Zu viel Schwermetall im Klärschlamm

Der belastete Klärschlamm der Kläranlage Ludwigsfelde ist in Folienschläuchen verpackt. Zum Einsatz kamen Silageschläuche mit einer Länge von 35 Metern und einem Durchmesser von rund zwei Metern. Hier ist der Schlamm bis zu seiner umweltgerechten Entsorgung untergebracht. Foto DNWAB

Kläranlage Ludwigsfelde muss auf illegale Cadmium-Entsorgung reagieren

Im Rahmen der kontinuierlichen Beprobung des Klärschlammes der Kläranlage Ludwigsfelde wurde eine Überschreitung des Grenzwertes für Cadmium entsprechend der neuen Klärschlamm- bzw. Düngemittelverordnung festgestellt. Das teilt die Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB) in einer aktuellen Erklärung mit. Damit ist eine Verwertung des Klärschlammes im Landbau oder in der Landwirtschaft nicht mehr möglich. Der Klärschlamm muss zwingend thermisch entsorgt werden.

Da für diese Entsorgung deutschlandweit nur sehr geringe Kapazitäten verfügbar sind, ist die regelmäßige Klärschlammentsorgung nicht gesichert. Aktuell können durchschnittlich nur 12 Tonnen entwässerten Klärschlamm pro Woche entsorgt werden. Monatlich fallen jedoch rund 300 Tonnen an. Von dem nun auf der Anlage gezwungener Maßen übergangsweise liegenden Klärschlamm gehen unangenehme Gerüche aus. Hiervon ist besonders das benachbarte Gewerbegebiet betroffen. Um diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, werden aktuell die anfallenden Klärschlammengen in Folienschläuchen verpackt. Trotz der Gerüche sei eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen.

Der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungs Zweckverband Region Ludwigsfelde (WARL) und seine Betriebsführungsgesellschaft, die DNWAB, stehen bei den eingeleiteten Maßnahmen in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Derzeit wird auch mit Nachdruck untersucht, woher die Belastungen kommen. WARL- Verbandsvorsteher Hans-Reiner Aethner ist ungehalten: „Hier verlagert ein Einleiter aus der Region seine Probleme auf die öffentliche Abwasserentsorgung! Wichtig ist momentan, neben der umweltgerechten Entsorgung des belasteten Klärschlammes, den Verursacher aufzuspüren und die weitere Einleitung des Schwermetalls zu unterbinden. Daran wird gearbeitet.“ Leider weisen aktuelle Analysen darauf hin, dass weitere Klärschlammmengen mit Grenzwertüberschreitung hinzukommen. Der Kläranlagenablauf, das heißt das gereinigte Abwasser, ist unauffällig und wird kontinuierlich beprobt.

Die Kläranlage Ludwigsfelde ist das Herzstück für die öffentliche Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet des WARL. Rund 28000 Einwohner und zahlreiche Gewerbebetriebe der Region entsorgen ihr Schmutzwasser auf dieser Anlage. Täglich fallen etwa 3800 Kubikmeter Schmutzwasser an. Cadmium ist ein Schwermetall, das in der Regel im häuslichen Abwasser nicht vorkommt. Die Einleitung erfolgt meist aus metallverarbeitenden Unternehmen, die jedoch zur Rückhaltung des Schwermetalls verpflichtet sind. Eine Einleitung in das öffentliche Kanalnetz ist strikt untersagt. Sofern doch Cadmium im Schmutzwasser vorhanden ist, durchläuft dieses den Klärprozess auf der Anlage und reichert sich dann im Klärschlamm an. RED/ PI DNWAB