Wir sind dann mal weg! Urlauber aus dem LDS lassen sich ihre Reiselust 433 Millionen Euro im Jahr kosten

0
135
DT | KaWe-Kurier online
Touristische Ausgaben der privaten Haushalte in Euro je Einwohner im Jahr

Keine Frage: Das Dahme-Seen-Gebiet ist ein attraktives Reiseziel in Deutschland. Im letzten Jahr – bis Ende November – gab es rund 765 000 Gäste. Das ist ein Plus zum Jahr davor von 2,6 Prozent. Es gab 1,64 Millionen Übernachtungen – ein Plus von einem Prozent. Auf der heute in den Hallen am Funkturm beginnenden weltgrößten Reisemesse, der ITB, stellt sich die Region auch in diesem Jahr mit attraktiven Angeboten in Halle 12 vor (Siehe Beitrag „Auch mal ohne Auto unterwegs sein“). Der Spreewald und auch das Dahme-Seengebiet haben sich auf die Bedeutung des Tourismus für die regionale Wirtschaft eingestellt und dies verinnerlicht“, so Dr. Michael Kuttner, Vorsitzender des Regionalausschusses LDS der IHK Cottbus. Auch aufgrund moderner Qualitätsstandards und guter Infrastruktur im  Dahme-Seenland haben sich die Tourismuszahlen in allen Bereichen gut entwickelt. Allerdings muss man trotz dieser positiven Entwicklung feststellen, dass bei Kommunen und bei Unternehmen noch das Bewusstsein fehlt, den Tourismus als einen sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region zu sehen. Trotz der ständig gestiegenen Übernachtungen im Dahme-Seengebiet gibt es noch erhebliche Reserven.

In den 26 ITB-Hallen gibt es bis einschließlich Sonntag Inspiration für den nächsten Urlaub. Am 10. Und 11. März auch für das private Publikum. Es kann an diesen beiden Tagen quasi um die ganze Welt reisen. Über 180 Länder und Regionen präsentieren bunte Exotik, zahlreiche Attraktionen und traditionelle Mitmachaktionen.

Kofferpacken ist auch in diesem Jahr angesagt. Zwei Drittel der Deutschen leisten sich jährlich mindestens eine längere Urlaubsreise, jeder Dritte gönnt sich noch einen Kurzurlaub. 30 Prozent aller Reisen finden innerhalb Deutschlands statt. Die beliebtesten Auslandsziele waren in den letzten beiden Jahren Spanien, Italien und zunehmend wieder Griechenland. Für die Tourismusbranche stehen in diesem Jahr sonnige Zeiten an: Die Bundesbürger sind in Reiselaune, die Buchungen für den Sommer laufen auf Hochtouren, die Nachfrage boomt. Veranstalter und Reisebüros können sich über kräftige Zuwächse freuen. Auch wieder bei der Türkei und Ägypten, wo das Reiseinteresse ja stark abgeflaut war.

Reiselust steht auch bei den Dahmeländern hoch im Kurs: Insgesamt geben die Menschen im Landkreis Dahme-Spreewald nahezu 433 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse hervor, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Diese wollte wissen, wieviel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist. Vom Kind bis zum Senior im Kreis Dahme-Spreewald: Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen 2.700 Euro im Jahr. „Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 17 Prozent von dem Geld, das die Einwohner vom Landkreis Dahme-Spreewald ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: 11 Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie im Kreis Dahme-Spreewald liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1.800 Euro pro Kopf und Jahr“, sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Die Tourismuswirtschaft kritisiert, dass der Staat kräftig an der Preisspirale beim Reisen drehe. Allen voran durch die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe. Sie werde immer dann fällig, wenn ein Flugzeug von einem deutschen Flughafen abhebe und mache das Reisen so jährlich um gut eine Milliarde Euro teurer.

Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat – anders als beispielsweise in Spanien, Italien oder in den USA – auf die Reisenden und Unternehmen ab. „Hier geht es um Passagier- und Gepäckkontrollen – und um bundesweit immerhin fast 700 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Dabei ist Terrorismusbekämpfung und Gefahrenabwehr eine staatliche Aufgabe“, sagt Rabe.

Die Branche appelliert daher jetzt in einem „Tourismus-Brief“ an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein „günstigeres Reiseklima“ einzusetzen. „Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen. Denn es trifft den Großteil der Bevölkerung im Landkreis Dahme-Spreewald, wenn der Staat weiterhin einen starken ‚Steuer- und Gebühren-Aderlass‘ beim Tourismus betreibt“, so Rabe. Die Tourismusbranche spricht sich in dem Parlamentarierbrief zudem für ein bezahlbares Bahnfahren aus. Hier dürfe der Staat das Augenmaß nicht verlieren.

UR; PI-Pestel/F: Pestel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here