Peinliche Helikopter-Mutti

Im Fußball wäre sie schon längst ausgewechselt worden. Zweimal verlor Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) vor Gericht. Denn sie weigerte sich, zu verraten, wer im Frühjahr das Foto ihres Sohnes im Bundeswehr-Hubschrauber „geschossen“ hatte. Lambrecht hatte ihren Filius zu einem Truppenbesuch mitgenommen, danach ging es direkt in den privaten Sylt-Urlaub. Und nun musste sie zugegeben, das umstrittene Foto ihres Sohnes im Bundeswehr-Hubschrauber beim Syltflug selbst gemacht zu haben. Na, mal etwas, was sie kann. Der Sohnematz zeigte auf seinem Instagram-Profil, das mittlerweile nicht mehr öffentlich zugänglich ist: Da schaut mal, die Mami nimmt mich mit. Dass ihr Sohn das Foto veröffentlichte, darüber habe das Christinchen angeblich nichts gewusst. Was egal ist: In der Mission, in der der Heli unterwegs war, waren keine privaten Personen zugelassen, auch keine Familienmitglieder. Übrigens wurden Helikopter-Mutti Lambrecht dann noch schnell 261 Euro berechnet, die sie auch beglichen hat. Ein Superschnäppchen. Die Heli-Stunde kostet 3.400 Euro. Die Lambrecht wusste nicht, dass die Hubschrauber nicht ihr, sondern Eigentum der Bundesrepublik Deutschland sind und nicht nach alter Gutsherrenart von ihr genutzt werden können. Das sorgte für reichlich Kritik an der Ministerin. Wie schon vorher. So als sie die Dienstgrade der ihr unterstellten Truppe als Ministerin nicht kannte und auf Highheels vor Soldaten im afrikanischen Wüstensand herumstöckelte oder jetzt wieder Auskünfte zur Truppe im Bundestag verweigerte. Dazu kam die Lachnummer mit den Bundeswehrhelmen für die Ukraine, mit denen die Ukrainer wohl nach den russischen Angreifern werfen sollen.

Seit ihrem unwilligen Amtsantritt schafft sie es wie keine andere Ministerin, von einem Skandal zum nächsten zu stolpern und sich bisher trotzdem immer wieder retten zu können. Was hat den Bundeskanzler bloß geritten, dieser unfähigen Frau eines der wichtigsten Ministerien anzuvertrauen? Ernsthafte Konsequenzen wird es für Lambrecht aber nicht geben, sie hat sowieso längst ausgesorgt. Mal schnell den Bundes­wehr-Heli nehmen, um private Reisen zu unternehmen. Ohne Konsequenzen: Weder tritt die Ministerin zurück, noch hat man etwas gehört, dass sie sich entschuldigt hätte. Rücktritt ist heutzutage verpönt, der Platz am Futtertrog ist halt auch zu gut, den möchte man nicht hergeben, und dazu braucht man auch kein Rückgrat. Dafür Selbstgerechtigkeit mit Selbstbediener-Mentalität, gepaart mit einer übergroßen Portion Arroganz. Die hat sie, aber nicht mal ein Mindestmaß an Mumm, zu Fehlern zu stehen. Es ist unverschämt, dass Gerichte – die Anwälte bezahlt vom Staat – sich mit so etwas wie ihrer Fotogeschichte beschäftigen müssen. Wenn sie etwas klüger gewesen wäre, hätte es das überflüssige Bild erst gar nicht gegeben. Eine Schande, dass diese Frau unsere Bundeswehr befehligt. Eine aus dem Tross rücksichtsloser Politik-Egoisten, denen das Wohl des Landes an ihrem Allerwertesten vorbeigeht und denen nur die persönliche Bereicherung und ihre Selbstdarstellung am Herzen liegen. Und überhaupt.