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Versteckte Kosten beim Hausbau: Was Bauherren wissen sollten

Experte von Schwäbisch Hall gibt Tipps zur Kalkulation von Baunebenkosten

Beim Traum vom Eigenheim sind nicht nur die direkten Baukosten entscheidend. Ralf Oberländer, Baufinanzierungsexperte von Schwäbisch Hall, betont die Bedeutung der oft unterschätzten Baunebenkosten. Diese zusätzlichen Ausgaben können bis zu 20% der Gesamtkosten ausmachen und sollten in jeder Baufinanzierung berücksichtigt werden, um unangenehme finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

Baunebenkosten umfassen eine Vielzahl von Posten, die zusätzlich zu den eigentlichen Baukosten anfallen. Dazu gehören unter anderem Maklerprovisionen, Notargebühren, Grunderwerbsteuer, Kosten für Baugenehmigungen und Erschließungskosten. Die Maklerprovision, die anfällt, wenn ein Makler beim Grundstückskauf involviert ist, liegt meist zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises. Notargebühren für den Grundbucheintrag bewegen sich zwischen 1,5 und zwei Prozent des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland und kann zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises liegen.

Für die Baugenehmigung und den Bauantrag sollten Bauherren rund zehn Prozent der Gesamtkosten einplanen. Bei nicht erschlossenen Grundstücken können zusätzliche Kosten für amtliche und objektbezogene Lagepläne anfallen. Oberländer betont die Wichtigkeit einer professionellen Vermessung, deren Kosten zwischen einigen hundert und etwa 3.000 Euro liegen können. Ein Bodengutachten, das Informationen über den Baugrund liefert, kann ebenfalls notwendig sein und je nach Umfang ab fünf Euro pro Quadratmeter kosten.

Während der Bauphase sind weitere Kosten zu berücksichtigen. Dazu gehören Versicherungen wie die Bauherrenhaftpflicht und die Bauleistungsversicherung. Die Kosten für den Aushub für Keller oder Bodenplatte können je nach Untergrund und Ort zwischen 5.000 und 20.000 Euro variieren. Hinzu kommen Anschlusskosten für Versorgungseinrichtungen wie Strom, Wasser und Telefon.

Nach Abschluss der Bauphase stehen Kosten für den Innenausbau, die Einrichtung und die Gestaltung der Außenanlagen an. Oberländer gibt Tipps, wie Bauherren bei den Nebenkosten sparen können. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf einen Makler oder der getrennte Kauf von Grundstück und Immobilie, um Grunderwerbsteuer zu sparen. Eigenleistungen können die Baunebenkosten ebenfalls reduzieren, wobei Oberländer betont, dass nur bestimmte Arbeiten in Eigenregie durchgeführt werden sollten.

Abschließend rät der Experte angehenden Bauherren zu einer sorgfältigen Kalkulation der Nebenkosten und einer umfassenden Finanzierungsplanung. Eine Beratung kann helfen, die Finanzierung passgenau zu planen und die Möglichkeit einer Nachfinanzierung zu berücksichtigen.

RED / PI Bausparkasse Schwäbisch Hall AG*

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