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Dienstag, Februar 27, 2024
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Musik vertreibt die Geister der Nacht

Eindrucksvolles Schlosskonzert setzte ein Zeichen der Hoffnung
Das Programm fürs nächste Jahr steht

Bevor die Kultur in der Region aufgrund der neuerlichen Corona-Beschlüsse wieder verstummen musste, meldeten sich die Schlosskonzerte Königs Wusterhausen mit einem Doppelkonzert in dieser so besonderen Saison eindrucksvoll zu Wort und gaben zugleich einen Ausblick auf das kommende, hoffentlich wieder kulturvolle Jahr.

„Alle Konzerte dieser Saison konnten wir auf das nächste Jahr verschieben.“ Mit dieser frohen Botschaft eröffnete Gerlint Böttcher, Künstlerische Leiterin der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen, das Sonderkonzert in der Fachhochschule für Finanzen, das am letzten Tag vor der Schließung aller Kultureinrichtungen noch stattfinden konnte. Seit vielen Jahren beindruckt sie mit Künstlern unterschiedlichster Couleur das Publikum. Dieses Jahr bewies sie einmal mehr ihren Tatendrang und ihre Flexibilität: Mit einem durchdachten Konzept passte sie sich den aktuellen Rahmenbedingungen an und schuf mit dem Cellisten Fermín Villanueva ein unvergleichliches musikalisches Erlebnis. Gleich in ihrem ersten gemeinsamen Konzert knüpften die beiden Künstler ein Band aus Leidenschaft, Liebe zur Musik und äußerster technischer Präzision. Es war wie ein Statement: In Zeiten von massiven Einschränkungen wissen Menschen wieder um den Wert und die Exklusivität kultureller Veranstaltungen. Aber auch für die Künstler selbst war der Liveauftritt vor Publikum enorm wichtig und von unschätzbarer Bedeutung: „Wir sind so dankbar, dass wir heute Abend für sie spielen durften“, bekannte Villaneuva in seinen abschließenden Grußworten.

So genossen Künstler und Publikum gleichermaßen knappe zwei Stunden bei Musik und Liedern, die ohne Worte auskommen, so zum Beispiel von Felix Mendelssohn Bartholdy und einer sehr eindrucksvollen Suite für Violoncello solo von Gaspar Cassado. Villanueva ließ mit dem Cello Klangbilder entstehen, die an Tango- und Zarambanda-Tänze, Kastagnetten oder Folkloristisches erinnern – einzigartig, mit viel Charme und einer Prise Witz. Und Böttcher lieferte mit ihrer Interpretation der Nocturne von Arndt Netzel Hoffnung in einer recht düsteren Zeit. In der Uraufführung dieses Solostückes für Klavier brauen sich scheinbar gewaltige Unwetter in der Nacht zusammen. Am Ende aber zeugen die feinen Klänge von den ersten Lichtstrahlen, vom zarten Erwachen des neuen Tages, der die Geister der Nacht vertreibt.

Weitere Höhepunkte waren das populäre Scherzo Nr. 2 b-Moll von Frédéric Chopin und die Sonate für Klavier und Violoncello A-Dur von Ludwig van Beethoven. Das großartige Scherzo komponierte Chopin, als er gerade an Tuberkulose erkrankt war. Auch wenn es ernsthafte Momente beinhaltet, ist es lebhaft, verspielt, leicht. Das Thema begegnet dem Zuhörer in verschiedensten Spielarten, differenziert in seinen unterschiedlichen Tempi, aber auch mit einem gewissen Maß an Eindringlichkeit versehen. Das Stück bildete die perfekte Überleitung zu der Beethoven-Sonate. Sie wird in der Cello-Literatur zu Recht als Glanzstück bezeichnet. Während anfangs beide Instrumente um Dominanz ringen, gehen sie am Ende eine Synthese ein, bei der der Zuhörer nicht mehr zu unterscheiden vermag, ob der Ton von dem Klavier oder dem Cello stammt. Wunderschöne Hauptmotive durchdringen das Werk, das sich ebenfalls durch Leichtigkeit und Temperament auszeichnet. Der Ideenreichtum und eine klangliche Vollkommenheit stehen einfach für den großen Komponisten Beethoven, auf den sich das Publikum im kommenden Jahr freuen darf.

Weitere Informationen zum Programm der Schlosskonzert gibt es im Internet auf www.schlosskonzertekoenigswusterhausen.de. RED

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