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Mittelständler vor Herausforderungen

Bürokratie und Fachkräftemangel bedrohen
existenzielle Entscheidungen

Eine alarmierende Umfrage des renommierten Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat die ohnehin angespannte Situation für Deutschlands Mittelständler weiter verschärft. Die Studie enthüllt, dass fast ein Viertel der befragten Unternehmen ernsthaft in Erwägung zieht, ihr Geschäft aufzugeben. Noch schockierender ist die Tatsache, dass mehr als ein Fünftel sogar über eine Verlagerung ins Ausland nachdenkt.

Die Hauptgründe für diese existenziellen Überlegungen sind Bürokratie und der grassierende Fachkräftemangel. Knapp ein Drittel der Befragten fühlt sich durch überzogene Vorschriften erdrückt und stark eingeschränkt. Zudem belasten hohe Steuern und Abgaben das Unternehmertum in Deutschland, wie mehr als ein Viertel der befragten Unternehmer betont. Doch auch der bereits akute Fachkräftemangel in der Branche beeinträchtigt gut ein Viertel der Befragten und lässt sie verzweifelt nach Lösungen suchen.

Die befragten Mittelständler legen besonderen Wert auf Verlässlichkeit und Planbarkeit der Rahmenbedingungen, die sich jedoch als äußerst enttäuschend erweisen. Lediglich etwa 40 Prozent bewerten die Infrastruktur in Deutschland positiv, während nur etwas mehr als ein Drittel die politische Stabilität lobt. Diese alarmierenden Zahlen werfen ein düsteres Licht auf die Zukunft des deutschen Mittelstands.

Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des BVMW, spricht angesichts der Umfrageergebnisse von einem „mehr als nur ein Warnsignal“. Die Tatsache, dass traditionsbewusste und tief verwurzelte Unternehmer über das Aufgeben oder den Wegzug ins Ausland nachdenken, sollte niemanden kaltlassen, mahnt Jerger.

Experten warnen vor den schwerwiegenden Folgen, sollte die Politik nicht umgehend handeln. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, und wenn diese Unternehmen ins Wanken geraten, könnte dies das gesamte Wirtschaftssystem destabilisieren.

Gemäß dem Nachfolge-Monitoring Mittelstand der Förderbank KfW wird voraussichtlich bis zum Jahr 2025 in Deutschland ein besorgniserregender Trend zu beobachten sein: Rund 465.000 mittelständische Unternehmen werden ihre Geschäftstätigkeit einstellen. Das renommierte Handelsblatt hatte bereits im Juli 2022 darüber berichtet.

Der Hauptgrund für dieses beunruhigende Szenario liegt darin, dass die Eigentümer dieser Unternehmen das Rentenalter erreichen und keine geeigneten Nachfolger finden können. Die Suche nach einer angemessenen Nachfolgelösung gestaltet sich äußerst schwierig, was zu einer bedrohlichen Situation für den deutschen Mittelstand führt.

Die Zeit drängt. Deutschland muss seine überholte Bürokratie überdenken, steuerliche Entlastungen bieten und dringend Maßnahmen ergreifen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Andernfalls könnten wir Zeugen einer traurigen Entwicklung werden, bei der Deutschlands stolze Mittelstandstradition ins Ausland verlagert wird.

Dieser Weckruf sollte von allen politischen Entscheidungsträgern gehört werden. Denn nur wenn sie jetzt handeln, kann der Mittelstand gerettet und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland gesichert werden. Es liegt an ihnen, das Schicksal der deutschen Unternehmen zu bestimmen. Die Frage ist, ob sie bereit sind, die Verantwortung zu tragen.

RED

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