LESERBRIEFE 25. Woche 2019

Welch eine Lebensfreude

Ich war beim Spiel- und Sportfest zum Kindertag in Senzig dabei, den das Netzwerk Senzig organisiert. Der Tag war warm und sonnig, es waren ideale Bedingungen. Ich habe als Senior der Volkssolidaritäts-­Ortsgruppe Senzig die Station „Torwandschießen“ betreut. Auf dem Sportplatz Wiesengrund waren über 15 Stationen für eine spielerische, sportliche Betätigung aufgebaut. Mit einem Stempel konnte sich jedes Kind die Teilnahme bestätigen lassen. Hinter mir war die Hüpfburg, vor mir ein kleines Fußballfeld. Ganz links, in Richtung des Spielplatzes konnte Tischtennis gespielt werden. Von „meiner“ Torwand aus konnte ich die Kinder unter der „Feuerwehrdusche“ beobachten: Welche Freude, welche Ausgelassenheit! Zum Teil erreichten leichte Spritzer auch uns am Stand. So viel Lebensfreude zu sehen und zu empfinden, ist schon was Einmaliges, fand ich. Davon möchte ich noch einmal etwas weitergeben. So ist es mir ein Bedürfnis, danke zu sagen, all denen, die geholfen haben, auch in diesem Jahr das Kinderfest in Senzig für die Kinder, aber auch für mich als Senior, zu einem Höhepunkt werden zu lassen. Die Veranstaltung zeigte auch, was möglich ist, wenn im Ort zusammen gearbeitet wird und die Planung und Vorbereitung rechtzeitig erfolgt. Danke deshalb im Besonderen auch dem Wirken des Netzwerks für Senzig. Hartmut Peschel, Senzig

Raketen aus Damenstrümpfen

Zum Beitrag im KaWe-Kurier vom 5. Juni „Kleine Dinge, große Wirkung“ erreichte uns folgende Zuschrift: Das Konzept „Tag der kleinen Forscher“ ist einfach Spitze! Und auch die keinen Forscher der ASB-Kita „ Brüderchen und Schwesterchen“ sind einfach Spitze! Indem die Kids gemeinsam mit Senioren des ASB-Seniorenheims über praktische Experimente die wissenschaftliche Welt anschaulich und plastisch demonstriert bekamen und im wahrsten Sinne der Bedeutung be-greifen konnten, werden sie frühzeitig an komplexe physikalische, chemische und biologische Zusammenhänge herangeführt. Viele weitere Experimente wären denkbar – zum Beispiel das Basteln einer simplen Rakete aus einer 0,75 Liter PET-Flasche: Mit Stabilisierungsflächen und mit einem Raketenkopf aus einer zweiten PET-Flasche versehen, die dann mit Wasser aufgefüllt wird und über ein Fahrradventil mit einer Fahrradluftpumpe unter Druck gesetzt wird, kann man sehr effektiv das Rückstoßprinzip einer Rakete demonstrieren. Die Raketen fliegen zwischen 20 und 30 Meter weit. Ich erinnere mich an die Stationen „Junge Naturforscher und Techniker“, die es in jeder Kreisstadt in der DDR gab. Mit Raketen aus Damenstrümpfen, quasi als Ersatz für PET-Flaschen heutzutage, konnte man das Rückstoßprinzip von Raketen begreifen. Jedes Kind oder jeder Jugendliche konnte in der Station jederzeit seinen naturwissenschaftlichen und technischen Interessen und Ambitionen nachgehen. In der kleinen Kreisstadt in Strasburg, 18 Kilometer westlich von Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern, war dort immer Jubel, Trubel, Heiterkeit und toll was los! Im Sommer machten wir als Kinder und Jugendliche als Indianer verkleidet im Kreis Strasburg die Seen mit selbstgebauten Kanus unsicher und erkundeten rund um die Seen die Natur. Und die Angebote zum Basteln waren einfach phänomenal! Modelle von Rennbooten mit Äther-Rizinus-Gemisch-Motoren (bis zu 2,5 cm³ Hubraum) schnurrten nur so mit fast 40 km/h über den Strasburger See. Und in der AG Elektronik konnte man seinen ersten Transistorempfänger basteln, obwohl man zu dieser Zeit einen derartigen Mini-Radioempfänger in den Fachgeschäften noch nicht bekommen konnte. Und zur Einweihung der Polytechnischen Oberschule „Juri Gagarin“ wurde eine Rakete mit einem Zellulose-Treibsatz gezündet. Fazit und Resümee: Geld ist nicht alles und vieles kann man nicht mit Geld kaufen. Aber: Bei der Bildung und Ausbildung sollte man absolut nicht mit Geld geizen, weil sie eine gute und unbezahlbare Investition in die Zukunft sind! Eine Kritik am Konzept der „kleinen Forscher“ sei aber doch erlaubt: Einmal im Jahr an einem Ort ist so gut wie keinmal! Also mehr derartige und regelmäßige Angebote bitte! Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen