Sorgen um die märkische Eiche

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Brandenburgs Wälder sind jedoch überwiegend gesund

Die Deutsche Eiche ist ein Begriff für Festigkeit. Doch wir müssen uns Sorgen um sie machen: Sie hat Probleme. Die trockenen Jahre 2015 und 2016 und der Klimawandel setzten und setzen ihr zu.

Eichen wachsen auf rund zwölf Prozent der brandenburgischen Waldflächen, nur 28 Prozent haben gar keine Schäden. Damit sind Eichen die am stärksten kranke Baumart Brandenburgs. Ursache längere Trockenperioden, heißt es im aktuellen Waldzustandsbericht. 22 Prozent sind deutlich geschädigt. 2016 noch zeichnete sich eine Erholung ab, die sich „leider nicht fortgesetzt“ habe, so Minister Vogelsänger. Aber es gibt Hoffnung: Dennoch zeigten Eichen eine „nach Jahren der Schädigung durch Luftschadstoffe wieder erlangte Vitalität“. Hinzukommt: Die Herbststürme 2017 namens Xavier und Herwart haben in den Brandenburger Wäldern Holz im Wert von 42 Millionen Euro umgeworfen oder abgeknickt. Das entspricht einer Million Kubikmetern.

Dem Brandenburger Wald geht es ansonsten gut: Mehr als 90 Prozent der märkischen Waldflächen weisen keine großen Schäden auf, der überwiegende Teil davon sei schadensfrei. Seit den 90er-Jahren sei eine „enorme Verbesserung“ zu verzeichnen, betonte der Umweltminister Jörg Vogelsänger. Vor allem die überdurchschnittlichen Niederschläge im vergangenen Jahr haben dazu beigetragen. Trotzdem ist die Gefahr für den Wald weiterhin groß. Die Hitze in diesem Frühjahr hat erneut viel Schaden im Wald angerichtet. Von der Klimaerwärmung profitieren vor allem Pilze, die immer öfter Schäden verursachen.

Dem Bericht zufolge weisen 2017 wie im Vorjahr 46 Prozent der Waldflächen keine Schäden auf. Bei neun Prozent der Baumbestände wurden deutliche Schäden erfasst, ein Prozentpunkt mehr als 2016.

Und den Buchen, die auf 3,4 Prozent der Waldfläche im Land stehen, geht es wieder besser. Ihre Kronen tragen nach den heißen Sommern 2015 und 2016 wieder mehr Laub. Fast zwei Drittel gelten als weitgehend schadensfrei. Und auch das Sorgenkind Kiefer –  mit einem Anteil von 72 Prozent dominierend  in den märkischen Wäldern – galt bis vor kurzem wieder auf gutem Wege. Wenn auch unverändert fünf Prozent der Bestände deutliche Schäden aufwiesen. Doch nun ist ein neues Schadensproblem entstanden. Gleich drei Insektenarten schädigen gegenwärtig die Kiefernwälder im südlichen Brandenburg. Der Kiefernspinner, die Nonne und die Forleule verursachen hier durch ihren Fraß große Schäden.

In einigen Kiefernwäldern der Oberförstereien Potsdam, Jüterbog, Baruth und Dippmannsdorf war in den letzten Wochen ein intensiver Fraß durch Raupen von Kiefernspinner, Nonne und Forleule zu beobachten. Lokal ist der Fraß so stark, dass die Bäume schon völlig kahl sind.

Durch den Klimawandel werden neue Schadstoffinsekten wie die Kieferbuschhornblattwespe und der Eichenprozessionsspinner eingeschleppt. Zu ihrer Bekämpfung mussten in den vergangenen Jahren Millionenbeträge aufgewendet werden. Auf Grund der vorherrschenden Wuchsbedingungen sind die Kiefernwälder in Brandenburg durch Insekten und andere biotische Schaderreger sowie Waldbrand besonders stark gefährdet. Durch ein gezieltes Waldschutzmonitoring wird die Ausbreitung und Gefährlichkeit potenzieller Schaderreger überwacht. Zukünftig sollen zur Erfassung großflächiger Schadereignisse und zur Überwachung von Schaderregern auch Drohnen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus werden große Anstrengungen unternommen, um eine möglichst große Baumartenvielfalt zu schaffen, die Wälder fit für den Klimawandel machen.

UR(T+F) Titelfoto:pixabay

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