Vom Industriestandort zum Wohngebiet

Die neue Informationstafel in Zernsdorf erinnert an den Standort des Schwellenwerkes und seine weitere Entwicklung. Foto: R. Anton

Infotafel am Zernsdorfer Wasserturm erinnert
an die Geschichte des Schwellenwerks

14 historische Informationstafeln waren bereits im Stadtgebiet zu finden. Nun kam auf dem Gelände des ehemaligen Schwellenwerks in Zernsdorf eine weitere hinzu. Bürgermeister Swen Ennullat, Ortsvorsteherin Karin Schwitalla, Rainer Fricke vom Heimatverein Zernsdorf und Arnold Onnebrink von der Wohnen am See Zernsdorf GmbH enthüllten die Tafel, die an die Geschichte dieses traditionsreichen Industriestandortes erinnert.

Das Zernsdorfer Werk zur Herstellung von Eisenbahnschwellen war 100 Jahre lang Arbeitsplatz und Wirkungsstätte zahlreicher Bürger und Bürgerinnen aus der Region. Ende der 90er Jahre schloss das Schwellenwerk jedoch endgültig seine Tore und das Gelände lag brach. Erst 2008 wurde es aufwändig saniert und für die Nutzung als Wohngebiet hergerichtet. Um sich dem Thema „Schwellenwerk“ ausführlich widmen zu können, gründete der Heimatverein Zernsdorf eine spezielle Arbeitsgruppe, die unter der Leitung von Rainer Fricke das umfangreiche Archivmaterial aufbereitete, das von der Wohnen am See GmbH zur Verfügung gestellt wurde. „So etwas ist immer ein Gemeinschaftswerk und bedarf der Zusammenarbeit vieler“, bedankte sich Rainer Fricke bei denen, die das Projekt unterstützt haben. „Das Schwellenwerk hat das Leben in Zernsdorf bestimmt. Es gibt kaum eine Zernsdorfer Familie, in der nicht mindestens ein Familienmitglied dort beschäftigt war“, berichtete er weiter.  

Bürgermeister Swen Ennullat bemerkte, dass zwar vom alten Industriestandort nicht mehr viel übrig sei. Das jedoch, was man stattdessen sehe, sei beeindruckend. „Dieses Wohngebiet ist das am stärksten wachsende in Königs Wusterhausen“, so der Bürgermeister. Die historischen Infotafeln, die jeweils an ausgewiesenen Wanderwegen zu finden sind, werden seit einigen Jahren als Gemeinschaftsprojekt der Heimatvereine in Zusammenarbeit mit der Stadt in Königs Wusterhausen und den Ortsteilen errichtet. So gibt es acht Tafeln im Ortsteil Kablow zu den Themen „Germanische Siedlung“ und „Dorfgeschichte“, zwei Tafeln zur Rundfunkgeschickte auf dem Funkerberg sowie eine Tafel in Niederlehme zur Geschichte des Wasserturms und der Kalksandsteinwerke. Die aktuelle Tafel setzt die Reihe in Zernsdorf nach den Tafeln „Historischer Friedhof“, „Kablow-Ziegelei und Uckley“ sowie „Zernsdorf – vom Kossätendorf zum Industrie- und Erholungsort“ fort. Neben der Infotafel gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft noch eine weitere Neuerung – eine Holzbank, gefertigt aus Eichenschwellen. „Beim Bewegen stieg unser Respekt vor den Arbeitern des Schwellenwerks“, sagte Rainer Fricke. „Diese Schwellen sind unglaublich schwer.“

RED/ PI Stadt KW