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Wildauer Zukunftszentrum als Scharnier zur Lausitz

Acht Unternehmen mit 250 Beschäftigten sind bereits Mieter / RKI eröffnet Zentrum für künstliche Intelligenz

Das Wildauer Zentrum für Zukunftstechnologien (ZFZ) ist offiziell eröffnet. Der hochmoderne Gebäudekomplex befindet sich in der Ludwig-Witthöft-Straße im Technologie- und Wissenschaftspark Wildau in direkter Nachbarschaft zur Technischen Hochschule Wildau. Er wurde von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Dahme-Spreewald als Bauherr nach einer Bauzeit von nur 24 Monaten in Betrieb genommen und bietet rund 7000 Quadratmeter attraktive Hallen- und Bürofläche für Forschung, Entwicklung und Produktion unter einem Dach.

Es sind bereits 90 Prozent des neuen Technologiezentrums vermietet. Acht Hightech-Unternehmen mit rund 250 hochqualifizierten Beschäftigten haben in den vergangenen Wochen ihren neuen Firmenstandort bezogen. Sie arbeiten an Zukunftsthemen aus den Bereichen Digitalisierung, Mobilität, Life Science und Greentech. Satellitengestützte Navigationssysteme, medizinische Notfallsysteme zur Ferndiagnostik oder klimafreundliche Gasturbinentechnologien sind nur einige innovative Lösungen, an denen die Fachleute im neuen Zentrum für Zukunftstechnologien zukünftig forschen. „Mit dem Neubau des mittlerweile fünften Technologiezentrums in Wildau ist es uns gelungen, etablierte Firmen im Landkreis zu halten und neue Firmen und Forschungseinrichtungen anzusiedeln“, sagte Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dahme-Spreewald und Betreiber des ZFZ, bei der Eröffnung. „Hierdurch entstehen hochwertige Arbeitsplätze.“ Das Haus sei eine weiterer Meilenstein für die lokalen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft, um im gemeinsamen Netzwerk „dahme_innovation“langfristige Enwicklungsstrategien umzusetzen.

Größter Mieter ist das Robert Koch-Institut (RKI), das im ZFZ ein Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Public-Health-Forschung (ZKI-PH) aufbaut. Laut RKI ist es das Ziel, mit neuen Methoden das transdisziplinäre Feld der öffentlichen Gesundheit zu stärken und sowohl national als auch international neue Impulse zu setzen. Der Einsatz KI-basierter Technologien soll es ermöglichen, zukünftig große und komplexe Datenquellen nutzbar zu machen, um zum Beispiel Epidemien umfassender zu analysieren und Frühwarnsysteme weiterzuentwickeln. „Wir sehen in der Pandemie, wie wichtig Technologien und Datengrundlagen sind“, betonte die Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung Dorothee Bär. „Das RKI schafft mit der Neuansiedlung einen wesentlichen Baustein, um mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Krankheiten in Zukunft effektiver begegnen zu können.“ Landrat Stephan Loge betonte, dass das RKI gemeinsam mit der Technischen Hochschule, dem nah gelegenen Fraunhofer IAP und dem DESY in Zeuthen regionalen Unternehmen der Lausitz hervorragende Kooperationsmöglichkeiten bietet.

Die Impulse für die in großen Wandlungen befindliche Kohleregion wurden bei der Eröffnung auch von weiteren Rednern wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach betont. Er bezeichnete die Autobahn A 13 als eine „Wissenschafts- und Innovationsaorta der Lausitz“, die Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen von Wildau bis Cottbus-Senftenberg greifbare Chancen für die Bewältigung des Strukturwandels ermöglicht. Diese Betonung kommt nicht von ungefähr, sollen doch die finanzielen Mittel zum Aufbau der RKI-Außenstelle wesentlich aus dem Topf des Strukturstärkungsgesetzes zur Förderung der Lausitz kommen, was auch auf Kritik stößt.

Zu der Diskussion hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete der Region Sylvia Lehmann geäußert. Sie verweist zum einen darauf, dass der Landkreis LDS zum Fördergebiet der Lausitz gehört. „Dafür haben wir gekämpft, ist der Landkreis doch seit Jahrzehnten Mitglied der Lausitzregion“, so die Abgeordnete. Andererseits macht sie darauf aufmerksam, dass der Strukturstärkungsfonds für die Lausitz bereits jetzt überzeichnet sei. „Ich empfehle dem Bund beziehungsweise Jens Spahn, die Finanzierung des RKI nicht bis 2038 auszureizen, sondern sehr viel früher in die Finanzierung des RKI, immerhin seine eigene Bundesbehörde, einzutreten“, erklärt Sylvia Lehmann. „Der Landesregierung empfehle ich bei diesem Prozess koordinierend und vermittelnd zu wirken.“

Übrigens – bislang investierte die Wirtschaftsförderung LDS als 100prozentige Tochter des Landkreises Dahme-Spreewald selbst rund 23,2 Millionen Euro in das neue Zentrum für Zukunftstechnologien. Generalplaner war die ASSMANN BERATEN + PLANEN AG, die technische Gebäudeausstattung verantwortete die techlogis GmbH. Gemeinsam entwickelten sie eine Immobilie, die höchste Ansprüche an Hightech-Produktion und Dienstleistung erfüllt und sich hervorragend in die gegebene Struktur der Bestandsgebäude des Wildauer Campus eingliedert. Alle Informationen zum neuen Zentrum für Zukunftstechnologien in Wildau finden sich unter 
www.zentrum-fuer-zukunftstechnologien.de.

RED / PI Wfg LDS

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