Wieso stört ein sanierter Stichkanal das Wildauer Stadtbild?

Auf der letzten Stadtverordnetenversammlung von Wildau wurde der Beschluss zur naturnahen Gestaltung des Stichkanals in Wildau mit Stimmen der CDU und SPD abgelehnt. Damit wurde nach jahrelangen Bemühungen der Bürger ein Vorhaben gestoppt – und das trotz Einwerbung von über 600000 Euro Fördermittel durch das Land und trotz einvernehmlicher Abstimmung des Projektes mit dem Planer, der unteren Wasserbehörde sowie den beiden gewählten sachkundigen Bürgern Herrn Altenburg (CDU) und meiner Person (DIE LINKE.). Das Planungsbüro und ich haben das abgestimmte Projekt auf der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Der Inhalt des Projektes wurde nicht weiter diskutiert. Herr Scheiner (CDU) verwies lediglich darauf, dass ein Gegenprojekt seiner Fraktion vorliegt, das das Zuschütten des Westteils des Kanals bis zur Brücke im Rahmen einer städtebaulichen Maßnahme vorsieht. Die Realisierung eines solchen Vorhabens ohne Fördermittel würde für die Stadt erheblich größere Ausgaben bedeuten, da die Verlegung der Regenwasserleitung bis zur Brücke ohne Aushub der abgelagerten Schlämme aus Standsicherheitsgründen unmöglich ist. Außerdem stellt sich die Frage: Wieso stört ein sanierter Stichkanal das Stadtbild und die Lebensqualität der Anwohner? Für mich stellen sich nach der Stadtverordnetenversammlung zwei weitere Fragen: Welche Interessen vertreten Herr Scheiner und die CDU? Warum braucht die Stadtverordnetenversammlung sachkundige Bürger, wenn deren Wissen negiert wird?

Prof. emeritus Dr. Hans-Jürgen Voigt, parteilos, Sachkundiger Bürger im Ausschuss Umwelt und Kommunales