Wilde Hühner im Wald

Seit mehreren Jahren werden schwedische Auerhühner
erfolgreich nach Brandenburg umgesiedelt

Im Brandenburger Wald leben seit einigen Jahren wieder wilde Hühner. Anlässlich des Tags der Artenvielfalt wurden gestern im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft erneut Auerhühner ausgewildert. Die Umsiedlung wildlebender Auerhühner aus Schweden in die Niederlausitz ist Teil eines Wiederansiedlungsvorhabens zur Umsetzung des Artenschutzprogramms für diesen imposanten Hühnervogel.

Die Biodiversität oder Artenvielfalt ist weltweit rückläufig. Dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, gehört zu den Herausforderungen unserer Zeit. Am Tag der Artenvielfalt hat das Brandenburger Landwirtschafts- und Umweltministerium ein positives Zeichen gesetzt, indem eine in Brandenburg ausgestorbene Vogelart hier wieder eine Heimat findet: Das Auerhuhn. „Projekte wie dieses sind beispielgebend: Hier haben Naturschutz- und Forstbehörden erfolgreich zusammengearbeitet, ebenso wie Wissenschaftler und zahlreiche ehrenamtlich Tätige, von der Idee bis zur Umsetzung. So ist man gemeinsam erfolgreich“, erklärte Staatssekretärin Carolin Schilde.

Einfach ist es nicht, eine Art wieder anzusiedeln: Es sind umfassende Anstrengungen notwendig, um sich wieder selbst tragende und langfristig überlebensfähige Populationen von Tier- oder Pflanzenarten zu etablieren. Zuvor müssen Aussterbe-Ursachen erkannt und abgestellt, Lebensräume in hinreichendem Umfang entwickelt und die gesellschaftliche Akzeptanz für das Vorhaben gesichert sein. Im Falle des Auerhuhns ist dies über einen Zeitraum von rund 15 Jahren durch eine Arbeitsgruppe aus Forstleuten und Naturschützern gewissenhaft erfolgt, bevor 2012 das erste Auerhuhn aus Schweden nach Brandenburg kam. In einem ersten Schritt wurden die Erfolgsaussichten in einem Pilotprojekt wissenschaftlich überprüft. Seit 2015 ist die Pilotphase in eine tatsächliche Wiederansiedlung der Art überführt worden. Zentraler Ansatz ist dabei die Freisetzung von Wildvögeln, die in Schweden gefangen werden. Seit 2013 brüten die Vögel in der Brandenburger Niederlausitz nun wieder erfolgreich. Es gibt inzwischen etwa 100 „Brandenburger“.

Die Vögel sind eindrucksvoll. Sie galten schon immer als eine besondere Art und waren früher als „Hochwild“ dem Hochadel als Jagdbeute vorbehalten. Die besondere Stellung des „Urhahns“ Tetrao urogallus wird durch zahlreiche künstlerische Darstellungen dokumentiert und hat ihren Ursprung wohl auch im imposanten Balzverhalten des Hahns, das zu den bemerkenswertesten Naturschauspielen gehört und nun auch wieder in den Wäldern der Niederlausitz aufgeführt wird. Das Auerhuhn ist aber auch ein Beleg für naturnahe und großräumige Wälder. Ohne hinreichend großen Lebensraum in entsprechender Qualität ist das Auerhuhn nicht zu haben. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) hat für die beiden im Süden des Landes gelegenen Oberförstereien Doberlug und Lübben das Auerhuhn als Leitart definiert. Damit ist verbunden, dass sich das waldbauliche und jagdliche Handeln auch über die allgemein gültigen Grundsätze des LFB hinaus an den ökologischen Ansprüchen der Art orientiert und somit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Artenschutzprogramms Auerhuhn des Landes Brandenburg leistet. Dies dient darüber hinaus zahlreichen weiteren Arten der Waldlebensgemeinschaft und der Naturnähe der Wälder.

red / PI Landesregierung

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

Willkommen auf kw-kurier.de!

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies ein. Durch das Weitersurfen auf kw-kurier.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen „Cookies, Webanalyse-Dienste und Social Media“.