Oh Gottoohgott!

Die deutsche Sprache ist eine  sehr vielfältige.  Immer wieder kommen neue Worte hinzu. Ein mir bis dato unbekannter Begriff kam mir neulich unter: „Guido nicht rum“. Will sagen: Schwätz nicht so viel dummes Zeug, mach dich nicht so wichtig.
Na, jedenfalls hats Guido geschafft: Er ist im Gespräch. Wie auch immer. Aber lassen wir mal unseren Reiseaußenminister(„Guido-Reisen – damit sich Reisen wieder lohnt!“), der will doch nur schwätzen. Dabei war in den letzten Tagen von ihm gar nicht so viel zu hören, nachdem zuvor wochenlang die Westerwelle über unser Land zu schwappen drohte.
Aber seine Partei, die FDP, hat auch ein neues Wort, las ich jetzt. Bei Parteispenden sagt man dort nicht mehr Spende, sondern Zufluss. Was laut Duden soviel heißt wie belebend, bestechend, unkontrolliert. Und weil Ostern ist, eiert die Politik noch mehr als sonst rum. Guttenberg über die Kundusaffäre und bald jeder im Macht-Berlin über den Missbrauchsskandal bei der katholischen Kirche. Alle schreien, man müsse die schwarzen Schafe rankriegen. Die Schafe, weshalb die denn? Doch eher die Böcke!
Wegschmeißen vor Lachen hätte ich mich da über das neue Titelbild der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“: der Osterhase kniet auf der Wiese, Schwänzchen in die Höh´ und versteckt Eier. Hinter ihm ein Schatten mit Bischofsspitz und Priesterstab. Der Hase erschreckt: „Oh Gottoohgott!“
Aber eigentlich ist das nicht zum Lachen.
Nichts zu Lachen hat auch die Linkspartei. Die wählt bald eine neue Führung. Eine doppelköpfige. Vielleicht sogar eine doppelgesichtige. Ein Teil des Doppelkopfes soll der bayrische Porschefahrer Ernst werden. Der hat jetzt eine ernste parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Er wollte über den „Rüstungslobbyismus“ aufgeklärt werden. Inklusive Rüstungs-Zuliefererindustrie. Dabei hätte er es doch am besten wissen müssen: Schließlich ist der Genosse Abgeordnete in einigen großen Zulieferer-Firmen Aufsichtsratsmitglied. Firmen, die Teile produzieren, ohne die kein Geschütz, kein Panzerturm funktioniert. Ein Schuss, der voll nach hinten losging. Vielleicht sogar ein wahlmordsmäßiger Rohrkrepierer.
Auch wenn Ostern vorüber ist: Er und andere Großkopfeten von den Parteien werden uns weiter mit ihrem Rumeiern beglücken und in feinster Weise „rumguidoen“.  Wie auch selbsternannte Experten zum Fall Wetter-Kachelmann: Ob und wo er sein Thermometer reingesteckt hat. Oh Gottoohgott! Wer will das wissen?!
Trotzdem schöne Ostern. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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