Mehr Bahn für die Pendler

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FDP: Ausbau der Zugstrecken in den Spreewald und die Lausitz ist zu langsam

Ein neuer Pendelzug wird künftig zwischen Lübben und Cottbus verkehren. Das Konzept dafür hat vor kurzem das Land Brandenburg vorgestellt. Bei einer Runde mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen und Landkreise entlang der Bahnlinie erläuterte Verkehrsministerin Kathrin Schneider, dass die Züge alle zwei Stunden in der Zeit zwischen 8 und 22 Uhr fahren sollen. Der Betrieb soll mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt werden. Die Fahrzeit der Regionalbahn mit Halt an allen Bahnhöfen auf der Strecke liegt bei etwa einer halben Stunde. Die Kosten für den Betrieb des Zuges liegen bei etwa 3,1 Millionen Euro. Die neue Linie wird von der Ostdeutschen Eisenbahn Gesellschaft ODEG betrieben. Zum Einsatz kommen voraussichtlich Züge des Typs „Regio-Shuttle“ mit 70 Sitzplätzen. 

„Die neue Regionalbahn ist ein zusätzliches Angebot zwischen den Spreewaldstädten Lübben und Cottbus. Sie wird an allen Bahnhöfen halten, auch in Raddusch, Kunersdorf  und Kolkwitz. Der Pendelzug wird zunächst für ein Jahr auf Probe unterwegs sein,  um die Nachfrage zu prüfen. In diesem Zeitraum entfällt der Schienenersatzverkehr mit Bussen“, sagte Ministerin Schneider.  Der Regionalexpress RE 2 wird wie bisher Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz  am Morgen und am Abend bedienen. Die Züge haben inzwischen eine deutlich bessere Pünktlichkeit. Sie liegt bei mehr als 90 Prozent, zuvor waren nur knapp 80 Prozent aller Fahrten pünktlich. 

Ein weiteres Thema der Runde war der Ausbau der Infrastruktur. Für den Bahnhof  Königs Wusterhausen sind die Planungen zur Beseitigung des eingleisigen Engpasses  vereinbart worden. Darüber hinaus wird von der DB Netz AG der Bau eines neuen Kehrgleises für die Linie RB22 vorbereitet. Es soll im Dezember 2022 in Betrieb genommen werden. In Vorbereitung des  zweigleisigen Ausbaus der Strecke Lübbenau-Cottbus sind die ersten beiden Planungsphasen beendet. Jetzt soll ein Vertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen werden, der die weitere Planung für den Streckenausbau regelt. Mit dem Ausbau sollen die Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr von Berlin nach Cottbus und Breslau erhöht werden. 

Für den FDP-Kreisverband Dahme-Spreewald ist das vorgestellte Konzept allerdings nur eine „halbherzige Lösung. Die Idee, für Pendler und auch Touristen mit einem zusätzlichen Triebwagen mehr Verbindungen auf der Strecke Lübben – Cottbus zu schaffen, ist grundsätzlich nicht schlecht“, räumt der Kreisvorsitzende  Rico Kerstan ein. „Allerdings geht dieses zusätzliche Angebot vermutlich deutlich am eigentlichen Bedarf vorbei.“  Das Gros der Berufspendler und wohl auch der Touristen brauche einen schnellen Anschluss nach Berlin. Die Pendlerzüge seien heute schon hoffnungslos überfüllt. Und mit Blick auf die zunehmende Wohnungsknappheit in Berlin würden die Pendlerzahlen ins Brandenburger Umland weiter steigen. Berlin und Brandenburg müssten endlich ihre Anstrengungen verstärken und auf einen zügigen Ausbau der Strecke Berlin – Cottbus mit einem zweiten Gleis hinwirken. „Bis dahin bleiben wir bei unserer Forderung, die Züge auf der Strecke mit einem zusätzlichen Wagen auszustatten, um mehr Fahrgäste befördern zu können. Der Verweis auf die Jahre 2022 und folgende ist angesichts der überfüllten Züge im Jahr 2018 zynisch“, so der FDP-Kreischef weiter. Red/ Foto: Odeg

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