Mist bleibt Mist

Endlich: Hartz kommt weg!
Also nicht wirklich. Nur der Name.
Denn Arbeitsministerin von der Leyen ärgert sich darüber, dass das Volk, wenn es gegen Sozialabbau protestiert, skandiert „Hartz muss weg!“ Wie klingt das denn! Wo doch die schwarz-gelbe Bundesregierung wie zuvor schon die rot-grüne alles tut, damit es den Menschen gut und immer besser geht. Zumindest den Gutverdienenden. Indem sie mit Steuern nicht so belastet werden und bestimmten Lobbygruppen sogar weniger zur Kasse gebeten werden. Na jedenfalls ärgert das die Frau von. Und so möchte die CDU-Politikerin, dass die unbeliebteste Arbeitsmarktreform in der bunten Republikgeschichte anders heißen soll. Hartz steht für eine kalte, unsoziale Politik. Jugendliche sprechen von hartzen, wenn sie abhängen, nichts zu tun haben. Frustriert von Perspektivlosigkeit lautet bei vielen der Berufswunsch „Hartzer“. Das geht nicht! Da muss ein freundlicheres Synonym her! Also soll Hartz künftig Basisgeld heißen. Das ist dann zwar dasselbe, klingt aber doch viel besser. Und an der Substanz will von der Leyen auch nichts ändern. Als die Arbeitsministerin diese Woche die neue Berechnungsmethode für Hartz-IV-Sätze vorstellte, dann konnte man vorher darauf wetten, dass die nur ein Rechentrick zulasten der Betroffenen sein würden. So geschah es. Auch wenn die neuen Hartz-Sätze vielleicht Basisgeld-Sätze heißen.
Wenn in neuen Schläuchen alter Wein verscherbelt wird, wird der nicht besser. Er stößt genau wie vorher sauer auf. Mist bleibt eben Mist und stinkt weiter, auch wenn man Parfüm drübergießt. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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