Selber Schuld

Eigentlich ist es in der Natur gerecht verteilt: Nicht jeder kann alles, aber was er kann, das meist richtig. Ein Frosch zum Beispiel kann nicht singen wie eine Nachtigall und die nicht schwimmen wie ein Frosch.
Anders ist das bei Politikern. Das sind Allrounder. Und meinen alles zu können. Nehmen wir mal unsere neue schwarz-gelbe Bundesregierung. An der sollten sich doch mal die Arbeitslosen ein Beispiel nehmen. Hier wird nicht gejammert. Im Gegenteil. Hier wird vorgemacht, dass wirklich jeder die Fähigkeiten hat, alles zu werden –  der  grinsende Guido sogar Außenminister ohne richtige Englischkenntnisse. Und das ist auch gut so? Oder frau kann Bundeskanzlerin. Wie Angie. Die einstige FDJ-Sekretärin der Kampfreserve der Partei, die immer Recht zu haben glaubte,  kann nicht nur Russisch, sondern sich auch bei den Amis einschleimen. Und busenweite Formate mit Inhalt ausfüllen. Yes, she  can! Oder wie unsere Politgroßkopfeten von sich glauben: Yes, we can!  Zum Beispiel, dass man in einem Alter, in dem andere schon in Rente  sind, sogar noch Finanzminister werden kann. Wie Schäuble. Obwohl der ja schon vor Jahren als CDU-Parteivorsitzender so was wie Alzheimer zeigte, als er sich in der CDU-Parteispendenaffäre an nichts mehr erinnern konnte. Prädestiniert ihn das nicht gerade zum obersten Hüter über unsere Pinunse? Wo ist unser Geld nur geblieben? Schäuble konnte bisher abhören – ob er zuhören kann, weiß man nicht. Umweltminister ist nun der Herr Röttgen, der seine Fähigkeiten dazu bisher als Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion bewiesen hat – vielleicht hat er immer die Fenster aufgemacht und für frische Luft gesorgt, wenn in den Unionssitzungen dicke Luft herrschte. Oder nehmen wir den gelben Herrn Niebel. Der hat bis vor kurzem vehement die Auflösung des Entwicklungshilfeministeriums gefordert – nun ist der einstige Bundeswehrfallschirmspringer und Arbeitsvermittler beim Arbeitsamt diätenweich dort gelandet und kommandiert selbiges. Für treue Dienste, für Partei und seinen Parteichef. Wie das Brüderle-Rainer. Er soll 500 Weinsorten am Korkengeruch erkennen können, doch als neuer Wirtschaftsminister kann er sich bisher nicht mit Ruhmflecken bekleckern. Aber er kann viel Unverständliches brabbeln.
Wer nun –  ohne Quatsch – wirklich was konnte, war Minister zu Guttenberg von der CSU als unser bisheriger Wirtschaftslenker. Weil er da einigen in der Bundesregierung was vorgemacht hat, wurde er auf den unbedeutenden Außenposten als Verteidigungsminister – bzw. als Kriegsminister –  abgeschoben. Der alte namens Jung, der nicht gerade bewies, dass er Militär oder überhaupt was kann, sondern orientierungslos vor der Truppe hergeklummert ist, kann sich nun als Arbeitsminister-Praktikant beweisen. Nun: Jeder nach seinen Fähigkeiten. Auch wenn man keine hat.
Wie Verkehrsminister Ramsauer. Der einstige Müllerbursch, Träger Bayerischen Enzians an der Trachtenjacke und so genannter  „Alter Herr“ der Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria, hat bislang in diesem Metier so viel von sich reden gemacht wie Angela Merkel von sich als Balletttänzerin. Er fordert laufend Schwachsinn und wird dann abgebürstet.
Mein Opa meinte immer, ob die Ost-Partei-Funktionäre in unserem märkischen Ort unfähig seien? Die sind zwar zu nichts zu gebrauchen, aber zu allem fähig. Zum Beispiel wie ein Frosch zu singen. Was würde er heute über unser Berliner „Yes, we can“-Glaubensgeschwader sagen?
Aber nichts gegen unsere Volksvertreter. Die singen doch von ihren Fähigkeiten selbst in den höchsten Tönen. Und: Wir allein haben sie schließlich gewählt. Selber Schuld. Oder wie mein Opa schon sagte: Stimmvieh macht den meisten Mist.
Mark Brandenburger

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