Operation bei extremem Übergewicht?

Medizinische Sonntagsvorlesung zu Adipositas-Chirurgie

Zum Jahresbeginn wartet die Medizinische Sonntagsvorlesung des Klinikums Dahme-Spreewald am 12. Januar 2020 in der TH Wildau mit zwei Referenten zu einem Spezialbereich der Chirurgie auf. Es geht darum, wie extrem Übergewichtigen mit Operationen geholfen werden kann. Die Möglichkeiten dafür stellen Heinz-Peter Vetter, Chefarzt für Chirurgie im Achenbach-Krankenhaus, und Dr. Martin Kemps, Departmentleiter und Experte für Adipositas-Chirurgie bei Prof. Dr. Michael Heise, MBA, dem Chefarzt für Chirurgie im Sana Klinikum Lichtenberg, vor.

„Adipositas ist mehr als ein paar Kilo zu viel“, erklärt Heinz-Peter Vetter. „Diese massive Erhöhung des Körperfettanteils geht mit Bluthochdruck, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, aber unter anderem auch Erkrankungen der Gelenke einher. Es verschlechtert sich nicht nur die Lebensqualität. Die Folge ist eine erhebliche Belastung der Gesundheit, was mit Bewegung und Diät nicht reduziert werden kann.“ Rund zwanzig Prozent der Deutschen sind stark, etwa fünf Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen sind extrem übergewichtig. Empfohlen wird, zunächst ein Jahr lang eine Therapie mit Ernährung, Bewegung und in Bezug auf das Verhalten durchzuführen. Das reicht nicht immer, die Betroffenen erreichen die deutliche Gewichtsreduktion nicht. Spezialisierte Operationsverfahren können Abhilfe schaffen.

Darauf ist Dr. Martin Kemps im Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin spezialisiert. Er arbeitet in diesem Bereich eng mit dem Chefarzt am Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen zusammen. „Für die Adipositas-Chirurgie gibt es inzwischen mehrere erfolgreiche Verfahren“, erläutert Dr. Kemps. „Wir können operativ den Magen verkleinern oder einen Magenbypass legen. Dies sind die am häufigsten genutzten Verfahren.“ Weit über 17000 Mal gab es in Deutschland bereits einen Magenbypass und fast 16000 Mal eine Schlauchmagen-Operation, mit der der Magen verkleinert wird. Beide Operationen werden minimal-invasiv durchgeführt, womit die Belastung für den Patienten auf ein Minimum sinkt. So wird das Körpergewicht erheblich reduziert. Positive Nebeneffekte sind sinkender Blutdruck, geringeres Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Risiko und bessere Behandlungsmöglichkeit des Diabetes mellitus.

Obwohl regelmäßige Medikamenteneinnahme erforderlich wird, hat eine solche Operation auch ein besseres Wohlbefinden zur Folge. Weil Adipositas weit verbreitet ist, entstand in Königs Wusterhausen vor mehr als einem Jahr eine Adipositas-Selbsthilfegruppe, die regelmäßige Treffen zum Austausch und zur Information über Behandlungsmöglichkeiten anbietet. Die Teilnehmer sprechen dann auch über ihre Erfahrungen und geben diese an neue Mitglieder der Gruppe weiter. Die Vorlesung am 12. Januar 2020 findet im großen Hörsaal der Halle 14 an der TH Wildau statt, direkt am S-Bhf. Wildau. Beginn ist um 11 Uhr, der Eintritt ist frei. Im Anschluss können die Zuhörer Fragen stellen. Die weiteren Themen und Referenten der Medizinischen Sonntagsvorlesungen sind im Internet zu finden unter www.klinikum-ds.de/Veranstaltungen.

RED/ PI Klinikum Dahme-­Spreewald