Wegen der Bälle

Zeit von Fußball-Großmeisterschaften ist oft auch eine Zeit des ehelichen Streits. Er will während dieser Wochen ja meist nur eins: Fußball gucken. Und wenn er dann noch  eins will, will sie nicht – weil ihr die Viertelstunde Pause zwischen zwei Halbzeiten zu kurz ist. Da es ja beim Fußball anders als in der Liebe kein Vor-Spiel gibt. Sie will deshalb Nach-Spielzeit.  Was er nicht will – weil Mann sich ja nicht auf die Bälle im Fernseher und die der beiden daheim zugleich konzentrieren kann. Also zeigt sie ihm die Rote Karte. Oder er pfeift ab. Das muss nicht sein, wenn Frau ein paar einfachen Verhaltensregeln beachtet.
Als da wären:
In der Zeit bis zum 11.07. ist der Mann absoluter Herrscher über TV-Gerät und dazugehöriger Fernbedienung.
Die Ehefrau/Freundin beschäftigt sich in dieser Zeit stumm mit häuslichen Arbeiten.
Vor jedem Spiel ist dem Mann eine Kiste mit kühlem Bier neben den Fernsehsessel zu stellen. Wobei die Betonung auf kühl liegt. Ersatzweise können auch Rose´ Wein, Jim Beam, Asbach, Bacardi mit kühler Cola und Eiswürfel bereitgestellt werden.
Während eines Spieles ist der Frau/Freundin der Aufenthalt im Fernsehzimmer strengstens untersagt.
In der Halbzeitpause besteht für die Frau ein 15-minütiges Betretungsrecht, um den Aschenbecher zu leeren und leere Getränkeflaschen durch frisch gekühlte volle Flaschen zu ersetzen. Bei Bedarf können diverse Knabbereien gereicht werden. Das Rascheln mit Tüten ist zu unterlassen. Der Gebrauch verbaler Kommunikation ist zu unterlassen.
Spätestens 30 Minuten vor Beginn eines Spieles ist dem Mann eine mit Liebe zubereitete Mahlzeit zu reichen. Um die mentale Spielvorbereitung des Mannes nicht zu stören, ist auch in dieser Zeit die Schnatterluke geschlossen zu halten.
Während der WM sind jegliche Handlungen, die der Fortpflanzung dienen könnten, zu unterlassen. Ebenso zu unterlassen ist das Tragen von Kleidung, die beim Mann das Verlangen nach solchen Handlungen auslösen könnte.
Sollte der Mann in seinem Großmut der Frau gestatten, die eine oder andere Minute einen Blick auf das Spiel zu werfen, sind Zwischenrufe sowie Fragen, die den fußballtechnischen Intellekt der Frau verraten würden (z.B.: „Was ist Abseits?“) unbedingt zu unterlassen.
Mit einem körperlichen Verweis bewehrt sind solche Bemerkungen wie z.B. „Ach, der Ronaldo sieht aber heute wieder gut aus.“

Ja liebe Frauen, wenn ihr Euch an diese minimalen Verhaltensregeln haltet, wird es euch Euer Mann damit danken, dass er versuchen wird
kein Bier zu verschütten;
nicht jeden Quadratzentimeter im Umkreis von 3 Metern um seinen Trainerstuhl (= Fernsehsessel) vollzukrümeln, beim Verzehr der oben genannten Mahlzeiten euch nicht ständig an die kulinarischen Fähigkeiten seiner Mutter zu erinnern.
Und das ist besser als ein WM-Titel oder vier Wochen Sex-Verzicht. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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