Mit der Gas-Spürnase durch Heidesee

Bis Anfang August sind René Duda (l.) und Thomas Schadow mit dem Spürgerät unterwegs in den Ortsteilen von Heidesee. Foto: EWE NETZ

EWE kontrolliert bis August rund 230 Kilometer Erdgasleitung in der Gemeinde

Nach Beendigung der Gasnetzkontrollen in Bestensee hat die EWE NETZ GmbH im Mai mit der Überprüfung des Erdgasnetzes in Heidesee begonnen. Bis etwa Anfang August ist das Unternehmen in allen Ortsteilen der Gemeinde unterwegs und überprüft rund 230 Kilometer Erdgasleitungen. „Unser Ziel ist es, bei der Kontrolle der Ortsnetz- und Hausanschlussleitungen undichte Stellen aufzuspüren“, so EWE NETZ-Bezirksmeister Franko Meise. „Da unsere Gasspürer lediglich zu zweit und an der frischen Luft unterwegs sind, nicht in die Häuser müssen und keinen direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern haben, können wir diese wichtigen Kontrollen auch in Zeiten der Corona-Krise durchführen“ ergänzt er. Im gesamten EWE-Netzgebiet überprüft das Unternehmen jährlich etwa 25000 Kilometer.

Erdgas besteht im Wesentlichen aus Methan und ist leichter als Luft. Sollte eine Gasleitung auch nur eine minimale Undichtigkeit aufweisen, steigt das Erdgas an die Oberfläche. „Wir nehmen es dann dort mit Hilfe einer Art High-Tech-Nase wahr“, so Franko Meise. Das Messgerät bestehe aus einem langen Stab mit einem weichen Plastikteppich. „Darunter wird ständig Luft angesaugt, die in das eigentliche Messgerät geleitet wird. Sobald der Methan-Anteil pro Kubikmeter Luft höher als ein Hunderttausendstel ist, piept das Gerät. Als würden  100.000 Zuschauer in einem Stadion mit bunten Kappen sitzen und ein einziger Zuschauer hätte eine gelbe Kappe auf. Dieses Gerät würde diese Kappe sofort finden“, erklärt der Bezirksmeister.

Die Kontrollen zeigen, dass das EWE-Gasnetz in einem sehr guten Zustand ist. Die Anzahl der Schäden ist durch die kontinuierliche Instandhaltung und Wartung sehr gering. Im Jahr 2018 betrug der Dauer der Unterbrechungen der Gasversorgung lediglich 56 Sekunden je angeschlossenem Verbraucher. Neben den Leitungen entlang der Straße müssen bei den Routine-Überprüfungen auch die Hausanschlüsse auf den Privatgrundstücken kontrolliert werden. „Gerade hier werden immer wieder Leckagen entdeckt, die durch Bodeneinschlaghülsen für Zaunpfosten verursacht werden“, erläutert Franko Meise. „Wir bitten daher alle Grundstückseigentümer unter Beachtung von Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen um Unterstützung bei dieser wichtigen Tätigkeit.“

Thomas Schadow und René Duda von der Firma TBD aus Bernau führen die Überprüfung im Auftrag von EWE NETZ durch. Die Gasspürer können jederzeit ihren Vertragsfirmenausweis vorzeigen. Bei trockenem Wetter schaffen sie pro Tag fünf bis acht Kilometer Kontrollgang. Bei Regen oder feuchter Witterung müsse die Überprüfung abgebrochen werden, da das hochempfindliche Spezialgerät dann kein Gas aufspüren kann. Für den Anschlussnehmer sind die Sicherheitsüberprüfungen kostenlos. Die Überprüfung erfolgt in einem regelmäßigen Turnus von vier Jahren.

RED/ PI EWE