Wo ist der Leuchtturm, wenn alles dunkel bleibt?

VetreterInnen des Landtages, des Landkreises und der Gemeinde Eichwalde gaben auf Einladung der SPD im Bürgergespräch Auskunft zu regionalen Szenarien für den Katastrophenschutz. Foto: SPD Eichwalde

„Kamingespräch“ in Eichwalde zum Katastrophenschutz und und zu etwaigen Blackouts

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout und wie gut sind der Landkreis und die Gemeinde darauf vorbereitet? Um diese Fragen drehte sich ein „Kamingespräch“, zu dem die Eichwalder Sozialdemokraten jüngst in die „Alte Feuerwache“ eingeladen hatten.

Die Vize-Landrätin Susanne Rieckhof informierte darüber, dass der Landkreis derzeit mit den Gemeinden ein „Leuchtturmkonzept“ aufstelle. Diese Katastrophenschutz-Leuchttürme sollen im Krisenfall eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bieten, um Informationen und Hilfe zu bekommen. Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch berichtete, dass die Gemeinde ihren „Leuchtturm“ im Rathaus einrichten wird. Die Landtags-Abgeordnete Tina Fischer wies darauf hin, dass ein längerer, flächendeckender Stromausfall – also ein Blackout – in Deutschland aufgrund der Sicherungsmaßnahmen sehr unwahrscheinlich sei. Dafür würden auch die jüngsten Stresstests zur Stromnetzstabilität sprechen. Gleichwohl müsste auch für begrenzte Stromausfälle Vorsorge getroffen werden. Viele Diskussionsteilnehmer erinnerten sich in diesem Zusammenhang zum Beispiel an den 30stündigen Stromausfall im benachbarten Berlin-Köpenick im Februar 2019, von dem auch teilweise Eichwalde betroffen war.

So wurde auch emotional darüber debattiert, wie besonders schutzbedürftige Menschen im Krisenfall erreicht werden können. Derzeit gebe es kaum Möglichkeiten, von offizieller Seite zu ermitteln, wo Hilfe benötigt wird, um beispielsweise allein lebende, pflegebedürftige Menschen kurzfristig zu evakuieren. Jörg Jenoch verwies dabei auf Datenschutzgründe. Er nahm jedoch die Anregung mit, die Erstellung einer Krisenvorsorgeliste auf freiwilliger Basis zu prüfen. Aus der Runde wurde zudem angeregt, wichtige Informationen der Verwaltung auch mehrsprachig zu verbreiten, um ausländischen Mitbürgern den Zugang zu erleichtern.

Schließlich wurde auch auf den nächsten bundesweiten Warntag am 8. Dezember verwiesen, der mit Spannung erwartet wird. Dabei soll auch erstmals das neue „Cell Broadcast“ getestet werden, mit dem im Katastrophenfall automatisch alle

Mobiltelefone im betroffenen Gebiet informiert werden. Landtagsmitglied Tina Fischer warb außerdem für die Informationsangebote des Brandenburger Innenministeriums und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Sie möchte die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, mit

Freunden und Familie mögliche Szenarien zu besprechen, um in Krisenfällen ohne Panik umsichtig reagieren zu können. Denn am Ende komme es bei Katastrophen und unvorhergesehenen Ereignissen vor allem auf Menschlichkeit an. Darin waren sich alle Anwesenden einig.

RED