Traumwandeln auf der Mühleninsel

Wie im Theater: Die Mühleninsel wird zur Bühne einer Lichtinszenierung, die magische Farben und Bilder in die Nacht projiziert. Fotos: Licht & Klang

Zum Sommerfestival „Licht & Klang“ gastiert BANNKREIS erstmals in KW

Es war war ruhig in den letzten Wochen in Königs Wusterhausen. Seit der Höfenacht Mitte Juni war die Stadt an Dahme und Notte-Kanal wie in einen „Sommerschlaf“ versunken. Aber jetzt, da sich die Ferien ihrem Ende neigen, erwacht sie wieder und zwar mit einem kulturellen Paukenschlag!
Beim Sommerfest „Licht & Klang“ am 27. Juli werden ab 18 Uhr gleich drei Bands, darunter als Hauptact das aktuelle Projekt von Subway-to-Sally-Frontmann Eric Fish, BANNKREIS, auf der Bühne am Brunnenplatz mitten in Königs Wusterhausen zu erleben sein. Dazu gibt es „mittelalterliche“ Straßenmusik in der Bahnhofstraße und virtuose, klassische Gitarrenklänge. Nach Einbruch der Dunkelheit verlagert sich das Geschehen vom Brunnenplatz auf und um die Mühleninsel. Denn hier wird dann die spektakuläre Installation „Licht & Klang“ das Publikum verzaubern. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Aber der Reihe nach …
Der Auftakt zum Sommerfestival um 18 Uhr auf der Bühne verspricht schon einmal stimmungsvoll zu werden. Dafür garantieren die vier Musiker von THE CLOGS, die mit ihrer energiegeladenen Show aus Rock-Klassikern und ihrer großen Bühnenpräsenz schon das Publikum auf der Fanmeile zur WM 2006 vor dem Brandenburger Tor zum Kochen brachten. Ab 20 Uhr wird dann die Wildauer Coverband PHOENIX ihren Auftritt haben. Das Programm besteht aus internationalem Rock und Pop von Chuck Berry bis Pink, aber auch aus deutschen Hits von Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer. Parallel zum Bühnenprogramm sind die Spielleute von PIRO ZORES in der Bahnhofstraße unterwegs, die mit lauten Trommeln und Dudelsäcken im Gepäck Lebensfreude und ein Gefühl von Freiheit verbreiten. Für den musikalischen Höhepunkt des Abends wird gegen 21 Uhr die Band BANNKREIS sorgen, die erstmals in Königs Wusterhausen gastiert. Das aktuelle Bandprojekt von Subway-to-Sally-Frontmann Eric Fish verbindet die Emotionalität großer Balladen und die besondere Melancholie des Irish Folk mit poetischen Texten und der geballten Kraft des Rock. Unverwechselbar an BANNKREIS sind aber nicht nur die Mischung verschiedenster Elemente aus Folk und Rock, sondern auch die Stimmen von Johanna Krims und Eric Fish, die im Zusammenklang eine einzigartige Magie erzeugen. Mehr über BANNKREIS lesen Sie in unserem Band-Porträt auf Seite 3. Das Konzert von BANNKREIS wird daher auch das ideale Präludium zur anschließenden Installation aus Licht und Klang auf der Mühleninsel sein.
Wie ein Traum: Licht & Klang auf der Mühleninsel
Was das Publikum hier erwarten darf, darüber sprachen wir mit den Machern von „Licht & Klang“ Eric Fish, Björn-Constantin Klenke und dem Lichtdesigner Jan Hartung, zu denen auch Gerit Hecht gehört. „Die Idee für ‚Licht & Klang’ geht auf das erste ‚Inselleuchten’ im Sommer 2011 zurück. Damals wurde die Mühleninsel erstmals in ein Meer aus Musik und Licht gehüllt und tausende Gäste drängten sich auf der Mühleninsel und an den Ufern des Notte-Kanals und des Mühlenfließ’, um ja nichts zu verpassen. Damals gab es noch keine Brücke von der Bahnhofstraße zur Mühleninsel und so kam eine provisorische Floßbrücke von TEAMGESIT zum Einsatz, über die hunderte Besucher auf die Mühleninsel gelangten“, erinnert sich Björn-Constantin Klenke an die Anfänge des Kunst-Projekts. Eine Neuauflage fand das Spektakel dann im vergangenen Jahr beim 1. Sommerfestival „Licht & Klang“. „Aus den Erfahrungen des letzten Jahres haben wir gelernt“, sagt Eric Fish. So kommt in diesem Jahr eine high-end Bose-Anlage zum Einsatz, die aus insgesamt acht Standorten auf der Insel die Musik weitwinklig ausstrahlt. „Dadurch erreichen wir eine möglichst gleichmäßige Lautstärke auf der und um die Mühleninsel herum“, erläutert er. Ebenfalls neu ist, dass nach dem Konzert von BANNKREIS klassische Gitarrenklänge auf der Mühleninsel einsetzen gespielt vom Dresdner Gitarrenvirtuosen ENRIQUE TOSELLI. „So hat das Publikum genug Zeit, um ganz entspannt vom Brunnenplatz zur Mühleninsel zu pilgern“, verspricht Eric Fish. Und dann gegen 23.15 Uhr geht’s los! Auf dem Notte-Kanal und im Mühlenfließ werden schwimmende Kerzen brennen, die Mühleninsel wird in Nebel gehüllt und zu einer Adaption von Edvard Griegs Peer Gynt in bewegtem, vielfarbigen Licht erstrahlen. Dabei wird durch den Wechsel von klassischen und elektronischen Elementen der Musik ein dynamischer Spannungsbogen aufgebaut, der die Lichtinstallation wie ein zusätzliches Begleitinstrument folgt. „Im Gegensatz zu einer Bühnenshow wird das Licht dabei eher wie in einem Theater eingesetzt“, erläutert der Lichtdesigner Jan Hartung, der über 15 Jahre lang die spektakulären Bühnenshows von Subway to Sally kreierte. „Die Kulisse ist die gewachsene Parklandschaft, das Licht wird wohldosiert eingesetzt, so dass die einzigartige Natur auf der Insel bestmöglich zur Geltung kommt“, so Jan Hartung weiter. „Dabei wird die Technik kaum zu sehen sein, nur die diffusen Lichtstimmungen und die Lichtarchitektur, die zum Beispiel durch den bewegten Einsatz von
Gitterrastern aus Lichtstrahlen entsteht“, verspricht der Designer. „Das Licht ist dabei nur ein ‚Interpret im Orchester’ uns geht es um das Gesamtbild aus Musik, Licht, Natur und Publikum“, beschreibt Jan Hartung seine Idee. Und das Publikum ist aufgefordert, Teil des Spektakels zu werden. Dazu bekommen die ersten 1000 Besucher der Mühleninsel Leuchtarmbänder, mit denen sie dann durch ihre Bewegungen selbst die Installation beeinflussen können. „Wir wollen hier etwas entstehen lassen, indem sich die Musik, das Licht, der Nebel und das Feuer mit der gegebenen Natur und dem Publikum gegenseitig durchdringen und so zu einem traumhaften Gesamtkunstwerk werden“, beschreibt Eric Fish die Intension der Akteure. Nach einer knappen halben Stunde wird dieser Traum dann vorbei sein. Die Mühleninsel wird sich wieder in Dunkelheit und Stille hüllen. Nur die Klänge der klassischen Gitarre von ENRIQUE TOSELLI werden die Besucher dann behutsam auf den Heimweg begleiten.
VE