Verlässliche Partner – in guten wie in schlechten Zeiten

Das Netzwerk für Senzig hat im Ort ein Fundament für Gemeinschaftssinn geschaffen,
das auch in der Coronazeit das Miteinander stützt

Es heisst nicht umsonst, dass eine Partnerschaft ihren Wert vor allen dann offenbart, wenn sie sich in guten wie in schlechten Zeiten bewährt. Insofern zeigt das Netzwerk für Senzig, das seit geraumer Zeit feinmaschige Fäden durch den Ortsteil von Königs Wusterhausen zieht, gerade jetzt angesichts der Corona-Herausforderungen seine mittlerweile schon beachtlichen Qualitäten. „Wenn die Mitarbeiter in der Jasmin-Apotheke im Ort berichten, dass die Kunden gezielt nach den Netzwerk-Masken nachfragen, dann macht mich das schon ein wenig stolz“, sagt Jürgen Müller, der Vorsitzende des Fördervereins. „Ist es doch ein Zeichen dafür, dass wir uns im Ort so allmählich einen Namen machen.“

Die Masken, hergestellt von einem über das Netzwerk entstandenen Näherteam im Ort, sind nur eine von vielen Initiativen der Plattform von Bürgern für Bürger, um in diesen schweren Wochen solidarisch im Ort zusammen zu stehen. Der 88jährige Gustav Schneider hatte damit begonnen, sie zu nähen. Als ein Zeichen des Dankes übergab er die ersten zusammen mit der Volkssolidarität, in der er selber aktiv ist, und dem Netzwerk an die Mitarbeiter des Senziger EDEKA-Marktes. Inzwischen ist daraus sozusagen eine „stabsmäßige Maskenproduktion“ geworden. Einwohner spenden Stoffe und Bänder, mehrere Näherfamilien bringen sie in Form – ganz unterschiedlich gestaltet, waschbar und in verschiedenen Größen. Und das Ehepaar Ingeborg und Hartmut Peschel sowie weitere Mitglieder der Ortsgruppe der Volkssolidarität organieren die Verteilung, wobei auch Tipps zur Pflege und zum Tragen mit beigefügt sind. Die Masken sind kostenlos, aber eine kleine Gabe in die Spendenbox „Dein Euro für Senzig“ ist natürlich willkommen.

„Es ist geradezu ein klassisches Beispiel, wie wir uns das Netzwerken für den Ort vorstellen und selber organisieren“, sagt Jürgen Müller. Somit sorgt nun die besondere Corona-Situation dafür, dass das Netzwerk für Senzig auch mit einem Kurierdienst für Rezepte und Medikamente, Einkaufshilfen, dem Ausführen von Haustieren, dem Aufruf zu Gutschein- und Spendenaktionen für die lokalen Läden und Firmen oder der Publizierung von Menüdiensten der Gaststätten auch als Krisenmanager seine Feuertaufe besteht. „Vieles wird im Ort auf kurzem Wege nachbarschaftlich oder familiär geregelt“, so Jürgen Müller. „Das ist gut zu wissen. Aber wenn darüber hinaus Bedarf ist, dann haben wir so um die 30 Leute bei der Hand, die ihre Hilfe gern anbieten. Niemand muss sich scheuen, sie auch in Anspruch zu nehmen.“

Das Fundament dieser bemerkenswerten Strukturen liegt in einer überaus ideenreichen Arbeit der vergangnenen Jahre, um den Dorfalltag durch Sport und Kultur, durch Feste und soziales Engagement, durch breite Kommunikation und auch Teilhabe an gesellschaftlichen Debatten wie zum Beipiel dem Schulneubau zu beleben. Im Prinzip sind nach und nach fast alle Vereine und Institutionen wie Kita, Schule oder Kirche, ein Großteil der Firmen und Gewerbetreibenden, zahlreiche Künstler und Einzelpersonen mit ins Boot gekommen, um mit ihren Möglichkeiten mehr Lebensqualität in den Ort an Krüpel- und Krimnicksee zu bringen. „Ich schätze, so um die 150 Anprechpartner sind unter dem Dach des Netzwerkes miteinander verbunden, um für den Ort was auf die Beine zu stellen“, sagt Jürgen Müller. Von Kinderfest bis Weihnachtsmarkt, von Sportevent bis „Senzig open“, einem Tag der offenen Türen in Einrichtungen und Firmen, reicht das Jahresprogramm.

Mit dem im Februar dieses Jahres eröffneten Netzwerktreff in der ehemaligen Sparkasse, dessen Räume Mieter Christian Dorst von der Firma EBH-Haus unentgeltlich zur Verfügung stellt, kam nun auch ein Ort dazu, um die vielen Fäden noch greif- und sichtbarer machen zu können. Mehrere Gewerbetreibende des Ortes sorgten für eine attraktive Inneneinrichtung. „In den drei Wochen bis zum allgemeinen Lockdown hatte sich schon einiges an Leben ausgebreitet“, berichtet Jürgen Müller. „Und wir sind zuversichtlich – wenn es wieder losgehen kann, dann werden wir ein Begegnungszentrum entwickeln, in dem das Miteinander in Senzig noch persönlicher wird.“ Die erste Ausstellung des Senziger Künstlers Bruno F. Apitz hängt schon. Eine Bücherstube soll eingerichtet werden. Vereine können sich treffen. Es wird Platz sein für kulturelle Programme und Infoveranstalungen, für Diskussionen und Debatten. Und die gerade frei geschaltete, im modernen Design überarbeitete Internetseite www.netzwerk-senzig.de – selbstredend von einheimischen Profis wie alle Netzwerkarbeit ehrenamtlich kreiert – wird die Botschaften darüber noch tiefer hinein in den Ort tragen. Es sind fürwahr keine schlechten Aussichten fürs Senziger Netzwerken in der Nach-Coronazeit. TM

Die Märchenhütte Senzig geht online

DT | KaWe-Kurier online

Liebe Märchenfreundinnen und Märchenfreunde, wir vermissen Euch, unser Publikum, unsere Fans. Und auch wenn wir täglich musizieren und proben, so ist das doch kein Ersatz und auch für uns arbeitslose Künstler keine Einnahme. Aus aktuellem Anlass wagen wir einen neuen ersten Schritt: Wir kommen zu Euch ins Wohnzimmer und bieten solidarischen Kunstgenuss. Die Unterstützer aus dem Netzwerk Senzig machen dies möglich. Sie haben einen eigenen Youtube-Kanal „Netzwerk für Senzig“ eingerichtet, auf dem die Märchenhütte mit einem eigens aufgezeichneten Video zu sehen sein wird. Macht es Euch also gemütlich bei Kerzenschein oder am Kamin, legt die Beine hoch, gießt Euch ein Gläschen Wein ein. Lasst Euch wieder einmal mitnehmen auf eine Märchenreise und tief eintauchen in das ferne und doch so nahe Land der Märchen und Geschichten. Zu gewohnter Stunde,  am letzten Donnerstag des Monats, also morgen am 30.April, 19 Uhr geht es los. Es erwartet Euch eine Sondersendung aus der Märchenhütte Senzig zur Walpurgisnacht, am Vorabend zum Wonnemonat Mai,  mit keltischen Märchen, Liedern und Harfenklängen. Wir freuen uns auf Euch! Und hat es Euch gefallen, dann spendet Euren Eintritt gern an das Netzwerk Senzig, Vermerk: Märchenhütte. Alternativ: Auch unser Briefkasten darf gefüttert werden. Eure Märchenhütte