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Freitag, März 1, 2024
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Parteibuch statt Kompetenz

Parteibuch statt Kompetenz</p><br /> <p>Aber nicht doch! Das geht gar nicht: Bei unseren Nachbarn in Österreich wurden jetzt nach der Ibiza-Affäre Minister- und Regierungsämter statt mit Parteifuzzis mit Fachexperten besetzt. Ja, die Ösis! Wäre so eine Affäre auch bei uns in Deutschland möglich? Nicht unmöglich. Aber wenn das danach auch bei uns in Deutschland Schule machen würde: Fachleute, die sich mit der jeweiligen Problematik auskennen, würden statt gelernter Funktionäre und Schwafler mit dem richtigen Parteibuch und Proporz den Posten bekommen. Ojemine! Darf man gar nicht daran denken! Kann aber gar nicht passieren! Bei uns ist es doch so eine Art Regierungs-Grundgesetz, dass bei der Beset­zung von Ministerposten oder höheren Regierungsämtern niemals Fachwissen einem Parteien-Ministerposten in die Quere kommen darf: Dann würde doch das Niveau der Arbeit in den Ämtern steigen. Und so haben wir eine Ärztin als Verteidigungsministerin, die auch schon mal als Arbeitsministerin dilettierte und nun auf einem politischen Selbstverwirklichungstrip zu Lasten der Bundeswehr ist und die sich nicht daran stört, dass nur ein Drittel der neuen Panzer, Kampfjets und Hubschrauber einsatzbereit sind. Einen Wirtschaftsminister, der viel dummes Zeug labert, aber keine Ahnung hat. Einen dünne Bretter bohrenden Verkehrsminister, der mit seinem Fachverstand Vorschläge etwa für eine Tempobeschränkung “gegen jeden Menschenverstand gerichtet” nennt. Einen Außenminister, der auf internationaler Bühne nur durch Maas-Anzug auffällt und als Shopping Queen geeigneter wäre. Eine Umweltministerin, die vorher Unternehmensberaterin war und vielleicht gerade weiß, wie man Umwelt schreibt, aber bisher nichts Entscheidendes für diese getan hat. Eine Digitalministerin, die vorher auf Politologin machte. Eine Weinkönigin, die nun Landwirtschaftsministerin ist und die Güllegeruch als Eau de Klöckner preist. Alle mit politischem Stallgeruch oder Parteikungelei behaftet, aber nicht mit Expertenwissen gesegnet. Warum sucht man nicht auch bei uns parteienunabhängige Experten für diese Positionen? So wie das in jeder Branche für Führungskräfte üblich und notwendig ist? In der Politik jedoch kugeln sich die Ministerialbeamten vor Lachen, wenn ein neuer oder eine neue Ministerin sich in Ahnungslosigkeit sonnt und diese für Fachwissen hält und die Bürger für dumm verkauft.

Doch es scheint unumstößlich zu sein: Je weniger Ahnung und je mehr servile Dummheit und zudem Unterordnung unter die Parteilinie, desto höher der Regierungsposten. Parteibuch statt Kompetenz. Und überhaupt.

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