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Schulgründung – eine wunderbare Reise

Das Ziel ist klar, der Weg unbekannt und wechselhaft. Als wir im Jahr 2019 mit der Vereinsgründung starteten, konnten wir nicht ahnen, wie unser Weg verlaufen würde. Zweimal mussten wir den Schulstart verschieben, da wichtige Vorgaben nicht rechtzeitig erfüllt werden konnten. In diesem Jahr sollte es soweit sein – die Immerkind Schule sollte starten! Mit vielen neugierigen jungen Menschen, tollen Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern, wunderbaren Eltern und vielen Unterstützerinnen und Unterstützern hatten wir fast alles fertig. Aber es kam, was nicht kommen sollte: ein Ablehnungsbescheid. Einfach so. Montagnachmittag, per Mail und bei schönstem Sonnenschein. Absurd! Eine namenlose E-Mail nach vier Jahren Arbeit, unterzeichnet vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die Begründung war für uns nicht nachvollziehbar.

Und nun? Wir benachrichtigten unsere Schuleltern, unsere Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter und Unterstützerinnen und Unterstützer zwischen Abendbrot, Hausaufgaben und eigener Arbeit. Das war wirklich keine einfache Aufgabe. Wir telefonierten mit lieben Menschen, die einen Schulplatz für ihre Kinder an der Immerkind Schule dringend brauchten. Sie dankten uns, machten Mut, und das, obwohl man für dieses Jahr gescheitert ist. Eine unglaublich herzliche Erfahrung. Vielen Dank an euch da draußen, dass ihr zu uns haltet und an uns glaubt!

Aber weiter geht es. All die Zeit, die Energie, das Geld, gebunden im Projekt, galt es nicht aufzugeben. Kostbar war jeder einzelne Schritt auf der bisherigen Reise. Also steckten wir die Köpfe zusammen und berieten uns mit einem Anwalt. Ein Schritt, der uns schwerfiel, möchte man doch den Beginn eines wunderbaren Projekts nicht vor Gericht erstreiten. Aber nun geht es weiter. Ausgang noch ungewiss.

Zurück zum Genehmigungsverfahren, welches dringend neugestaltet werden muss! Eine Entzerrung des Genehmigungsprozesses ist überfällig. Momentan müssen Antragstellende alle Voraussetzungen erfüllen (Gebäude ertüchtigen, Bauanträge stellen, Lehrpersonal einstellen, …), um eine Genehmigung zu erhalten, ohne zu wissen, ob das pädagogische Konzept genehmigt wird. In anderen Bundesländern wird erst das pädagogische Konzept geprüft und genehmigt, im weiteren Verfahren dann alle anderen genehmigungsrelevanten Vorgaben. Nach knapp vier Jahren Antragsverfahren vermuten wir auch, dass das MBJS unseren Antrag nie wirklich in Gänze geprüft hat. Vier Jahre, in denen sich engagierte Menschen wöchentlich getroffen haben und sich ehrenamtlich einsetzten, um eine echte Alternative im Bildungsbereich zu schaffen.

Doch was ist eigentlich eine demokratische Schule? In dieser alternativen Schule bestimmen Schülerinnen und Schüler mit, stellen Anträge und gehen in Verhandlung. Alle Dinge, die den Schulalltag betreffen, können aktiv mitentschieden werden. Schülerinnen und Schüler bringen sich mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen ein. ­Warum? Weil es geht. Weil jedes Kind selbst Gestalter seines Lebens sein soll. In einer wertschätzenden ­Gemeinschaft, kooperativ, altersgemischt und in kleinen Gruppen, verfolgen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ziele, mit individueller, kompetenter Begleitung. Wir wären nicht die erste demokratische Schule, mit ­wöchentlicher Schulversammlung und Klärungskreis. Zahlreiche Schulen weltweit verfolgen erfolgreich diesen ­Ansatz (Bsp.: Summerhill School, gegr. 1921).

Wir wollen eine Schule, in der Partizipation, demokra­tische Bildung und Gemeinschaft hohe Werte sind. Eine echte Alternative, die zeigen kann, dass Lernen und Lehren individuell und gleichwürdig funktioniert. Viele Schülerinnen und Schüler, Lehrende und Eltern brauchen diese Alternativen. Unverbindliche Voranmeldungen wurden bisher von über 100 Familien bei uns eingereicht! Die Immerkind Schule wird in unserer Region gebraucht!

Und deshalb geht unsere Reise hier weiter. Es geht nicht um den längeren Atem, sondern um das Wie. Wie gehen wir alle miteinander um? Wir wollen uns verbinden und von unseren Ideen und Zielen erzählen, nicht vom Scheitern und behördlicher Trägheit.

Das finanzielle Risiko tragen übrigens auch wir. ­#spendenherzlicherwünscht. Auf der Plattform gofundme läuft unsere erste Kampagne. Jeder Euro wird dringend gebraucht (https://gofund.me/b0584f79). Wer mehr von uns erfahren möchte, klickt gern auf unsere Seite (www.immerkind.net) oder schreibt eine freund­liche E-Mail. Jetzt wünschen wir euch allen einen ­schönen Sommer. Wir sind dann in den Ferien und warten auf Post vom ­Anwalt.

Herzliche Grüße

Eure Immerkinder

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