Spannende Jobs beim Jobcenter-Bau

Wenn es auf der Baustelle des neuen LDS-Jobcenters mit dem Schwung des ersten Spatenstiches weitergeht, dann sollte das neue Behördenzentrum wie geplant bis Mitte 2022 fertig sein. Foto: T. Müller

Nach zehnjährigem Anlauf erweist sich das LDS-Behördenzentrum
in KW auch beim Baustart als Herausforderung

Es wird zweifellos das Gesicht von Königs Wusterhausen erheblich verändern – das neue Jobcenter des Landkreises Dahme-Spreewald, für das in der vergangenen Woche der erste offizielle Spatenstich erfolgte. Die Fläche hinter der Kreuzkirche und dem Kirchplatz wird völlig neu geordnet, mitten in der Stadt wird dem Behördenkomplex aus Landkreis-Verwaltung, Finanzamt, åAgentur für Arbeit und Amtsgericht ein weiterer, abschließender Baustein hinzugefügt.

Und der hat schon ein ordentliches Gewicht und einen beachtlichen Umfang. Für rund 14 Millionen Euro entsteht rund um die ehemalige, seit Jahren leerstehende, aber denkmalgeschützte „Alte Volksschule“, die in den Neubau integriert wird, ein Viergeschosser mit gut 7000 Quadratmeter Bruttofläche. Es wird alle bisherigen fünf Standorte des LDS-Jobcenters, die bislang auf Königs Wusterhausen und Wildau verteilt sind, an einem Ort konzentrieren und zudem auch noch weiteren Platz für die Kreisverwaltung bieten. Das vor dem Neubau stehende Gebäude der Arbeitsagentur wird über Durchgänge verbunden, so dass ein Innenhof entsteht. Dort sind Sitzbereiche und Aufenthaltsflächen für Mitarbeiter und Besucher geplant. Das Dach wird zusätzlich begrünt. Parallel lässt der Landkreis auf einem Teil des jetzigen Parkplatzes an der Max-Werner-Straße ein Parkhaus mit rund 170 Stellflächen errichten.

„Königs Wusterhausen erhält hiermit einen Bürokomplex, wie es nur wenige in ganz Brandenburg gibt“, sagt Landrat Stephan Loge anlässlich des Baustartes. Er verspreche kurze Wege für die Einwohner und die Bündelung von Kompetenzen mehrerer Einrichtungen des Kreises und der Stadt und sei somit auch eine Investition in die nachhaltige Gestaltung der Innenstadt. Aus diesem Grund sei man auch ganz bewusst auf die Nachbarn wie die Kirchengemeinde oder Gewerbetreibende am Kirchplatz zugegangen, um von Anfang an ein solidarisches Miteinander zu organisieren. Voraussetzung für den Bau, den die sächsische Planungsgesellschaft Bauconcept managt, waren zum Beispiel einige Grundstückskäufe. Allein die Kirchengemeinde hat mehr als 1000 Quadratmeter Grundfläche direkt hinter dem Gemeindehaus und der Kreuzkirche veräußert. Die Grenze bildet jetzt unter anderem die denkmalgeschützte Friedhofsmauer, die im Zuge der Arbeiten noch weiter verlängert wird.

Auf dem ehemaligen Kirchengelände laufen gerade archäologische Untersuchungen, bei denen unter anderem schon ein Grab und weitere spektakuläre Funde wie zum Beispiel eine historische Glasmarke oder Pfeifenreste aus dem 18. Jahrhundert gefunden wurden. „Wir stehen noch ganz am Anfang, was die Bewertung betrifft“, sagt Archäologin Kerstin Geßner, „aber es ist schon ein sehr spannendes und interessantes Grabungsfeld“.

Insgesamt haben die Vorbereitungen für den Bau gut zehn Jahre beansprucht. Zahlreiche Verhandlungen mussten geführt werden und kamen auch immer wieder ins Stocken. Zuletzt sorgte der Streit um die Parkplatzflächen zwischen Kreis und Stadt für weitere Verzögerungen. Mit der vorgezogenen Errichtung des Parkhauses auf Flächen, die dem Kreis gehören, wurde ein Kompromiss gefunden. Die Parkdecks sollen über Aufzüge und E-Ladesäulen verfügen. Das neue Verwaltungsgebäude, für dessen Errichtung zahlreiche Baufirmen noch gefunden werden müssen, soll bis 2022 fertig gestellt sein. Es erhält eine Putzfassade, die zum Teil im typischen märkischen Rot verklinkert ist. TM