Richtungsweisende Nachbarschaft

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Der Richtkranz für das neue Wildauer Wohngebiet „Am Rosenanger“ wurde gesetzt. Nun gilt es, das Quartier gut in den Ort zu integrieren. Foto: T. Müller

Im Wohnquartier „Am Rosenanger“ sollen Alt- und Neu-Wildau zusammen wachsen

Wildau – mit seinen aktuell 10250 Einwohner längst Stadt geworden – verändert sich rasant. „Hier sah es vor 20 Jahren noch ganz anders aus und hier wird es in 20 Jahren wieder ganz anders aussehen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Marc Anders beim Richtfest für das neue Wohnquartier „Am Rosenanger“ nicht ohne Grund. Denn angesichts dieses festlichen Akts wurde unlängst bei Sekt, Häppchen und swingender Livemusik wieder sehr deutlich, dass der Wirtschafts- und Hochschulort in einem dynamischen Wandel steckt, was durchaus ein Grund zum Feiern, aber auch zum Nachdenken über Richtung und Tempo der Entwicklung ist.

DT | KaWe-Kurier online
Marc Anders, Jürgen Leibfried und Frank Kerber (v.l.n.r) hoffen auf gute Nachbarschaft.

Das zwischen Miersdorfer Straße, Blumenkorso und Wildbahn gelegene Wohngebiet „Am Rosenanger“ ist das bislang größte Bauprojekt im Ort. In mehreren Gebäudekomplexen entstehen auf vier und fünf Geschossen 171 Miet- und Eigentumswohnungen sowie noch einmal 14 Townhäuser. Unter dem Areal befindet sich eine Tiefgarage mit 150 Stellplätzen. „Am Ende wird hier Wohnraum für rund 400 Menschen entstehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BAUWERT Aktiengesellschaft Dr. Jürgen Liebfried unterm per Kran nach oben gehievten Richtkranz. Und es sei die feste Absicht des Berliner Unternehmens, das Areal so in die bestehende Struktur des Ortes zu integrieren, dass sich ein gutes Miteinander mit den Anliegern der bereits vorhandenen Wohngebiete herausbilden kann. Rote Dächer und Klinkerelemente, helle, freundliche, mit hohen Fenstern aufgelockerte Fassaden, Balkone und Terrassen, die die Gebäudelinien unterbrechen, großzügige Grünflächen in den Höfen und an den Straßenfronten würden sich zu einem homogenen Gesamtbild fügen, das der märkischen Bautradition verpflichtet sei und dem aufstrebenden Ort gut zu Gesicht stünde.
Dass es die BAUWERT-Gesellschaft ernst meint mit einem nachhaltigen Engagement in der Stadt, zeigt auch ihre enge Zusammenarbeit mit der Kommune und der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft sowie ihre Unterstützung der örtlichen Vereinsarbeit. Die Fußballer der SG Phönix Wildau profitieren schon länger vom Sponsoring des Unternehmens. Nun wurde eine neue Finanzspritze von 10000 Euro für weitere Wildauer Vereine angekündigt. Gleichzeitig versicherte der Chef des Immobilien- und Projektentwicklers, der rund 58 Millionen Euro in das neue Wohngebiet investiert, dass das Unternehmen an weiteren Bauvorhaben in der Stadt interessiert sei und dafür bereits intensive Gespräche laufen. Dies geschehe auf Augenhöhe und im konstruktiven Dialog, bestätigte auch der amtierenden Bürgermeister Marc Anders.
Dabei geht es auch um die weitere Entwicklung des innerstädtischen Bereichs in Richtung des nördlichen Dahmeufers, wo neben neuem Wohnraum auch dringend benötigte soziale Einrichtungen sowie Raumangebote für stadtnahes Gewerbe und Dienstleistungen entstehen könnten. Mit im Boot ist da auch die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft. „Wir wissen, dass das ein sensibles und schwieriges Thema ist, dem wir uns aber stellen müssen“, sagt WIWO-Geschäftsführer Frank Kerber. Er ist froh, dass sich mit der BAUWERT AG eine hochkompetente und leistungskräftige Firma in Wildau engagiert, die auch für die Entwicklung komplizierter Flächen offen ist. Immerhin geht es um ein Areal von 90000 Quadratmetern am Wasser, das auch mit Altlasten behaftet ist. „Das könnten wir allein überhaupt nicht leisten“, sagt Frank Kerber, „aber wir kennen die Verhältnisse und Befindlichkeiten im Ort und wir wollen mit den Partnern einen Prozess anstoßen, der die Bedenken von Einheimischen ernst nimmt und doch die vorhandenen Potentiale freisetzt.“
Der Wildauer Wohnungsmarkt sei stark unter Druck. Es fehlt vor allem an Drei- und vier-Raum-Wohnungen für junge Familien und an altengerechten Angeboten. „Es geht nicht darum, für Berliner und andere Zuwanderer zu bauen“, sagt der WIWO-Chef, „es geht auch darum, Alternativen und Umzugsangebote für die Wildauer zu schaffen.“ Als ein gelungenes aktuelles Beispiel nennt er das gerade fertig gestellte WiWO-eigene Gebäude Fichtestraße 113. Die Hälfte der 70 neuen Mieter sind Wildauer. Zahlreiche weitere Bewohner kommen aus Zeuthen, Eichwalde oder Königs Wusterhausen. Und lediglich zwei Parteien sind aus Berlin nach Wildau gezogen.
Insofern ist die Belebung und Inbesitznahme des neuen Quartiers „Am Rosenanger“ im Wildauer Westen auch ein Gradmesser für die weitere Entwicklung des gesamten Ortes. Ein guter Teil der Wohnungen ist bereits an einen Betreiber verkauft, der im kommenden Frühjahr mit der Vermietung beginnt. Spätestens in einem Jahr sollen dann die Möbelwagen anrollen können. Beim Richtfest, das war allseits zu spüren, war die Zuversicht jedenfalls groß, dass sich dann sowohl in den offen gestalteten Höfen des Quartiers als auch über seine Ränder hinaus eine gedeihliche Nachbarschaft zwischen Alt- und Neuwildauern entwickelt. TM

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