Nun mit Mädels unterwegs

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KaWe-Kurier besuchte Helden daheim: Die Abrafaxe und ihre „Schwestern“ Anna, Bella und Caramella

Was sind das für tolle Helden: Abrax, Brabax und Califax, genannt die Abrafaxe! Schon immer mal wollte ich sehen, wo sie zu Hause sind. Jetzt war Gelegenheit dazu.

Im Frühjahr stellten wir die Ost-Comic-Heroen vor, die viele Leser noch aus ihrer Jugend kennen – und die sie heute noch begeistern. Und ebenso ihre Enkel. Seit nunmehr 42 Jahren faszinieren die Abrafaxe junge wie jung gebliebene Leser. Sie sind die Protagonisten der Comiczeitschrift Mosaik, die schon zu DDR-Zeiten einzigartig war und heute erst recht. Sie sind die Nachfolger der legendären damals kultisch verehrten Digedags, die von 1955 bis 1975 im DDR-Mosaik auch schon auf allen Kontinenten unterwegs waren. Das monatliche Mosaik sorgt seit Generationen in vielen Familien für spannende Unterhaltung, gepaart mit unaufdringlicher Wissensvermittlung, verpackt in liebevolle und detailreiche Zeichnungen. Die Abrafaxe bestehen jeden Monat Abenteuer in der Weltgeschichte. Ihnen im Mosaik zu folgen, war eine Sucht, obwohl das Heft damals kaum in den Auslagen des Zeitungskiosks lag. Warum auch, die Auflage reichte sowieso nicht für alle „Bedürftigen“. Wer ein Heft bekam, war selig. Und wer heute noch ein gut erhaltenes der ersten besitzt, besitzt einen Schatz: Sie werden für fünfstellige Summen gehandelt. Zwar stimmt das, was die Helden erleben, nicht immer ganz genau mit den wirklichen historischen Ereignissen überein, was aber ihrer Popularität keinen Abbruch tut. Das beweisen seit Jahren steigende Verkaufszahlen. Mit einer Druck-Auflage von rund 100.000 Heften ist das Mosaik heute Deutschlands auflagenstärkster Comic. Im Mosaik schmökern monatlich rund 300. 000 Leser. Sogar in Australien, Brasilien, Belgien, Bulgarien, China, Dänemark, Ägypten und Finnland, in der Schweiz, in Österreich, Frankreich, Großbritannien, Schweden und Ungarn sowie in den USA. Abos gibt es in insgesamt 37 Ländern.

In nunmehr bereits 512 Heften erlebten die Helden und die Leser Raum-, Zeit- und Epochensprünge. Zuletzt waren wir mit ihnen auf den Spuren der Reformation, in unserer Region, im Fläming, in Jüterbog und Wittenberg, lernten Luther und Tetzel kennen. Und seit einem viertel Jahr sind wir mit ihnen bei der Hanse. Dort suchen sie den Seeräuber-Schatz der Likedeeler.

Seit nunmehr 10 Jahren haben die Abrafaxe drei „Schwestern“, die in den Zeitungskiosken etwas versteckt sind: Anna, Bella und Caramella, kurz ABC. Keine „typisch Mädchen“-Geschichten und schon gar nicht mit pinkfarbenen Ponys. Genau wie ihre „Brüder“ reisen sie durch Zeit, Räume und Geschichte und erleben dabei faszinierende Abenteuer. Mit galizischen Auswanderern machten sie sich am Ende des 19. Jahrhunderts auf nach Amerika, fielen durch ein Zeittor in das Dinosaurier-Zeitalter, kämpften an der Seite von Sklaven im antiken Rom, waren im Mittelalter und während des Bauernkrieges unterwegs, begegneten in der Reformationszeit sogar den Abrafaxen. Geschichten aus zwei Sichten eben. Und zu jeder Zeit trafen die Protagonistinnen auf starke Frauen, die mit den Konventionen ihrer Zeit kollidierten und Erstaunliches erreichten. So die Nobelreisträgerin Marie Curie, Katharina die Große oder jetzt gerade die Mathematikerin Ada Byron, die erste Programmiererin der Welt – 1832 wohlgemerkt. Es ist alle drei Monate ein vergnügliches Rendezvous mit den drei Mädels. Dazu bietet das Heft – Auflage gut 20.000 Exemplare – wie die Abrafax-Serie auch interaktive Überraschungen, die man sich per Smartphone zu Gemüte führen kann wie jetzt z.B. ein Feuerwerk.

In der Mosaik-Werkstatt, einer geräumigen alten Villa in Berlin-Westend, sind 20 Mitarbeiter dabei, die Abrafaxe und die ABC-Schwestern auf neue Abenteuergeschichten zu schicken. Stille herrscht hier, wenn die Zeichner akribisch mit Bleistift, Tusche und Pinsel jedes Detail malen. Jedes Heft wird mit Hand und Herz gemacht. Nur die Figuren und Geschichten von Anna, Bella und Caramella entstehen wie die Abrafaxe nicht per Hand, sondern am Computer. Alleiniger Vater der drei Mädels ist Jens Fischer(Foto): Nach Ideen und Vorstellungen von Mosaik-Autor Jens Uwe Schubert zeichnet und koloriert er die Geschichten. Bald wird ihn ein neuer Mitarbeiter unterstützen, der sich in den Mosaik-Stil eingearbeitet hat. Denn es gibt viel zu tun: Die drei weiblichen Heldinnen werden demnächst auf Abenteuerreise in Loch Ness sein, die Abrafaxe auf Hanse-Tour im russischen Pskow und in Nowgorod. Wir dürfen gespannt sein.

Jeden Dienstag ab 16 Uhr kann man Jens Fischer auf Facebook unter „AnnaBellaCaramellaMosaik“ im Livestream beim Gestalten des neuesten Heftes zuschauen.

Übrigens, bei einem Tag der Offenen Tür im Mosaik-Verlag am 1.Dezember kann man selbst den Machern über die Schultern schauen. Schulklassen dürfen auch in der Woche die Kultfiguren daheim besuchen. Bitte Anmeldung bei Robert Löffler unter 

030-30692723. 

UR(Text und Foto),

Zeichnung: Jens Fischer    

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