Oft steht der Chef persönlich Rede und Antwort

Die Vertreter der Messeorganisatoren von Landkreis, Wirtschaftfördergesellschaft, den Industrie- und Handwerkskammern sowie von Arbeitsagentur und Jobcenter hoffen auf viele Besucher. Foto: WfG

Die zehnte Ausbildungsmesse des Landkreises versammelt attraktive Angebote aus allen Branchen der Region

Von AneCom AeroTest bis Tropical Islands, von Rolls Royce bis MAN, von Schelchen GmbH bis RAKW, von Klinikum Dahme-Spreewald bis Schulzendorfer Elektro se.services, von Wildauer Schmiede bis Golßener Wurstwaren, von Bäckerei Wahl bis RVS, von Stadt Königs Wusterhausen bis ASB Regionalverband – die Teilnehmerliste der diesjährigen Ausbildungsmesse des Landkreises Dahme-Spreewald liest sich wie das „Who is who“ der Industrie, des Handwerkes sowie des Verwaltungs- und Dienstleistungssektors der Region.

Zum zehnten Mal offeriert die Lehrstellenbörse in kompakter Form die vielfältigen Möglichkeiten zum Berufseinstieg sozusagen direkt vor Ort. Mit über 100 teilnehmenden Ausstellern hat sich das Angebot an lukrativen Karrierechancen in dieser Jubiläumsausgabe gegenüber den Anfängen nahezu verdoppelt. „Es zeigt nicht nur, dass sich die Messe als ein idealer Ort für eine erste persönliche Kontaktaufnahme und für erste konkrete Vereinbarungen bewährt hat“, sagt Gerhard Janßen, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald, die die Messe im Auftrag des Landkreises zusammen mit ihren zahlreichen Partnern organisiert. „Es ist auch ein Zeichen dafür, wie breit die Wirtschaft bei uns aufgestellt ist und welchen immensen Bedarf an qualifizierten Nachwuchs sie hat.“

In Zeiten von Smartphone und PC und schier unendlichen Online-Offerten versucht die Messe, Jugendliche, die vor dem Schulabschluss stehen, auf ganz direkte und persönliche Weise anzusprechen: „Find raus, was passt.“ Das ist das Motto, unter dem die Vertreter der Firmen – bei den Handwerks– und mittelständischen Betrieben sind es oft die Chefs höchstpersönlich – den Mädchen und Jungen sowie ihren Eltern Rede und Antwort stehen. Junge Auszubildende, die sich bereits in Lehre oder dualem Studium befinden, berichten auf Augenhöhe aus ihren ersten beruflichen Erfahrungen. „Das unmittelbare Gespräch, dieses sich in die Augen schauen ist das große Plus der Ausbildungsmesse“, betont Sabine Timm von der Schelchen GmbH aus Zeesen. Die Firma ist ein Messeteilnehmer aus der ersten Stunde, die schon den einen oder anderen Kollegen über die Messe gefunden hat. „Die Chancen für junge Leute sind heute so gut wie lange nicht“, sagt die Firmenprokuristin. Auch ihr Fachbetrieb sucht noch wie so viele weitere Unternehmen für das gerade begonnene Ausbildungsjahr Lehrlinge.

Der Charakter der Messe, so betonen die Vertreter der Industrie- und Handwerkskammern als auch der Agentur für Arbeit und des Jobcenters LDS unisono, habe sich aufgrund des Fachkräftebedarfs der Region längst erweitert. Bei mehr als 250 aktuell noch freien Plätzen für Ausbildung und duales Studium in der Region sei die Börse auch für Schulabgänger, die noch auf der Suche sind, hochinteressant. „Es ist nicht verkehrt, sich direkt am Messetag mit einer Bewerbungsmappe unterm Arm auf den Weg zu machen“, empfiehlt denn auch Vize-Landrätin Susanne Rieckhoff. Insgesamt offeriert die Messe 130 Berufsbilder und 30 Studien aus allen Branchen.

Dass die LDS-Ausbildungsmesse Weichen zu stellen vermag, dafür ist auch Zimmerermeister Romano Nahrstedt ein gutes Beispiel. Der Königs Wusterhausener wusste, er will irgendetwas mit Holz machen, als er vor acht Jahren vor seinem Schulabschluss stand. Beim Messerundgang entschied er sich für eine Tischlerlehre. Auch wenn nicht alles glatt ging, er hatte sein Metier gefunden. „Der Einstieg ins Handwerk war richtig“, sagt er heute, da er seinen Meister gemacht hat und eine eigene Werkstatt führt. „Eine Messe wie die in Königs Wusterhausen ist eine sehr gute Gelegenheit, um die regionalen Angebote und Möglichkeiten kennen zu lernen.“

Aber wie fühlt er sich eigentlich genau an, der Beruf des Tischlers oder der Baumaschinistin oder der Luftverkehrsfrau? Wer so gar noch nicht weiß, in welche Richtung es nach der Schule gehen könnte, auch für den macht die Messe ein Einstiegsangebot. Mit 3D-VR-Brillen können junge Besucher virtuell und doch scheinbar lebensecht in zahlreiche Berufswelten eintauchen. Dieses High-Tech-Erlebnis gehört ebenso zum umfangreichen Rahmenprogramm der Jubiläums-Veranstaltung wie Bewerbungscastings und Talentechecks der Agentur für Arbeit, wie eine eigene Runde am Steuer eines RVS-Busses oder ein Ingenieursversuch bei den Elektronikern vom Club der Zukunftspiloten Berlin. Da das kompakte, geballte Angebot der Messe unmöglich innerhalb der vier Stunden vor Ort „abgearbeitet“ werden kann, sind unter www.zukunft-ausbildung-lds.de alle teilnehmenden Firmen, alle Berufsbranchen, alle Infostände und Aktionsstandorte detailliert aufgelistet, so dass man sich schon im Vorfeld gezielt seine Favoriten herauspicken kann. Neu ist ein Messeheft, das in einer Auflage von 15000 Stück an vielen öffentlichen Stellen der Region ausliegt und ebenfalls mit übersichtlichen Skizzen über das umfangreiche Ausstellungsgelände rund um das Oberstufenzentrum informiert. TM

„Find raus, was passt.“: Ausbildungsmesse des Landkreises Dahme-Spreewald, Sonnabend, 24. August, 10 bis 14 Uhr, Oberstufenzentrum LDS, Brückenstraße 40, Königs Wusterhausen.