Naturverbunden und bodenständig

Guido Riedel feiert in diesem Jahr das 25jährige Firmenjubiläum seiner Reisebüros. Foto: V. Elbe

Reisetrends 2020 und wie die Dahmeländer am liebsten ihren Urlaub verbringen

Anlässlich der bevorstehenden Reise- und Freizeitmesse im A 10 Center sprachen wir mit dem Inhaber von TUI TRAVELStar RB Reisen, Guido Riedel, über aktuelle Reisetrends und wie die Dahmeländer am liebsten ihren Urlaub verbringen.

KaWe-Kurier: Die Tourismusbranche hat mit mehreren Insolvenzen in den letzten Jahren für vor allem negative Schlagzeilen gesorgt. Welche Auswirkungen hatte das für Ihr Geschäft vor Ort?

Guido Riedel: Nach der Insolvenz von Thomas Cook waren wir vor allem damit beschäftigt, das Vertrauen der Kunden in das Produkt Pauschalreise – was eigentlich ein gutes ist – wieder herzustellen. Die Reisebüros haben über ihre Verbände schon seit Jahren darauf gedrängt, Pauschalreisen für den Fall einer Insolvenz besser abzusichern. So sollen die Veranstalter von Pauschalreisen eine zusätzliche Pro-Kopf-Gebühr pro Reisenden abführen, um einen besseren Insolvenzschutz zu erreichen. Nach der Insolvenz von Thomas Cook wird das nun sicher so kommen. Man kann also sagen, dass die stationären Reisebüros gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sind.

Zuvor hatte es bereits die Insolvenzen der Fluggesellschaften Air Berlin und Germania gegeben. Wie haben sich die ausgewirkt?

Diese Insolvenzen haben zu einem eingeschränkten Flugangebot vor allem von Berlin aus gesorgt. Daher mussten wir Reisende auf die Flughäfen in Leipzig und Dresden umbuchen. Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit Charter-Fluggesellschaften diese Lücke schließen. Die Übernahme der Condor durch die polnische LOT ist in unseren Augen ein positives Signal dafür, dass es zukünftig auch ab Berlin wieder mehr Flüge gibt.

Welche aktuellen Reisetrends können Sie ausmachen?

Der Trend geht mehr und mehr zu Individualreisen. Der Kunde entscheidet über die Dauer und die Bestandteile seiner Urlaubsreise. Die Reisebüros stellen dann einzelne Bausteine ganz nach den Wünschen der Kunden zusammen. Ein weiterer Trend ist die Nachhaltigkeit von Reisen. Die Kunden fragen heute mehr als früher nach umweltfreundlich geführten Hotels oder CO2-Kompensationen bei Flügen. Dieser Trend schlägt sich im Übrigen auf alle Leistungsträger unserer Branche nieder, allen voran beim Bau von neuen Kreuzfahrtschiffen. Kreuzfahrten liegen nach wie vor im Trend, wobei hier verstärkt nach der Kombination mit eigenen Aktivitäten, wie zum Beispiel Flusskreuzfahrten verbunden mit Radausflügen, gefragt wird.

Gibt es neue Zielgebiete?

Die Türkei und Ägypten sind wieder sehr beliebt. Ein neues Ziel sind die Kapverden, wo derzeit mehrere Komplett-Hotels der großen Marken entstehen. Aber auch innerdeutsche Reisen sind stark nachgefragt, ebenso wie Skandinavien und Kroatien.

Wohin und wie verreist denn der Dahmeländer am liebsten?

Der Dahmeländer gilt ja allgemein als naturverbunden und bodenständig. Das spiegelt sich auch in seinen Urlaubs-Vorlieben wider. Viele Dahmeländer bevorzugen Ziele, die sie bereits kennen. Die Naturverbundenheit kommt bei der großen Nachfrage nach Aktivurlaub zum Vorschein. So werden gerne Rad- oder Motorrad-Reisen gebucht. Und das Thema Caravaning spielt in unserer Region eine große Rolle. In diesem Jahr ist übrigens erstmals unser neues, büroeigenes RB-Reisemobil, ein Caravan für 2 bis 3 Personen mit toller Ausstattung, für unsere Kunden buchbar.

Das 25. Firmenjubiläum Ihres Unternehmens steht bevor. Planen Sie zu diesem Anlass besondere Aktivitäten?

Wir werden unsere Kunden in jedem Fall zu einem großen Sommerfest einladen. Darüber hinaus sind weiter Erlebnis-Gruppenreisen in Planung. So zum Beispiel nach Costa Rica und Panama, nach Südamerika und nach Japan. Die Jubiläums-Gruppenreise führt übrigens nach Neuseeland. Und zum Ende des Jahres wird es wieder unsere Weihnachtsmarkt-Flusskreuzfahrt diesmal auf der Donau geben.

Es fragte Vesa Elbe