LESERPOST: „Dieser Chor hat Potenzial!“

Hochmotiviert und mit Mut zu einem spannenden Neuanfang hat der Gemischte Chor KönigsWusterhausen zum Chorkonzert am Volkstrauertag in die Evangelische Kreuzkirche eingeladen. Unter Bedingungen, die von Corona-2G-Bestimmungen diktiert werden, folgten 98 Gäste – 100 waren erlaubt – dem ausgewogenen Programm. Johann Wolfgang von Goethes vertonte Texte wie Robert Schumanns „König von Thule“, Franz Schuberts „Heilig ist der Herr“ oder Johannes Brahms im Abschiedslied „Ich fahr dahin“ fügten sich zu einem bemerkenswerten Konzert des KWer Chors mit seinem neuen Dirigenten Jan Olberg aus Königs Wusterhausen. Der hatte in nur vier Chorproben alle Register gezogen für pointierte Interpretationen wie das „Cantate Domino“ von Benjamin Britten oder Mendelssohns „Abschied vom Walde“ mit dem Text von Joseph von Eichendorff. Das erste gemeinsame Konzert legte eindrucksvoll Zeugnis dafür ab, dass Dirigent und Chor kraftvoll in eine gute Zukunft gehen. Auch zum Volkstrauertag 2021 hatte sich der Gemischte Chor mit dem Landesjugendchor Brandenburg unter der Leitung von Claudia Jennings wieder musikalische Gäste eingeladen, die kontrastreich für furiose Impulse sorgten. So lag es nahe, dass beide Chöre auch gemeinsam mit einer Melodie aus dem 16. Jahrhundert „Es geht eine dunkle Wolk‘ herein“ und mit dem Abschiedslied aus dem ­Lochamer Liederbuch zeigten, dass sie sich auf den mahnenden Gedenktag durchaus eingestimmt hatten. Ronny Krzyzan legte als bewährte Moderatorin des Gemischten Chors erneut beredt Zeugnis dafür ab, dass es ihr einfühlsam gelingt, den Bogen zwischen den musikalischen Programmpunkten zu spannen.

Ob dieses erste Konzert des Gemischten Chors KönigsWusterhausen nach fast zweijähriger Coronapause auch das letzte des Jahres sein wird? Es sieht fast so aus! Doch zuversichtlich geht Jan Olberg auf jeden Fall jeden Montag weiterhin mit seinen Sängerinnen und Sängern in die Proben. Wie sagte doch eine Zuhörerin am Sonntag in der Kreuzkirche voll Überzeugung:
„Dieser Chor hat Potenzial!“

Marianne Jacobs-Dahlmann, Heidesee-Friedersdorf