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Wir haben 174 Mrd. Schulden

Im LDS sind 6,88 Prozent der Bürger überschuldet

Das sind schon gewaltige Zahlen: 5,65 Millionen Menschen sind überschuldet. Als überschuldet gilt, wer regelmäßigen finanziellen Forderungen dauerhaft nicht nachkommen kann. Privatpersonen in Deutschland haben geschätzt 174 Mrd. Euro Schulden – das sind 8 Mrd. Euro weniger als noch 2022. Aber gerade unter jungen Menschen hat die Verschuldung zugenommen. Verbraucher zwischen 18 und 30 Jahren sind die einzige Gruppe, bei denen mehr Personen überschuldet waren als im Vorjahr. Während in den anderen Altersgruppen die Verschuldungsquote durchweg sank, stieg sie bei den 18- bis 30-Jährigen um 3000 Fälle. Das entspricht zwar nur einer Zunahme um 0,4 Prozent, doch gerade bei jungen Menschen fallen Schulden oft stark ins Gewicht. Sie haben meist noch vergleichsweise wenig Geld, müssen aber etwa bei einem überzogenen Bankkonto teure Dispozinsen zahlen. Seit Ende 2022 stiegen die Dispozinsen im Schnitt um mehr als zwei Prozentpunkte auf etwa 12 Prozent. Ein Grund für die gestiegene Verschuldung unter jungen Erwachsenen ist die Zahlungsoption „Kaufe jetzt, zahle später“. Wegen hoher Inflation und gestiegener Zinsen haben viele Verbraucher weniger Geld zur Verfügung, gleichzeitig sind sie nach der Pandemie vermehrt in Kauflaune. Die Nachfrage nach Ratenkrediten und Später-Zahl-Angeboten hat in den vergangenen Monaten Höchstwerte daher erreicht. Die Anzahl neu abgeschlossener Ratenkreditverträge ist alleine im letzten Jahr um rund 30 Prozent gestiegen – auf 9,1 Millionen. Ratenkredite mit rund 8480 Euro bilden den größten Einzelposten in einer Aufstellung der mittleren Schuldenhöhe. Rund 42 Prozent aller neuen Ratenkredite sind mittlerweile Darlehen unter 1000 Euro. Die Zahl dieser Kleinkredite stieg auf 3,8 Millionen, was eine Zunahme um 90 Prozent bedeutet.

Es gibt rund 17.000 Überschuldungsfälle mehr als 2022: Ihre Zahl lag in Brandenburg bei 8,51 Prozent und damit leicht über dem Vorjahr. In ganz Deutschland sind knapp 8,2 Prozent der Menschen überschuldet. Brandenburg landet mit einer Schuldnerquote von 7,7 Prozent auf Platz 13 aller Länder in Deutschland. Das sind 233.000 Fälle weniger als vor einem Jahr. Das entspricht vier Prozent. Das sagt der Schuldneratlas 2023, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform herausgegeben hat. Die meisten im Land Brandenburg hat die Stadt Brandenburg an der Havel, wo knapp über 13 Prozent der überschuldeten Menschen in Brandenburg leben. Auch die Kreise Prignitz, Ostprignitz-­Ruppin sowie die Städte Cottbus und Frankfurt (Oder) zeigen höhere Werte als der Brandenburger Durchschnitt. Im LDS sind es 6,88 Prozent, in Teltow-Fläming 7,8 Prozent. Berlin belegt in diesem Jahr mit gut zehn Prozent überschuldeter Menschen den dritten Platz der Bundesländer mit der höchsten Schuldnerquote. 2023 sind bundesweit die 30- bis 39-Jährigen von der höchsten Schuldnerquote betroffen. 13,7 Prozent, bei den unter 30-Jährigen sind es nur 6,73 Prozent, bei den über 70-Jährigen knapp 3 Prozent. Die Gruppe der unter 30-Jährigen weist seit 2013 erstmals einen Anstieg an Überschuldungsfällen auf. Auch, wenn die sogenannte „harte Überschuldung“, also Fälle, in denen auch juristisch eingegriffen wurde, laut der Zahlen zurückging. Die Fälle der „weichen Überschuldung“, dass also Menschen, die mit nachhaltigen Zahlungsproblemen zu kämpfen haben, ohne aber mit der Justiz in Berührung zu kommen, sind erstmals seit 2020 wieder angestiegen. In mehr als der Hälfte aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland ist die weiche Überschuldungsquote angestiegen. Ein Grund: Viele Selbstständige können Rückforderungen von Corona-Hilfen nicht zahlen. Die Konsumlust der Bürger wächst aber wieder, obwohl fast alles deutlich teurer ist. Das wird viele finanziell überfordern. Da die Folgen einer Überschuldung wie Privatinsolvenz erst zeitverzögert auftreten, rechnen die Analysten mit steigenden Fallzahlen in den kommenden Monaten. Die Zahl überschuldeter Bürger wird wieder zunehmen. 

UR/Foto: envato

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