über den Geschäftsführer der WiWO Herrn Kerber vorbei an den Stadtverordneten preiswert verkauft werden. Doch Herr Kerber wehrte dies meiner Meinung nach mit Recht ab und sollte dafür als Dank fristlos entlassen werden. Dies ist schon ein Fall für die Justiz. Die Bürgermeisterin Frau Homuth verkündete an diesem Abend des Hauptausschusses, dass der Investor bereits am 4. Dezember 2019 vom Kauf zurückgetreten ist. Auf allen Interviews, Versammlungen und auch im Radio rbb war nie die Rede vom Rückzug des Käufers. Im Gegenteil – es hieß, es werde ein Gutachten eingeholt. So stellen sich für mich diese kritischen Fragen: Warum hat die Bürgermeisterin zwei Monate lang alle Abgeordneten und die Bürger von Wildau belogen? Warum hat sie diese wichtige Information nicht eher kundgetan? Dann hätte man sich doch mit Sicherheit das ganze Theater der Diskussionen und Beschlussfassungen ersparen können. Und was mich empört ist, dass die Abgeordneten dies im Hauptausschuss kommentarlos zur Kenntnis genommen haben. Lediglich Herr Hillebrand von den Linken hat kritische Worte geäußert. Haben etwa alle anderen darüber Bescheid gewusst?

Dann ging es um den Bau der Kita „Am Hasenwäldchen“. Die Durchführung des Bauvorhabens wurde der WiWO kurzfristig entzogen und die Stadt Wildau führt dies nun in Eigenregie durch. Ich finde das auch sehr anrüchig, da die WiWO bereits als Bauherr in Wildau zahlreiche Projekte mit Erfolg fertiggestellt hat. Dabei wurden ja immer mehrere Angebote eingeholt. Hier entsteht die Ansicht, dass die Bürgermeisterin einen persönlichen Rachefeldzug führt. Durch den Wechsel besteht derzeit ein Baustopp, der Kindergarten wird nicht zum vereinbarten Termin fertig werden und die Verzögerungen gehen im Allgemeinen mit einer Kostenerhöhung einher. Nicht nur für mich ist das völlig unverständlich. Da nimmt die Bürgermeisterin anscheinend aus persönlichen Belangen in Kauf, dass der Bau verschoben wird und das zu Lasten der Familien, die dringend einen Kindergartenplatz benötigen.

Ich wünsche mir, dass Herr Kerber uns als Geschäftsführer der WiWO erhalten bleibt. Er hat sehr viel Positives für Wildau bewegt. Weiterhin wünsche ich mir, dass die von uns gewählten Abgeordneten sich auch kritisch und respektvoll gegen bestimmte Festlegungen äußern und dabei immer das Wohl der Stadt Wildau berücksichtigen. Persönliche Befindlichkeiten haben bei der Ausübung des Amtes nichts zu suchen. Nach diesem Debakel und dem Verhalten der Bürgermeisterin, auch bei den öffentlichen Sitzungen, kann von Vertrauen in die Arbeit der Kommunalverwaltung nicht mehr die Rede sein. Am Besten Frau Homuth zieht daraus die Konsequenzen.  Edeltraut Jänicke, Wildau

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