Mehr Demokratie wagen

Beim Stammtisch der Bürgerstiftung Königs Wusterhausen wird im regen Austausch manch interessante Projektidee geboren. Fotos: Bürgerstiftung KW

Bürgerstiftung Königs Wusterhausen regt mit ihren jährlichen Stammtischen und Projekten zu aktivem Engagement und konstruktivem Austausch an

Die Bürgerstiftung Königs Wusterhausen kann zum Jahresende auf ein gelungenes und erfolgreich abgeschlossenes Projekt „Abfallreduzierung und Abfallvermeidung“ zurückblicken. Mit zahlreichen Mitstreitern wie dem Verein Abfallstreife e. V., dem Südbrandenburgische Abfallzweckverband, dem Stadtjugendring KW, dem Humanistischen Verband Ostbrandenburg, dem Kita-­Elternbeirat KW und dem Ordnungsamt KW wurden Schulen und Kitas zu einem Ideenwettbewerb angeregt, aus dem viele Anregungen zum Umgang mit den Ressourcen und zur Reduzierung des Abfalls in den Kitas, in Schulen und auch im Alltag der Familien hervorgingen.

In der vergangenen Woche wurden die interessantesten Initiativen ausgezeichnet. Insgesamt beteiligten sich 13 Schulen und 21 Kitas der Stadt seit dem Frühjahr an dem Projekt. Im Kita- und Hortbereich belegte die Kita Zwergenstadt aus Niederlehme den 1. Platz. Zweiter wurde der Hort Siebenstern aus Königs Wusterhausen und Dritter die Kita Zernsdorfer Rübchen. Bei den Schulen wurde die Montessori-Grundschule Niederlehme Sieger. Auf dem zweiten Platz landete das Friedrich- Wilhelm- Gymnasium Königs Wusterhausen. Platz 3 ging an die Grundschule Zernsdorf.

Zuvor hatte die Königs Wusterhausener Bürgerstiftung beim 6. offenen Stammtisch in Senzig interessierte Einwohner, Einrichtungen und Unternehmen zur weiteren Ideenfindung eingeladen Der Vorstandsvorsitzende Knut Wischmann betonte, dass man die jährlich in einem anderen Ortsteil stattfindenden Diskussionsrunden nutzen wolle, „um uns im direkten Gespräch mit unseren Stiftern, mit den Bürgern und mit den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur auszutauschen und zu beraten, wie wir als Einwohner unserer Stadt unser Leben und Zusammenleben noch lebenswerter gestalten können“. Die Bürgerstiftung beteiligte sich beispielsweise in diesem Jahr mit einem eigenen Stand beim Stadtfest und an der Höfenacht, bei der sie im „Kalz-Hof“ present war. Aus ihren Spendenmitteln und Einnahmen übergab sie im Rahmen des Stammtisches zwei Schecks in Höhe von jeweils 250 Euro an die Ortsgruppe Senzig der Volkssolidarität und an die Igelrettungsstation von Königs Wusterhausen, um damit deren langjährige, wertvolle Arbeit zu würdigen und weiter zu unterstützen.

Für das Frühjahr 2023 kündigte Knut Wischmann ein neues Projekt an. Unter dem Titel „Demokratie bewahren und entwickeln“ hofft die Bürgerstiftung, einen wesentlichen Beitrag zum Zuhören, Verstehen und zu einer offenen und fairen Diskussionskultur in der Stadt leisten zu können. Geplant sind offene Dialoge, die alle zwei bis drei Monate stattfinden. Mitglieder der Stadtverwaltung und anderer kommunaler und Landeseinrichtungen sowie Bundestagsangehörige sollen für Vorträge und Diskussionsrunden gewonnen werden.

Königs Wusterhausens Bürgermeisterin und Schirmherrin der Bürgerstiftung Michaela Wiezorek, die beim Stammtisch dabei war, hat schon zugesagt. Sie wird wird das Projekt im Januar mit einem Vortrag eröffnen. „Ich denke, das ist ein gutes Projekt“, sagt sie, „für die Bürger dürfte es interessant sein zu erfahren, wie Konflikte gerade in der Kommunalpolitik demokratisch aufgelöst werden können.“ Das Projekt stieß denn auch beim Stammtisch auf großen Zuspruch und löste schon einen regen Austausch aus. Das veranlasste den stellvertretenden Stiftungs-Vorsitzenden Thomas Schmidt zum Abschluss des Stammtisches zu dem optimistischen Resümee: „Ich habe fast das Gefühl, wir sind schon mittendrin im Demokratie- Projekt und nicht erst in der ­Planung.“

RED