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Sonntag, Februar 25, 2024
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Wir brauchen mehr Papierkörbe!

Nicht wirklich: „Monarchie statt Wahlqual”. So plakatierte in Berlin die Spaßpartei „Die Partei“. Monarchie – wer will denn einen Kaiser? Dann hätten aber zumindest die Wahlk(r)ämpfe ein Ende. Wen sollen wir wählen? Etwa die amtierenden Schwarzen und die Sozen, die unser Land mit dem Afghanistan-Debakel bis aufs Grundgesetz blamiert und den Taliban ausgeliefert haben? Oder Laschet, den bräsigen Lachonkel, der jede Woche eine neue Peinlichkeit abliefert? Oder Olaf Scholz, den Mann mit der dicken Brieftasche, bei dem man nicht weiß, wer das am Ende alles bezahlen soll. Oder die weltfremden Grünen mit den Lastenfahrrädern, die schaurig-schief über die Abschaffung von Kurzstreckenflügen und ihre Sehnsucht nach einer idealisierten vorindustrialisierten Welt singen? Lässt sich mit denen und einer unbedarften Baerbock Deutschland erneuern?

Wahlsprüche müssten in Stein gemeißelt werden. Wie auf einem Grabstein. Darauf wären die politischen Plattitüden der Politiker dann für alle Zeiten verewigt. Laschet z. B., als er jetzt mit Tesla-Chef Elon Musk in Grünheide war. Ein Reporter fragte, ob nicht die Gefahr knapper Wasserreserven im Trockenland Brandenburg durch die Giga-Fabrik bestünde. Musk lachte überheblich: „Sehen Sie sich um, hier gibt es genug Wasser.“ Und was macht Laschet? Er lachte anbiedernd und dümmlich dazu. Doch wer wählt seine Lieblingspappnasen aufgrund nichtssagender öder Wahl-Sprüche? Die interessieren sowieso keinen. Das war mal anders. Adenauers Spruch “Keine Experimente!” ist den Älteren noch in Erinnerung. Brachte der CDU 1957 über 50 Prozent der Stimmen. Als Köpfe noch zogen: Wie zur Bundestagswahl 1994 noch Kohl. Die ganze Werbung: allein das blanke Bild von ihm – ganz ohne CDU Slogan.

Und auch das war ein „popolärer“ Hingucker: Ein knackiger Frauenpopo in hautengen Jeans mit „CDU” und „Passt”. Heute wäre das sexistisch. Den Gegenentwurf liefert jetzt die SPD. Sie verspricht auf Plakaten „Kompetenz” oder „Respekt”. Respekt vor dem Mut zu so viel Langeweile.

Wahlplakate verschandeln noch wochenlang die Straßen. In Zeesen z. B. waren die Freien Wählern so frei, nach der verlorenen Wahl in KW ein Grinse-Plakat ihres Kandidaten im Straßengraben verrotten zu lassen. Schon Kurt Tucholsky fand: Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb. Um die ganze Wahlplakatversprecher zu entsorgen. Also: Wir brauchen mehr Ordnung, brauchen mehr Papierkörbe. Schade nur um das vergeudete Papier bei der inhaltsleeren Werbung auf Wahlplakaten und die Bäume, die dafür sterben mussten.

Und überhaupt.

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