So oder so

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Vielleicht kennen Sie die Geschichte: Einem Mann wird berichtet, dass man überall im Ort erzählt, seine Frau wäre im Bett eine Granate. Der Mann: Nuja, die einen sagen so, die anderen so.

Die einen sagen so, die anderen so. Seit rund 25 Jahren gibt es unser AngeMARKt. Kommt es an? Nuja, die einen sagen so, die anderen sagen so.

Es gibt zustimmende Meinungen, begeisterte Briefe, es gibt – meist anonyme – Beschimpfungen. Die einen verstehen die satirische Kritik, die anderen nicht. Die einen finden sie zum Lachen, die anderen nicht. Die einen finden das AngeMARKt zu politisch, die anderen zu unpolitisch. Den einen ist es nicht ernst genug, den anderen nicht lustig genug. Die einen finden es zu kurz, die anderen zu lang. Die einen meinen, die glossierten Politiker müssten deutlicher erkennbar sein. Andere, sie seien zu erkennbar und zu bloßgestellt. Ein einziges Mal übrigens in all den Jahren wurden wir von einem dazumals noch lokalen, aber schon damals von sich selbst mehr als überzeugten Politiker verklagt. Er fühlte sich in einer Glosse, in der kein Name genannt wurde, vorgeführt und reichte eine Unterlassungsklage ein. Als wir daraufhin schrieben, dass wir auch künftig politische Gernegroße aufs Korn nehmen werden, zog er sich die Betroffenen-Jacke an und schickte uns die nächste Klage: Er fühlte sich erneut veralbert und verklagte mich. Die Klage wurde vom Gericht abgewiesen. Mit Politikern ist das sowieso so eine Sache. Mal lobt uns die SPD, weil sie sich gut dargestellt fühlt, dann mault sie, weil sie kritisiert wird. Die Linken sind sowieso Kritik­allergiker. Die CDU fühlt sich mal gut dargestellt, dann wieder zu schlecht. Oder wenn wir fragen, was macht eigentlich eine bestimmte CDU-Bundestagsabgeordnete? Sie wissen schon. Und ein mediengeiler KWer FDP-Politiker beschwert sich öfter, dass er zu wenig glossiert werde. Besser eine schlechte Kritik als gar nicht in der Zeitung zu stehen, findet er. Dafür gibt er jetzt alles.

Nuja, die einen sagen so, die anderen so zu meiner Kritik-Glosse. Und was sagen Sie jetzt? Was auch immer: Dieses AngeMARKt ist vorerst mein letztes.

Die einen werden sagen, bloß gut, die anderen werden es schade finden.

Nicht, dass ich keine Lust mehr hätte. Aber ich werde im Un-Ruhestand künftig journalistisch kürzer treten. Und das ist auch gut so, wenn ich über das momentane politische jeder-gegen-jeden-Klima in KW – die einen sagen so, die anderen so – schreiben sollte. Und es wird nicht besser. Im Gegenteil. Darüber kann man auch keine Witze mehr machen. Es reicht!
So oder so.

Ich bin dann erst mal weg.

Deshalb schon mal jetzt Ihnen allen einen guten Rutsch, ein gesundes neues Jahr. Einen schönen Frühling. Frohe Ostern. Alles Liebe zum Muttertag. Frohe Pfingsten, einen schönen Sommer, wunderbare Herbsttage, einen besinnlichen Advent. Und fröhliche Weihnachten. Damit hätte ich die Jahresgrüße auch abgearbeitet.

Bleiben Sie mir gewogen. Wir hören uns. So oder so.
Und überhaupt.

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