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… und fast alle Fragen bleiben offen

Bundestagswahl: Die SPD ist stärkste Kraft, aber regieren will auch Wahlverlierer CDU/CSU / Im Landkreis ist die SPD in allen Belangen weit vorn

Mehr als 60 Millionen Menschen haben am Sonntag in 299 Wahlkreisen den neuen deutschen Bundestag gewählt. Und auch wenn die wichtigsten Frgen bis zum Montagabend noch offen blieben, sind wir immerhin etwas klüger als zuvor. Die SPD kann 1. Platz – auch im Bund. Totgesagte leben eben zuweilen doch länger. Die Partei erreichte 25,7 Prozent der Stimmen. CDU/CSU fuhren das schlechteste Ergebnis aller Zeiten ein und sind mit 24,1 Prozent Zweiter. Dass sich an diese Zahlen offenbar einige Vertreter der beiden Unions-Parteien erst noch gewöhnen müssen, ändert nichts daran, dass sie schwarz auf weiß feststehen. Es ist angesichts der Koalitionsmöglichkeiten mit Grünen und FDP demokratisch legitim, dass nun sowohl Olaf Scholz, als auch Armin Laschet eine neue Regierung bilden wollen. Aber die Zahlen sind eindeutig, wer dabei als Wahlgewinner und wer als Wahlverlierer in dieses schwierigen Gespräche geht. Schon meldeten sich am Montag CDU-Spitzenleute wie der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer zu Wort, dass das Wahlergebnis kein Auftrag zur Regierungsbildung für Armin Laschet sei.

Beim Blick in den hießigen Wahlkreis 62 – Dahme-Spreewald/ Teltow-Fläming III / Oberspreewald-Lausitz I – fällt das Ergebnis noch viel deutlicher aus. Die SPD erreichte bei den Zweitstimmen 28,5 Prozent, was einer Steigerung von 10,9 Prozent entspricht. Auf Platz zwei steht die AfD mit 17,9 Prozent (-3,1 Prozent). Die CDU muss mit 16,3 Prozent und einem Stimmenverlust von 10,7 Prozent mit dem dritten Platz vorlieb nehmen, die FDP folgt mit 9,9 Prozent auf Platz 4. Grüne (8,4 Prozent) und Linke (7,8 Prozent) sind auf den Plätzen 5 und 6. Dabei ist die Linke mit einem Verlust von 8,0 Prozent ebenfalls abgestürzt. Damit zeigen sich insgesamt deutliche Verschiebungen gegenüber der Bundestagswahl von 2017. Damals lautete das Ergebnis noch: CDU mit 27 Prozent vor der AfD mit 21 Prozent. Die SPD ging erst auf Platz 3 ein mit 17,6 Prozent.

Auch bei den Erststimmen hat die SPD im Wahlkreis 62 gewonnen: Sylvia Lehmann konnte sich das Direktmandat mit 26,5 Prozent der Stimmen erobern. Sie war bereits Mitglied im 2017 gewählten Bundestag – damals allerdings über die Liste. Auf Platz zwei kam Jana Schimke (CDU) mit 19,9 Prozent. Sie verlor damit ihr Direktmandat, das sie 2017 noch erringen konnte.

Vergleicht man die aktuellen Ergebnisse im Wahlkreis 62 mit denen des Bundes, so zeigen sich gleich mehrere deutliche Abweichungen. Die CDU hat noch einmal 7,8 Prozentpunkte weniger als die Union in Gesamtdeutschland. Die AfD bekommt mit einem Plus von 7,6 Prozent gegenübr dem bundesweiten Erebnis wie fast generell im Osten deutlich mehr Stimmen. Und die Grünen, auch das ist bis auf Berlin ein allgemeiner Trend im Osten, erzielen in der Dahmeregion 6,4 Prozent weniger als in ganz Deutschland.

Eine Überraschung zeigt sich noch in ganz Brandenburg: Im Bundesland hat die SPD alle zehn Wahlkreise im Direktmandat gewonnen. Auch Olaf Scholz holte seinen Potsdamer Wahlkreis 61 – unter anderem auch gegen die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock.

TM

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