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Schönefeld Nord: Vor der Kür kommt die Pflicht

Bevor der viel gelobte Siegerentwurf des Städtbauwettbewerbs umgesetzt werden kann, hat die Gemeinde noch ein paar Hausaufgaben zu lösen

In Schönefeld geht es weiter Schritt auf Schritt. Nachdem der Siegerentwurf für das rund 150 Hektar große Entwicklungsgebiet Schönefeld Nord gekürt wurde – der KaWe-Kurier berichtete bereits -, erfolgte nun in der vergangenen Woche die Ankündigung der Gemeindeverwaltung, für das Areal an der Hans-Grade-Allee eine sogenannte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme vorzunehmen. Dies sei notwendig, um die mit der Entwicklung des Areals einhergehenden komplexen Aufgaben zu bewältigen und das Gebiet entsprechend neu zu ordnen.

DT | KaWe-Kurier online Holger Hoffschröder und Carla Lo vom Siegerteam des Wettbewerbs ­„Schönefeld Nord“ erläuterten vor kurzem im Dialogforum Airport ihre Vision von der Zukunft des Ortes. Foto: Torsten Müller

Das Areal des neuen „Schönefeld Nord“ umfasst dabei den Bereich, der im Norden durch die Gemeindegrenze zu Berlin, im Osten durch die BAB A 113, im Süden durch den Verlauf der Bahntrasse und den S-Bf. Schönefeld und im Westen in Ergänzung der bestehenden Bebauung am Dichterviertel bis zur Rudower Straße begrenzt wird. Auf der gesamten Fläche sollen noch einmal Wohnungen für rund weitere 10000 Menschen entstehen, wobei Vorhandenes und Neues zu einem einheit­lichen Ganzen verbunden werden.

Dieses Gerüst haben die Pläne des Siegernentwurfs aus dem städtebaulichen Wettbewerb vom Planerverbund Architekturbüros RHA Reicher Haase Assoziierte GmbH aus Aachen, der Carlo Lo Landschaftsarchitektur aus Wien und der Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH aus Nordhorn auf überzeugende Art geliefert. Die Vielzahl an ­Einzelprojekten und Bauvorhaben, die den Schönefelder Norden bislang prägen und sich dabei hauptsächlich aufs Wohnen konzentrieren, werden durch das Projekt in ein lebendiges, aufeinander abgestimmtes Umfeld gestellt, das sowohl urbanes Treiben in geschäftigen Zentren als auch vielfältigstes Freizeiterleben auf grünen Flächen und Plätzen verspricht. Soziale Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Sport- und Schwimmstätten oder Bürgertreffs sind dabei genauso berücksichtigt wie ein Verkehrskonzept, das autofreie Zonen und einen möglichst geringen Durchgangsverkehr beinhaltet.

Das Markenzeichen des neuen Schönefelder Stadtgebietes werden zwei parallel verlaufende Süd-Nord- Achsen sein, die die schon verhandenen Querverbindungen von West nach Ost wie zum Beispiel die Hans-­Grade-Allee oder den Mauerstreifen an der Stadtgrenze zu Berlin kreuzen und miteinander verbinden. Dabei wird auch der Bahnhof Schönefeld, der bislang als ziemlicher Schandfleck isoliert am Rand dahin dümpelt, als neues Eingangstor belebt und an die Stadt angebunden: An seiner nördlichen Seite entsteht ein zentraler Stadtplatz mit neuem Rathaus und weiteren städtischen Einrichtungen wie beispielsweise eine Bibliothek. Vom Bahnhof zieht sich dann als sogenannte „urbane Achse“ eine neue Geschäftsmeile gen Norden in Richtung Rudow. Sie ist Fußgängern, Radfahrern und der neuen, verlängerten Trasse der U7 von Rudow zum Bahnhof Schönefeld vorbehalten. Eine weitere „wilde Achse“ westlich davon wird als grünes Band zum Mauerstreifen, der zum Mauerpark weiter entwickelt wird, geführt. Der Autoverkehr wird hauptsächlich über die Hans-Grade-Allee, die Rudower Chaussee und die Waltersdorfer Chaussee geleitet. Den einzelnen Wohnhöfen sind dabei Garagen mit Stellplätzen zugeordnet.

Bevor es nun aber an die konkrete Gestaltung der neuen Achsen und Wohnquartiere in einem übergeordneten Kontext gehen kann, muss die Gemeinde die förmliche Festlegung des Entwicklungsgebietes per Satzungsbeschluss durch die Gemeindevertretung veranlassen. Dafür müssen weitere vorbereitende Untersuchungen vorgenommen sowie öffentliche und private Belange gegen- und untereinander gerecht abgewogen werden. Insofern ist die jetzt zu vollziehende städtebauliche Entwicklungsmaßnahme die Pflicht vor der Kür. TM

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