Leserbriefe zu Angemarkt 9. Woche 2020

Was macht eigentlich Frau Schimke?

Lieber Herr Brandenburger, das Alzheimersche Vergessen trifft viele jüngere Politiker. Bei Frau Merkel kann man es alters- und vitalitätsbedingt verzeihen. Sicher war sie in keinem Sport-, Ruder- oder ­Segelverein. Aber Frau Bundestagsabgeordnete Schimke ist doch viel jünger und vitaler? Seit 2005 versprechen alle Politiker, dass die L 401, Hauptverkehrsstraße durch Zeuthen und Eichwalde, instandgesetzt wird. Und zwar „zeitnah“ – was immer das bedeutet. So wollte auch Frau Schimke sich nach ihrer Wahl 2014 darum kümmern. Auf meine etwas frustrierte Anfrage 2019, ob sie uns nicht unterstützen würde in dieser Problematik, antwortete sie schriftlich, dass ich mich doch erinnern möge, dass wir uns 2014 getroffen hätten und sie eine Anfrage an den Landtag gestellt hat. Toll, wenn ein fünf Jahre alter Brief als „Sich kümmern“ verkauft wird. Getan hat sich jedenfalls nichts. Doch – es wurden Schilder aufgestellt mit dem Hinweis „Straßenschäden“. Auf meine erneute Bitte um Unterstützung reagierte sie mit dem Hinweis, dass Herr Lakenmacher ja jetzt eine Anfrage an den Landtag ­gestellt hat, und schickte mir diese zu. Darin ging es aber um Zeuthen, Eichwalde war nicht mal erwähnt. Nunmehr empfahl ich, dass sie doch wenigstens einmal lesen möge, was aus ihrem Büro rausgeht.  Damit wurde mein Umgangston gerügt und der Briefwechsel eingestellt. Ich habe ihr daraufhin gratuliert zu der intensiven Arbeit an der weiteren Entwicklung der Wahlergebnisse der CDU. Die Briefe der Landesregierung zu dieser Problematik verwenden seit 2005 regelmäßig das Adjektiv „zeitnah“ . Frau Schimke auch. Sie meint, dass diese Straße ja zeitnah rekonstruiert wird, obwohl noch nicht mal ein Planfeststellungsverfahren erfolgt ist.  Reinhard Fuchs

Anmerkung von Mark Brandenburger: In der Redaktion gibt es schon seit Jahren einen Running-Gag, über den man eigentlich nicht lachen mag: Die Frage, was macht eigentlich Frau Schimke?

Kulturgut deutsche Sprache

Ihr Angemarkt „Angepisst“ vom 6. Februar. zum missbräuchlichen Gebrauch der deutschen Sprache ermutigt mich, Ihnen zu schreiben. Mich ärgert es auch schon lange, dass unsere Sprache immer mehr vernachlässigt wird. Dass ich statt zum Friseur zum Haarstylisten gehe, kratzt mich schon nicht mehr. Das ist der Zeit geschuldet. Alte Gemäuer wie Kirchen und Schlösser sind unser Kulturgut. Aber was ist, bitteschön, unsere Sprache? Ist sie kein Kulturgut? Migranten sollen Deutsch lernen, aber wie sollen sie es bei dem allgemeinen Sprachgestotter? Wie beim RBB, wenn es heisst „Wir Weihnachten“. In letzter Zeit liest man in der Werbung von Lidl „Alles Marke, nix teuer“ oder ähnliche Ergüsse. Ich bin bald 87. Aber vollständige Sätze in meiner Muttersprache gelingen mir noch. Ich habe nix Computer, der alles richtig schreibt. Du verstehen?  Dagmar Sieg, Königs Wusterhausen