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Zum Stadtbummel mit dem Startkapital der Solidarität

Verein Citypartner Königs Wusterhausen verkaufte 23000 Stadtgutscheine 
in der Corona-Krise – jetzt ist die Zeit, sie einzulösen

Es ist wieder Leben in der Innenstadt von Königs Wusterhausen. Menschen bummeln mit einer Eiswaffel in der Hand die Bahnhofstraße entlang, auf den Restaurant- und Cafe-Terrassen werden wieder Stühle gerückt und das Kaffeegeschirr klappert, die Ladentüren stehen zum Teil offen und lassen mit den Kunden auch ein frisches Sommerfeeling in die Geschäfte hinein.

„Die Stimmung ist wirklich super“, sagt Karin Spengemann vom Modeversteck an der Bahnhofstraße hinterm Brunnenplatz. „Es kommen nicht nur unsere Stammkunden, sondern auch viele neue Besucher, die wir mit unseren Internetaktionen während der Lockdown-Phasen neugierig machen konnten. Wir können sogar schon etwas vom Umsatzverlust der letzten Monate aufholen.“ Besonders freut es die Geschäftsinhaberin, die zugleich Vorstandsvorsitzende des Vereins Citypartner Königs Wusterhausen e.V. ist, dass einige Gäste bei der Bezahlung ihrer neuen Sommermode auch den „Stadtgutschein Königs Wusterhausen“ zücken. Der Verein hatte in den verschiedenen Corona-Wellen seit März letzten Jahres darum geworben, dass mit dem Erwerb der von ihm initiierten Einkaufsgutscheine im Wert von zehn Euro auch ein Zeichen der Solidarität für die Händler, Gewerbe- und Kulturtreibenden sowie die Lokalbetreiber der Innenstadt gesetzt werden könne. So gingen während der ersten Aktion im April des vergangenen Jahres 700 Gutscheine unters Volk, bei der zweiten im November 2020 waren es sogar 1600 Gutscheine.

Kurz vor Weihnachten hatte der Verein mit der Aktion „Zahle 5, erhalte 6“ einen besonderen Anreiz geschaffen, der nicht nur von den Einwohnern, sondern auch von mehreren Firmen – von denen einige schließlich sogar auf den Gratis-Gutschein verzichteten – angenommen wurde. „Man kann schon sagen, dass es sich die Königs Wusterhausener sehr zu Herzen genommen haben, ihre lokalen Geschäfte und Restaurants in der zweiten, noch härteren Schließungsphase zu unterstützen“, sagt Steffen Reddig von der Geschäftsstellenleitung des Vereins Citypartner. Die Kosten für den zusätzlichen Gutschein hatte der Verein übernehmen können, weil er zuvor für sein Engagement in der ersten Corona-Welle für den zweiten Platz bei der „Cityoffensive Südbrandenburg 2020“ der IHK Cottbus und des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg mit einem Preisgeld bedacht wurde. „Im Prinzip haben wir jetzt für den Neustart ein hübsches Sümmchen von 23000 Euro in den Taschen der Kunden“, so Steffen Reddig. „Nun ist genau die richtige Zeit, die Stadtgutscheine aus dem Umschlag zu holen und bei den 31 teilnehmenden Partnern einzulösen.“

Die Läden, Dienstleister, Kultureinrichtungen und Gaststätten, die den Gutschein akzeptieren – siehe auch die beigefügte Karte -, sind auf der Internetseite www.kw-city.de/stadtgutschein aufgelistet. „Es freut uns besonders, dass nun endlich auch die Gastronomen wieder starten können und einige eben auch an der Gutschein-Aktion beteiligt sind“, sagt Karin Spengemann. Darunter ist zum Beispiel auch der Weinladen am Kanal in der Bahnhofstraße, der insgesamt eine Schließzeit von sieben Monaten verkraften musste. Mit Außer-Haus-Verkauf und dem Versenden von Wein- und Überraschungspaketen – Lieferungen gingen bis nach Hessen, Spremberg oder Berlin – hat Inhaberin Steffi Schlegel das Lokal durch die Krise gebracht. „Ich hatte 2019 meinen Wunschumsatz erreicht, den ich mir zum Start 2015 vergenommen hatte. Nun fange ich wieder bei 2015 an“, sagt sie. Aber sie schaut mit Zuversicht nach vorn. „Es ist sehr schön, wieder Menschen, darunter viele Stammgäste, im Lokal begrüßen zu können. Und ja tatsächlich – viele haben einen Gutschein dabei. Die Aktion hat sich rumgesprochen in der harten Zeit.“

Steffi Schlegel hat auch alle Mitarbeiter wieder an Bord, auch darüber ist sie sehr froh. „Aufgrund der Abstandsregeln werden wir wohl noch eine ganze Weile mit weniger Plätzen auskommen müssen“, sagt sie. „Aber ich hoffe, dass die Testpflicht bald wegfällt. Und ab Ende Juni fangen wir auch wieder mit unseren 14tägigen Musikveranstaltungen an, damit endlich auch die Künstler wieder etwas verdienen können.“

Während sich also so allmählich wieder ein geschäftiges Innenstadtleben enwickelt und das Stimmungsbarometer deutlich aufhellt, arbeitet der Citypartner-Verein bereits an weiteren Projekten. Die Gespräche mit der Stadtverwaltung über die Etablierung eines Citymanagers, der beim Verein angestellt werden soll, befinden sich in der Endphase. Und in dieser Woche finden auch Gespräche über eine eventuelle Höfenacht statt, die – wenn denn die Coronazahlen weiter sinken – im August stattfinden könnte. „Und übrigens – den Stadtgutschein gibt es natürlich weiterhin in sieben Geschäften und Einrichtungen zu kaufen. Er bindet Kaufkraft an den Ort, die der City zu jederzeit gut tut“, so Geschäftstellenleiter Steffen Reddig. TM

Weitere Informationen auf www.citypartner-kw.de und www.kw-city.de.

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