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Sonntag, März 3, 2024
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Momente der Wärme für ukrainische Familien

Weitere Hilfstranporte aus der Region nach Charkiw / Zahlreiche Institutionen rufen zur Beteiligung an einer Weihnachtsfracht für Kinder auf

Erneut ist der Prieroser Christian Fuchs mit einem Hilfstransport in die Ukraine, in die östliche Großstadt Charkiw, gefahren. Dieses Mal gehörten zur Fracht neben Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Camping- und Propangaskochern, Decken und vielem mehr, auch Generatoren. Erst vor drei Wochen war der 40jährige Unternehmer vor Ort, um in einer zur Fürsorgestation umfunktionierten Schule Hilfsgüter abzuliefern. Die beiden jüngsten Transporte waren möglich geworden, weil die Kommunen Zeuthen, Eichwalde, Wildau, Schulzendorf, ­Königs Wusterhausen, Schöne­feld und Mittenwalde die während eines Benefizkonzertes auf dem Funkerberg eingenommenen Spendengelder für die Ukraine an die bereits seit Ausbruch des Krieges laufende Solidaritätsaktion von Christian Fuchs weitergaben.

„Ich habe mich so schnell wieder auf den Weg gemacht, weil es jetzt dringend darum geht, dem Land über den Winter zu helfen“, berichtet Christian Fuchs per whats app. Deswegen hatte er auch Camping- und Propangaskocher, Solar-Powerbanks oder Decken mit im Gepäck. „Russlands Krieg richtet sich gegen die Menschen. Der Strom ist nur vereinzelte Stunden pro Tag aktiv, dann heizen die Menschen elektronisch. Fernwärme, falls das Gebäude angeschlossen ist, funktioniert derzeit auch nur schwach bis gar nicht.“ Christian Fuchs berichtet, dass das Thermometer in der Ostukraine Anfang Dezember schon auf minus 13 Grad Celsius gefallen sei. Er sieht, wie gerade auf öffentlichen Plätzen Wärmezelte errichtet werden, in denen sich die Bewohner für eine Weile aufhalten oder auch ihre ­Handys aufladen können, damit die Kommunikation untereinander aufrecht erhalten bleibt. Mobile Generatoren seien somit lebenswichtig geworden, um angesichts der von Russland gezielt zerstörten Infrastruktur des Landes eine Notversorgung zu gewährleisten. Insgesamt hat der Dahmeländer mit seinen mittlerweile schon sechs Transporten rund 16,5 Tonnen Hilfsgüter nach Charkiw gebracht.

Und der nächste ist schon in ­Arbeit. Angesichts der gedrückten Stimmung, die Christian Fuchs in der Ukraine derzeit begegnet und gerade auch in den Familien wenig weihnachtliche Vorfreude aufkommen läßt, hat er in diesen Tagen noch einmal zahlreiche Partner der ­Dahme-Region zusammengebracht. Sie alle beteiligen sich an einer Geschenkepäckchen-Aktion für ­ukrainische Kinder nach dem Vorbild der weltweiten Kampagne „Weihnachten im Schuhkarton“. Mit dabei sind unter anderem die Technische Hochschule Wildau, die Katholische Hochschule ­Berlin, die Gemeinde Schulzendorf, der Jugendbeirat Wildau, der Kinder- und Jugendverein e.V., die Sportvereine Ajax Eichwalde und SV Schulzendorf sowie der Verein Signal of Solidaritiy e.V., über den Christian Fuchs die Spendengelder abrechnet. Sie rufen gemeinsam die Menschen der Region auf, den Kindern vor Ort eine Freude zu bereiten und ihnen trotz der Umstände mit einem Weihnachtsgruß ein ­Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Dafür sollen kleine Päckchen gepackt werden, in denen zum Beispiel Spielsachen enthalten sind, die sprachenübergreifend funktionieren. Kuscheltiere, ­Puppen, Puzzle, Memoryspiele sind genauo willkommen wie Stifte oder Malbücher. Aber auch wärmende Mützen, Schals, Handschuhe oder Socken sind denkbar. Und natürlich auch haltbare Schokolade oder ­andere kleine ­Süßigkeiten. Ein schönes Zeichen, so meinen die Organisatoren, wäre auch das eine oder andere selbstgemalte Bild der eigenen Kinder als ein besonderer Herzensgruß. Die Organisatoren bitten zudem darum, keine sonstigen Kleider- und Lebensmittelspenden zu verpacken. Interessierte, die andere Dinge spenden wollen oder Fragen haben, können sich auch gern direkt mit Christian Fuchs unter der ­Rufnummer +49176/32590618 in Verbindung setzen.

Die Pakete sollten entsprechend beschriftet sein, ob sie für ein Mädchen oder einen Jungen (in welchem Alter?) gedacht sind. Sie sollen noch nicht zugeklebt, ­sondern lediglich mit dem jeweiligen Deckel verschlossen werden. Aus diesem Grund sollte auch darauf verzichtet werden, die Pakete in Geschenkpapier einzupacken. Stattdessen können die Kartons mit Stickern beklebt oder bemalt werden. Bis einschließlich 22. Dezember werden die Päckchen von den beteiligten Institutionen und Vereinen entgegen genommen. An der TH Wildau ist zum Beispiel die Hochschulbibliothek in der Halle 10 zu den regulären Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr die Sammelstelle. Auch im Rathaus Schulzendorf werden bis einschließlich 22. Dezember Päckchen entgegen genommen – und zwar im Sekretariat im ersten Stock dienstags zwischen 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr.

Das ukrainische Weihnachtsfest findet am 6. Januar statt. Christian Fuchs wird Anfang Januar mit der Dahmeländer Weihnachtsfracht an Bord wieder nach Charkiw reisen und sie in der Hilfsstation übergeben. Von dort werden sie dann rechtzeitig zur Bescherung an die Kinder vor Ort verteilt und sicher für den einen und anderen Moment der Wärme sorgen. TM

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