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Wer soll das bezahlen …?

Die Preise für freistehende Eigenheime und Eigentumswohnungen sind im Landkreis
auch 2021 drastisch gestiegen / Ein verkauftes Haus kostete durchschnittlich 423000 Euro

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist und bleibt hinsichtlich der Wohnimmobilien ein teures Pflaster. Das gilt insbesondere für den Norden, das sogenannte Berliner Umland, aber auch zunehmend für Bereiche im Süden, den sogenannten erweiterten Metropolenraum. So ist es dem Grundstücksmarktbericht des Landkreises für das Jahr 2021 zu entnehmen. Er wurde in der vergangenen Woche von der LDS-Baudezernentin Heike Zettwitz und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Gutachterauschusses für Grundstückswerte in LDS Dirk Schiefelbein vorgestellt.

Danach kostete ein freistehendes Einfamilienhaus im Landkreis im vergangenen Jahr durchschnitlich 423000 Euro, was einer Steigerung von 11 Prozent gegenüber 2020 entspricht. „Und so gehen bis auf die Umsatzsumme alle Kurven nach oben“, fasst Dirk Schiefelbein die Entwicklung zusammen. Beim Geldumsatz erreichte der Immobilienmarkt mit 1.146 Millionen Euro den zweithöchsten Wert seit Anfang der 90er Jahre. Die gesunkenen Umsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr seien auf ein geringeres Angebot an Immobilien durch Investoren und Standortentwickler zurückzuführen, welche in der Regel kleine Grundstücke mit bezugsfertigem Reihenhaus oder einer Doppelhaushälfte zum Erwerb anbieten. Momentan übersteigt hier die Nachfrage das Angebot. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 3205 Kaufverträge abgeschlossen. Auch das bedeutet einen Anstieg von 6,5 Prozent. Beim Flächenumsatz ist eine Steigerung von 77,1 Prozent zu verzeichnen, was vor allem auf den Handel von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken zurückzuführen ist. Die Zahlen würden aussagen, so die Einschätzung des Gutachterausschusses, dass die Corona-Pandemie keinen Einfluss auf die Entwicklung des Immobilienmarktes habe.

Am teuersten waren freistehende Häuser in Schönefeld mit einem Verkaufspreis von durchschnittlich 612000 Euro. Dahinter folgen Schulzendorf, Zeuthen, Eichwalde, Wildau und Königs Wusterhausen (siehe nebenstehende Grafik). Den größten Anteil am Geldumsatz hatte Königs Wusterhausen mit rund 282 Millionen Euro. Danach reihen sich Schönefeld (201 Millionen Euro), Wildau (162 Millionen Euro) und Schulzendorf (100 Millionen Euro) ein. Den geringsten Geldumsatz verzeichnet die Gemeinde Heideblick mit 4 Millionen Euro. Insgesamt hat sich der Index für Wohnbaulandflächen im Berliner Umland seit 2011 auf das 5,8fache gesteigert. Wegen dieser deutlichen Preiserhöhungen im Berliner Umland, so eine weitere Schlussfolgerung des Berichtes, weichen Bauwillige immer häufiger auf die weiteren Regionen im Landkreis aus. Bestensee ist in der „Hitliste“ der verkauften Bauplätze mittlerweile auf dem zweiten Platz hinter Königs Wusterhausen. Unterspreewald, Heidesee und das Amt Schenkenländchen folgen auf Platz 4, 5 und 6. Auf Platz 3 steht Schulzendorf. Auch der Index der Preisentwicklung zeigt für Bestensee, Heidesee und Schenkenländchen steil nach oben. In den letzten zehn Jahren ist er um das 5,1fache gestiegen. In Lübben gibt es derzeit eine derartige Flächenverknappung, so dass im Jahr 2021 nicht ein Vertrag zustande kam. Auch auf dem Teilmarkt des Wohnungseigentums haben sich 2021 die Werte drastisch erhöht. Die Käufe nahmen um 54 Prozent zu, der Geldumsatz stieg auf 151 Prozent. Das Verkaufsverhältnis von Eigentumswohnungen zu freistehenden Häusern betrug in Schönefeld, Wildau und Königs Wusterhausen 4:1. So kommt der Bericht auch hinsichtlich der Eröffnung des Flughafens BER im Oktober 2020 zu dem Schluss, dass es für die Anliegergemeinden „keine von der allgemeinen konjunkturellen Wertentwicklung abgekoppelte Tendenz“ gibt. „Ob sich die Trends auch in diesem Jahr angesichts derzeit sinkender Preise in einigen Metropolen Deutschlands weiter fortsetzen oder umkehren, können wir derzeit nicht abschätzen“, so Dirk Schiefelbein. Gerade werden die Zahlen des ersten Halbjahres 2022 ausgewertet. Der Bericht wird mit Spannung erwartet.

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2021 steht auf https://www.gutachterausschuss-bb.de/LDS/pdf/GMB_LDS.pdf zum kostenfreien Download zur Verfügung. Druckexemplare können für 40 Euro bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis Dahme-Spreewald, Reutergasse 12, 15907 Lübben (Spreewald) erworben werden. TM/ LDS

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