9.5 C
Königs Wusterhausen
Montag, Februar 26, 2024
Stellenangebote der KOCH AG Zeesen
StartKaWe-Kurier - AktuellesRunder Tisch zur ärztlichen Versorgung

Runder Tisch zur ärztlichen Versorgung

Ärztesituation im LDS mehr als unbefriedigend

Immer öfter wenden sich Bürger an Ludwig Scheetz, Mitglied im Landtag Brandenburg für die SPD, um ihren Unmut über die ärztliche Versorgung vorzubringen. Zum 30.11.2023 hatte Scheetz deshalb wiederholt zu einem Runden Tisch eingeladen, um die Unterversorgung mit niedergelassenen Ärzten zu thematisieren. Der Einladung gefolgt waren Frau PD Dr. med. Katja Klugewitz, ärztliche Leiterin des in Königs Wusterhausen ansässigen MVZ „Die Internistinnen im Zentrum“, Herr Roland Kiesche, Geschäftsbereichsleiter bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Brandenburg (KVBB), Susanne Rieckhoff, Vizelandrätin im LDS, Beatrice Härtel, Koordinatorin vom „Ärztlichesweiterbildungsnetzwerk LDS“, André Jasper, Geschäftsführer vom Klinikum Dahme-Spreewald, Katharina Knaak, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Königs Wusterhausen und Uwe Kretschmar, als Interessenvertreter der Facebook-Community „Du kommst aus Königs Wusterhausen, wenn…“. Entschuldigt hatten sich die Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, Michaela Wizorek (Urlaub) und Apotheker Knut Sabelus (Terminüberschneidung).

Frau Dr. Klugewitz, die auch anerkannte Privatdozentin (PD) zur ärztlichen Weiterbildung ist, führte aus, dass Ärztemangel ein bundesweites Problem ist, dem man regional begegnen muss. Dabei spielt eine große Rolle, dass gerade im Osten, durch fehlende Universitäten mit ärztlichem Bildungsauftrag, eine Heimatbindung kaum möglich ist. Studierende, die in andere Bundesländer ausweichen müssen, kommen zum überwiegenden Teil nicht zurück und sind damit für die Region verloren. Der derzeitige Abrechnungsmodus und eine hohe Privatverschuldung bei Gründung einer Praxis ist ein weiteres Kriterium, führten Kiesche von der KVBB und Klugewitz fort und verweisen auf Vorschläge, deren Umgestaltung einzuführen. Junge Ärzte gehen lieber in ein Angestelltenverhältnis, als sich selbst niederzulassen. André Jasper konnte zwar verkünden, dass er zwei Fachärzte für das MVZ Allgemeinmedizin Erwachsene binden konnte, aber in der Kinderheilkunde noch große Probleme sieht. Wieder droht eine Schließung des MVZ Kinder, da zum Ende Januar 2024 die jetzt behandelnde Ärztin das MVZ verlässt. Verhandlungen mit zwei Kinderärzten laufen zwar, aber eine Verpflichtung könnte erst ab Mitte 2024 in Betracht kommen. Die KVBB unterstützt gerade ebenfalls die Ansiedlung zweier Kinderärztinnen in Bestensee, aber auch da ist der Start erst für Mitte 2024 vorgesehen. Die Praxis des leider verstorbenen Dr. Richter in Königs Wusterhausen könnte wieder eröffnen, da Gespräche mit einem Nachfolger laufen. Eine weitere Lösung könnten kommunal erbaute Medizinische Zentren sein, da auch steigende Mieten und Abhängigkeiten von Vermietern zunehmend problematisch sind. So muss die Kinderärztin, Frau Dr. Zimmermann, ihre Praxis von Königs Wusterhausen nach Zeuthen verlegen, da es trotz Gesprächen, auch durch die KVBB, keine Einigung mit dem Vermieter gab. Ebenfalls sollte eine Lösung der privaten Infrastruktur (Wohnraum, Kita usw.) für ansiedlungswillige Ärzte kommunal in den Fokus gerückt werden. Im LDS gibt es große Bemühungen, so Rieckhoff, die medizinische Versorgung der Bürger abzusichern und zu verbessern. Verschiedene kommunale und regionale Förderungen, Netzwerke zur Verbindung, wie das Ärztlichesweiterbildungsnetzwerk LDS, werden unterstützt, um z. B. die regionale Ausbildung zum Facharzt bieten zu können. Eine weitere Möglichkeit wird darin gesehen, die Nutzung der kreiseigenen Oberstufenzentren zu prüfen, um dort eine wohnortnahe Ausbildung für Pflegefachkräfte/MTA zu ermöglichen, die ebenfalls dringend, auch für die niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen benötigt werden. Mit der geplanten Errichtung einer medizinischen Universität in Cottbus ab dem Wintersemester 2026/27 möchte auch die Landesregierung die heimatgebundene Ausbildung von Ärzten beginnen, so Scheetz. Gerade weil für die Bürger die Gesamtsituation unbefriedigend ist, sollte hier Transparenz einziehen, dass es große Anstrengungen gibt, die Situation zu verbessern. Die Bündelung aller verfügbaren Kräfte, um die Gesamtsituation im LDS und damit auch für Königs Wusterhausen zu verbessern, konnte damit wieder ein Stück vorangebracht werden. Natürlich hat keiner eine sofortige oder Patentlösung parat, um Versäumnisse vergangener Zeiten zu beheben. Für Bürger, als Patienten, wird das „Anrennen“ nach Terminen also erstmal bleiben, mit vagen Hoffnungen für die Zukunft. Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Runde Tisch deshalb auch in 2024 fortgesetzt werden soll.

Text/Foto: UK

RELATED ARTICLES

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

*

Willkommen auf kw-kurier.de!

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies ein. Durch das Weitersurfen auf kw-kurier.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen „Cookies, Webanalyse-Dienste und Social Media“.

Meist gelesen

Kommentare